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Stormarn Spät geboren, aber gut gewachsen
Lokales Stormarn Spät geboren, aber gut gewachsen
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18:10 07.10.2017
Bestes Pflanzwetter für einen Johannisbrotbaum: Ilse Siebel, Hartmut Jokisch, Uri Schimoni und Jörg Lembke griffen zum Spaten. Quelle: Fotos: Von Dahlen
Bad Oldesloe

Von einer Geburt, zumal einer schweren, sprach Hartmut Jokisch. Der auf Oldesloer Seite mit der Pflege der Städtepartnerschaft Beauftragte erinnerte an „die lange Tragezeit, die mit sieben Jahren sogar die von Elefanten überflügelt hat“. Zwar habe es schon 1984 ein positives Votum von den Stadtverordneten für die Verschwisterung gegeben, die Erste Intifada – eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Palästinensern und der israelischen Armee – habe den Vollzug aber damals torpediert.

Wieder ist eine historische Landmarke in der Beziehung zwischen den Städten Bad Oldesloe und Beer Yaacov gesetzt worden. Im Historischen Rathaus feierte die aus Israel angereiste Delegation gestern gemeinsam mit ihren Gastgebern das 30-jährige Bestehen der Freundschaft.

Als eigentlichen Gründervater der Partnerschaft fand Ilse Siebel vom Freundeskreis lobende Worte für Walter Busch, der 1980 als Abgesandter des Landessportbundes für das deutsch-israelische Jugendwerk nach Beer Yaacov gereist war. Die Stadt habe damals großes Glück gehabt, einen so aktiven Sportfunktionär in ihren eigenen Reihen zu wissen. Walter Busch war übrigens ebenso unter den Gästen wie der damalige Bürgermeister Ulrich Gudat, den Jokisch mit einem Augenzwinkern als Geburtshelfer bezeichnete. Und um die Wortfamilie komplett zu machen, war auch die Geburtsurkunde – der von beiden Partnern unterzeichnete Vertrag – ausgestellt.

Gudats aktueller Nachfolger, Bürgermeister Jörg Lembke, berichtete von seinem Antrittsbesuch in der israelischen Partnerstadt im April. „Ich war tief beeindruckt und erstaunt, dass sich aus einem 700 Einwohner zählenden Ort eine so moderne und prosperierende Stadt entwickelt hat. Ich bin von warmherzigen, aufgeschlossenen und neugierigen Menschen empfangen worden“, sagte er. Sein größter Wunsch sei es, dass es zu einem Sportleraustausch komme, sodass Oldesloer Jugendliche bald mit ihren Teams in Beer Yaacov Fußball spielen und umgekehrt.

Lembkes Amtskollege, Nissim Goslan, hatte es indes nicht geschafft, mit nach Bad Oldesloe zu kommen. Der Leiter der israelischen Delegation, Uri Schimoni, berichtete, der Bürgermeister von Beer Yaacov sei verhindert, da die Stadt erstmals ein Theaterfestival feiere und er zugegen sein müsse. Goslan grüße aber alle Freunde in Bad Oldesloe herzlich. Schimoni fügte den vielen Jubiläen, die in Israel dieses Jahr gefeiert werden (siehe Info-Text) noch eines hinzu. Er kündigte an, dass in zwei Monaten die Gründung der Stadt Beer Yaacov vor 110 Jahren gefeiert werde. Fünf Mal sei er schon in Bad Oldesloe gewesen. Zwei Besuche hätten aber besonders positive Eindrücke hinterlassen: 2012, als der Beer-Yaacov-Weg eröffnet wurde, der heutzutage zum KuB, dem neuen kulturellen Zentrum der Stadt führe, und 1996, als es ein Camp für Jugendliche aus allen Oldesloer Partnerstädten gegeben habe. Daran müsse angeknüpft werden. Deshalb wolle er sich dafür einsetzen, dass es künftig zum regen Austausch zwischen Jugendlichen beider Städte komme.

Nach der Eröffnung einer Ausstellung mit Fotos von Ilan Wolff begab sich eine kleine Abordnung der Feiernden zum Bahnhofsvorplatz, um einen Johannisbrotbaum als Zeichen der Freundschaft zu pflanzen.

Rückblick in die Geschichte

Vor 120 Jahren gab es in Basel den ersten Zionistenkongress. Begründer Theodor Herzl hatte die Vision, einen eigenen Staat zu gründen.

Vor 100 Jahren erklärte die Regierung Großbritanniens ihre grundsätzliche Sympathie gegenüber den jüdisch-zionistischen Bestrebungen, eine nationale Heimstatt zu errichten.

Vor 70 Jahren nahm die UN-Generalversammlung den UN-Teilungsplan für das britische Mandatsgebiet Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat an.

Vor 40 Jahren hielt der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat eine historische Rede in der Knesset. Sein Besuch in Israel war eine starke Geste für den Frieden, stellte einen Wendepunkt im Friedensprozess mit Ägypten dar.

Dorothea von Dahlen

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