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Stormarn Softwareschmiede bleibt Stormarn treu
Lokales Stormarn Softwareschmiede bleibt Stormarn treu
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00:00 08.01.2013
Marc Engel, Gründer und Vorstandschef von Etvice. Quelle: hfr
Jersbek

In jedem Daimler steckt ein Stückchen Jersbek. Denn der Autohersteller gehört wie die Haspa oder HDI Gerling zu den Kunden der Firma Etvice Holding AG, Das Informationstechnologie-Unternehmen hat in Jersbek seinen Hauptsitz hat. In Ahrensburg hat das Unternehmen vor einem halben Jahr seinen zweiten Standort eröffnet. Wenn es nach Marc Engel, dem Gründer und Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens, geht, kann die Firma weiter wachsen — personell und auch räumlich: „Die Zahl unserer Mitarbeiter hat sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt, und der positive Trend hält an. Und wir wollen auf jeden Fall in Stormarn bleiben.“ Der Kreis habe die Vorteile von Hamburg ohne die Nachteile, die die Großstadt für den Kaufmann hat — etwa die höheren Steuern.

Der Mathematiker, der nach dem Studium zunächst als Unternehmensberater tätig war, hatte vor zehn Jahren die Idee, spezielle Software für Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister zu entwickeln.

Damit hatte Engel den richtigen Riecher, denn seit der Krise schreiben immer mehr Gesetze und Regelungen den Finanzunternehmen vor, wie eine korrekte Beratung der Kunden auszusehen hat. „Wir entwickeln Software für den Einsatz in großen Konzernen, die eine haftungssichere Beratungsinformation der Kunden möglich macht“, erklärt Engel. Weil er die Software schon hatte, lag er noch vor dem Trend, und so gelang 2008 der Sprung vom Start Up-Unternehmen in Hamburg zum Mittelständler in Stormarn.

Der wächst und wächst, hat mit dem Innovationspreis IT 2012 schon die zweite Auszeichnung bekommen und sucht ständig Fachkräfte. Neu dazu gestoßen ist jetzt Walli Ahad als einer von 15 neuen Softwareentwicklern, die 2012 eingestellt wurden. „Walli Ahad stammt aus Afghanistan und ist vor 13 Jahren als Kriegsflüchtling nach Deutschland gekommen“, berichtet Engel, „er hat in Hamburg studiert und Deutsch gelernt.“ Walli Ahad ist keine Ausnahme. Unter den 76 Mitarbeitern des Unternehmens sind zehn bis 15 Prozent Fachleute aus anderen Ländern. Kamerun, Marokko, Afghanistan — das Unternehmen löst Nachwuchsprobleme mit internationaler Besetzung. „Nur Frauen gibt es im technischen Bereich zu wenige“, bedauert Engel, „IT ist immer noch eine Männerdomäne.“

Mit seiner Software hat die Firma eine Nische gefunden. Um oben zu bleiben, müssen neue Trends bedient werden. „Zum einen arbeiten wir deshalb an einer Software, die es möglich macht, private Geräte sicher im Beruf einzusetzen.“ 20 Prozent aller Berufstätigen würden jetzt schon iPhone, Tablet oder eigene Computer für den Beruf nutzen. Den Unternehmen komme das entgegen, weil es die Anschaffungskosten senke. Aber die Gefahr sei groß, dass Viren eingeschleppt werden oder private Daten auf falsche Netze gelangten.

Ebenfalls neu ist eine Methode, Datenfluten sinnvoll zu deuten, die über soziale Netzwerke und Online-Bestellungen bei Unternehmen auflaufen. „Big Data“ nennt der Fachmann die Informationsflut, die kanalisiert werden muss. „Wenn man von dem Krisenjahr absieht, haben wir jährlich ein zweistelliges Wachstum“, sagt Engel, „so wird es auch die nächsten fünf Jahre weitergehen.“

Bettina Albrod

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