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Stormarn So leben die Menschen in Stormarn
Lokales Stormarn So leben die Menschen in Stormarn
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20:31 21.10.2013
Bad Oldesloe

Zuweilen sorgen Volkszählungen für Überraschungen. Für die Neuberechnung des Länderfinanzausgleichs etwa. Während sich Berlin aufgrund der durch den Zensus 2011 ermittelten Daten über eine saftige Zurückzahlung ärgert, jubiliert Schleswig- Holstein: Zukünftig gibt es mehr Geld. Den Stormarnern hingegen bringt die jüngste Volkszählung nur bedingt Neues. Das zumindest lässt sich aus einer Broschüre herauslesen, die die Statistischen Ämter der Länder Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern zusammengestellt haben.

„Ausgewählte erste Ergebnisse des Zensus vom 9. Mai 2011“ heißt sie und steht im Internet kostenfrei zur Verfügung.

Vorweg ein Tipp: Vorsicht bei den Zahlen! Sie ergeben sich nämlich nicht nur aus gemeldeten Behördendaten, sondern auch aus einer stichprobenartigen Befragung der Bevölkerung sowie internationalen Richtlinien für Erhebungen.

So sollen am 9. Mai 2011 genau 230 556 Menschen im Kreis Stormarn gelebt haben. 51,5 Prozent davon waren Frauen. Bei allen weiteren ermittelten Statistiken, die hauptsächlich über die Altersstruktur, die Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie die Bildung der Einwohner Auskunft geben, liegt Stormarn im Vergleich mit 19 weiteren Nord-Kreisen einschließlich Hamburg im guten Durchschnitt. Das dürfte nicht überraschen. Und dass Stormarn in Sachen Arbeitslosigkeit positiv heraussticht, wissen politisch Interessierte auch schon lange.

Jetzt also noch einmal offiziell: Mit 1,8 Prozent kann Stormarn als einziger Kreis der Metropolregion mit einer Erwerbslosenquote unter zwei Prozent aufwarten. Wobei man hier nicht nur die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit als Berechnungsgrundlage genommen hat, sondern auch das „Labour-Force-Konzept“ der „International-Labour-Organisation“ (ILO-Konzept). Demnach gelten beispielsweise alle Personen als erwerbslos, die im erwerbsfähigen Alter ab 15 Jahren nicht erwerbstätig waren, aber im Monat vor der Befragung aktiv nach einer Tätigkeit gesucht haben.

Mehr als 80 Prozent der berufstätigen Stormarner sind Arbeiter oder Angestellte und haben einen Job im Dienstleistungsgewerbe (75,5 Prozent). Mit sieben Prozent gibt es überdurchschnittlich viele Selbstständige ohne eigene Beschäftigte im Kreis. Nur in Lüchow- Dannenberg (8,7 Prozent) und in Hamburg (9 Prozent) leben mehr.

Kaum einem Kenner des Kreises dürfte auch schon vor der Erhebung entgangen sein, dass die meisten Stormarner mit ihren Angehörigen in ihren Häuschen, der Eigentumswohnung oder im Reihenhaus leben, die überwiegend im Bauboom der 70er und 80er Jahre entstanden. Außerdem werden 40,2 Prozent der — meist geräumigen — Wohnflächen im Kreis Stormarn aus privater Hand vermietet. Mit 0,4 Prozent Anteil am gesamten Wohnraum gibt es nur wenige Ferienwohnungen. Lediglich Neumünster (0,3 Prozent) und Hamburg (0,2 Prozent) haben weniger.

Zwar ist der Bevölkerungsanteil der 65-Jährigen und noch älteren Bürger fast um drei Prozentpunkte höher als in Hamburg. Von einem „Exodus der Jugend“ kann bei einem Seniorenanteil von knapp 22

Prozent aber auch nicht die Rede sein. Im Kreis Stormarn leben gar zwei Prozent mehr Unter-18-Jährige als in der Metropole.

Mit rund 96 Prozent haben fast alle Stormarner die deutsche Staatsbürgerschaft. Nur knapp 13 Prozent der Menschen im Kreis verfügen über einen Migrationshintergrund. Der Stormarner ist zudem gut gebildet. Er hat mindestens Mittlere Reife. Die Frauen liegen im oberen Bildungsniveau (Hochschulreife/Fachhochschulreife) mit rund 47 Prozent fast gleichauf mit den Männern. Nach dem Schulbesuch sieht es dann allerdings anders aus: Bei den Kreisbewohnern mit Hochschulabschluss hinken Frauen mit 40,6 Prozent hinterher. Laut Statistik fühlen sie sich in Lüchow-Dannenberg (52 Prozent), in Lübeck (48,8 Prozent), in Hamburg (48 Prozent) und sogar im neuen Metropolenkreis Nordwestmecklenburg (49,5 Prozent) deutlich wohler. Ohne Berufsausbildung stehen nur rund 23 Prozent der Stormarner da, mehr als 60 Prozent können mit einem Abschluss punkten.

49 Prozent der Stormarner sind verheiratet. Die Statistik sagt allerdings nichts darüber aus, wie viele von den Ledigen im Kreis (37,3 Prozent) als Singles leben, da sich die Informationen zu „Lebenspartnerschaften“ laut Broschüre nur auf „eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften“ beziehen. Diese Lebenspartnerschaften ordnet man den Verheirateten zu. Verwitwet sind 6,8 Prozent, geschieden 6,9 Prozent. Übrigens: In Lübeck leben die meisten Geschiedenen (9,3 Prozent).

Nicht überraschen dürfte auch, dass die Stormarner überwiegend evangelisch sind (44, 7 Prozent). Römisch-katholisch sind hingegen nur 6,9 Prozent. Weitere Konfessionen berücksichtigt die Erhebung nicht, so dass sich der Leser über die Konfession der restlichen rund 48 Prozent überhaupt kein Bild machen kann.

Nicht die einzige Lücke in den Statistiken. Allerdings soll die Broschüre auch nur einen ersten Überblick geben.

Barsbüttel schrumpfte

250 000 Euro erhält die Gemeinde Barsbüttel im kommenden Jahr weniger vom Land. Grund ist der Zensus, der die Einwohnerzahl schrumpfen ließ.

Statt wie bisher gerechnet 12 400 hat Barsbüttel plötzlich nur noch 11 850 Einwohner.

Da zudem die Einnahmen aus der Gewerbesteuer stark eingebrochen sind, muss die Gemeinde rund 850 000 Euro sparen. Deshalb gibt es morgen (19 Uhr, Rathaussaal) eine Einwohnerversammlung.

Detaillierte Informationen gibt es im Internet unter www.zensus2011.de/DE/Home/home_node.html. Die Broschüre steht unter www.statistik-nord.de/uploads/tx_standocuments/Zensus_2011_ Metropolregion_Hamburg.pdf.

Kerstin Völling

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