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Stormarn Sorgen um die Zukunft des THC Blau-Weiß Bad Oldesloe
Lokales Stormarn Sorgen um die Zukunft des THC Blau-Weiß Bad Oldesloe
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21:07 19.04.2016
„Ohne Halle geht‘s nicht“, sagt Sven Grützmacher (l.), der die Jugendlichen beim THC trainiert.Vorsitzender Carsten Gehrke (r.) plädiert für eine mobile Halle, die im Winter auf den Tennisplätzen eins und zwei errichtet wird, um die Zukunft des weißen Sports in Oldesloe zu sichern. Quelle: Matzen

 „Wir bespielen in den Wintermonaten drei Felder im Fitnessworld in der Kampstraße, aber seit zwei Jahren wird der Vertrag nicht verlängert. Noch spielen wir dort, aber damit kann im nächsten Winter schon Schluss sein. Wenn wir die Halle verlieren, dann geht es auch mit dem Tennis in Oldesloe bergab“, erklärte Vorstand Carsten Gehrke am Montag den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses.

Ohne Tennishalle werde der Verein mit seinen 470 Mitgliedern in eine Negativspirale geraten und sich nicht mehr auf dem derzeitigen Niveau halten können. „Vor allem können wir den Kindern künftig keine ganzjährige Ausbildung mehr bieten. Die einzige Lösung, die der THC eigenständig und ohne Subventionen realisieren kann, wäre eine mobile Halle, die wir im Winter im Kurpark auf unseren Tennisplätzen eins und zwei aufstellen.“

Der Verein hatte im November 2015 einen Antrag auf Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens für eine Traglufthalle gestellt. Das Problem: Der Kurpark ist Landschaftsschutzgebiet. „Landschaftsschutz hat einen hohen Stellenwert für uns. Ich würde vorschlagen, dass Sie sich eine andere Lösung suchen“, erklärte Wilfried Janson von den Grünen. „Eine aufblasbare Tennishalle im Landschaftsschutzgebiet sehe ich nicht“, stimmte auch Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) zu. Auch sie plädierte dafür, eine Alternative zu finden.

Unterstützung bekam der THC-Vorsitzende von Uwe Rädisch (CDU): „Die Untere Naturschutzbehörde ist doch die Kreisbehörde. Es muss doch möglich sein, dass sich die Verwaltungen von Stadt und Kreis an einen Tisch setzen, um zu schauen, ob in diesem Fall nicht eine Lösung möglich gemacht werden kann.“ Rädisch setzte sich mit sechs zu fünf Stimmen mit diesem Antrag durch.

Ob dem Tennisclub damit geholfen ist, bezweifelte Maria Herrmann. „Es wäre besser gewesen, wir hätten Herrn Gehrke eine klare Absage erteilt. Dann hätte er gewusst, dass er sich etwas anderes überlegen muss. Jetzt wird eventuell ein B-Plan-Verfahren losgetreten, das zieht sich erfahrungsgemäß, der THC muss die Kosten tragen, und am Ende sagt der Kreis vielleicht doch, die Halle sei nicht genehmigungswürdig.“

Dass die mobile Halle nicht von jedem geliebt werde, ist Carsten Gehrke bewusst. „Aber das ist das einzige Projekt, das wir allein wuppen können. Am liebsten wäre uns natürlich, wenn alles so bleibt, wie es ist, und wenn wir weiter im Fitnessworld spielen können. Aber da haben wir absolut keine Planungssicherheit.“

Am Sandkamp eine mobile oder feste Halle zu errichten, sei doch eine denkbare Alternative, regte Herrmann an. Dort seien Flächen frei, es gebe eine Infrastruktur, die Möglichkeit, was zu essen. „Ich kann dem THC nur empfehlen zu gucken, was ist machbar, und was kostet das“, so die SPD-Politikerin. Eventuell könne man sogar Geldgeber gewinnen, indem man die Halle nach einem Sponsoren benenne.

Rechnen würde sich das nicht, gibt Gehrke zu bedenken. „Eine Halle am Stadtrand wird viel teurer, als eine Halle bei uns auf der Anlage. Hier haben wir alles: Boden, Duschen, Gastronomie.“

Der Oldesloer Tennis- und Hockeyclub

Seit 1913 wird im Oldesloer Kurpark Tennis gespielt. Anfangs trugen die Damen weiße Röcke, die bis zu den Knöcheln reichten, und die Herren lange weiße Hosen.

1951 gesellte sich ein Rasenspiel hinzu, bei dem elf Spieler versuchen, einen kleinen Ball mit gekrümmten Schlägern in den Schusskreis und schließlich in das Tor des Gegners zu treiben: Hockey.

500 Mitglieder zählt der THC Tennis- und Hockeyclub Blau-Weiß Bad Oldesloe heute. 410 Mitglieder sind in der Sparte Tennis vertreten, davon 110 Jugendliche, 230 Erwachsene und 70 passive Mitglieder. 90 Mitglieder spielen Hockey.

Von Britta Matzen

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