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Sollen Gleise der Pendlerbahn S 4 auch Güterzügen dienen?

Bad Oldesloe/Hamburg Sollen Gleise der Pendlerbahn S 4 auch Güterzügen dienen?

Was bewegt Stormarner Bundestagsabgeordnete wie Bettina Hagedorn (SPD) und Gero Storjohann dazu, mit Hamburgern in Rahlstedt über Vor- und Nachteile der Pendlerbahn ...

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120 Güterzüge pro Tag plus Pendlerzüge sollen zwischen Hamburg und Lübeck fahren, ist die Beltquerung erstmal da.

Quelle: Fotos: Uwe Krog

Bad Oldesloe/Hamburg. Was bewegt Stormarner Bundestagsabgeordnete wie Bettina Hagedorn (SPD) und Gero Storjohann dazu, mit Hamburgern in Rahlstedt über Vor- und Nachteile der Pendlerbahn S 4 sowie über den geplanten Fehmarnbelttunnel und seine Folgen zu diskutieren?

Die „Bürgerinitiative an der Bahnstrecke Hamburg—Lübeck“.

Die Hamburger suchen dringend Unterstützung aus Stormarn und Ostholstein in ihrem Kampf gegen die kommenden, bis zu 835 Meter langen Güterzüge aus Skandinavien, wenn erst der Fehmarnbelt-Tunnel fertig gebaut ist. Ostholsteiner und Stormarner an der Bahnlinie sollen dann gleichermaßen von Lärm und anderen Umweltbelastungen durch die Vielzahl der Züge betroffen sein. Und genau wie die Hamburger verfolgen besonders Stormarner wie Walter Engel von der Reinfelder Wählerinitiative mit Interesse den Vorschlag der Bürgerinitiative, diesen Güterverkehr möglichst über die so genannte Ostroute Lübeck, Büchen und Lüneburg oder, wie Sozialdemokratin Hagedorn sie erwähnt „die Kurve Bad Kleinen“, an Hamburg vorbei zu lenken — zum Verschiebebahnhof Maschen. Dorthin, wo die in dieser Länge in Deutschland eigentlich nicht zulässigen Güterzüge auf das vorgegebene Maß gekürzt werden sollen.

Christdemokrat Storjohann, im Bundestag für Stormarn-Mitte und stellvertretender Sprecher des Bundes-Verkehrsausschusses, glaubt allerdings nicht, dass die Leute „in Bad Kleinen am Schweriner See das alles prima finden werden“. Der steigende Verkehr werde mit Sicherheit nicht komplett um Hamburg herumgeleitet werden können. Es sei aber alles lösbar.

Nur die Pendler-Schnellbahn S 4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe sei unabdingbar. „Die wäre für Hamburg und sein Umland hoch attraktiv.“

Doch gerade diesen Schienen-Shuttle für Pendler haben der Initiativen-Sprecher Claus-Peter Schmidt, Rechtsanwalt Jürgen Mattulat und ihre Mitstreiter in Verdacht, dass dessen zwei geplante Gleise als zusätzliche Ferngleise für die Güterzüge aus Skandinavien dienen sollen, „was der Hamburger Senat verschweigt“. Zwischen Bad Oldesloe und Hasselbrook sei immer nur die Rede von der S 4. „Von dem transeuropäischen Netz“, zu dem diese Strecke gehören soll, „ist nie die Rede“, sagt der Rechtsanwalt. Jeder sechste der darauf rollenden Waggons sei ein Gefahrguttransport. Die Grundstücke an der S 4 würden ihren Wert verlieren. Sechs Meter hohe Lärmschutzwände würden errichtet. „Die Berliner Mauer war drei Meter hoch.“

Es gebe Alternativen, behauptet der Jurist. Man könnte diese Strecke entlang der Autobahn errichten. „Ab Bad Oldesloe gibt es eine Trasse in Richtung Süden.“ Bei allem Widerstand gegen die zusätzliche Ferngleise, sei die Bürgerinitiative aber nicht gegen die S 4, betonen ihre Sprecher immer wieder.

Obwohl die Baukosten dafür mittlerweile auf eine Milliarde Euro geschätzt werden, sehen Politiker aller Couleur die Pendler-Schnellbahn als sinnvolle Entlastung des Straßenverkehrs an.

Fehmarnbelt-Querungsgegnerin Hagedorn genauso wie Gero Storjohann und der Kieler Landtagsabgeordnete Andreas Tietze. Verkehr müsse dringend von den überlasteten Straßen möglichst auf Schiene und Schiff verlegt werden.

Allerdings betonen Sozialdemokraten wie Grüne und Linke gleichermaßen, dass es eine, wie Tietze sagt „ Bürgerbeteiligung auf Augenhöhe“ geben müsse bei solchen Großprojekten. Sozialdemokratin Hagedorn schlägt ein „Beteiligungsforum“ vor. Das wäre größer als die Hamburger Bürgerinitiative. Die wäre darin eines von vielen Mitgliedern. Nur so könnten die Interessen der ganzen Region gebündelt werden.

Von Uwe Krog

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