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Spannende Safari im Klassenzimmer

Bad Oldesloe Spannende Safari im Klassenzimmer

NDR-Tierfilmproduzent Tom Synnatzschke (45) zu Gast in Bad Oldesloe — Theodor-Storm-Schüler erhalten Einblick in die Dreharbeiten mit Tieren in freier Wildbahn.

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Mit Bisons auf Tuchfühlung: Für die Dokureihe „Amerikas Naturwunder“ drehte der NDR drei Jahre in den USA.

Quelle: Fotos: Doclights/ndr Naturfilm/gulo, Matzen

Bad Oldesloe. „Das ist cool! Endlich weiß ich, wie Tierfilme entstehen!“ Der zwölfjährige Erik und seine Mitschüler aus der 6 a der Theodor-Storm-Schule in Bad Oldesloe sind schwer begeistert. Tom Synnatzschke, der Natur- und Tierfilme für den NDR produziert, war am Montag zu Gast im Unterricht. Im Gepäck hatte der 45-Jährige Clips aus der neunteiligen, mehrfach prämierten Dokureihe „Amerikas Naturwunder“, die der NDR zusammen mit dem National Geographic zum 100-jährigen Bestehen des National Parcservices in den USA gedreht hat. Klassenlehrerin Jannina Kolbeck hatte sich den Tierfilmer im Rahmen der Aktion „Wir bei Euch — Wünsch Dir deinen NDR“ für ihre 21 Schüler herbeigesehnt. Und die Oldesloer Klasse hatte Glück — sie wurden aus zahlreichen Zuschriften ausgewählt, und das Fernsehteam kam tatsächlich zu Besuch, um zwei spannende Unterrichtsstunden zu gestalten.

LN-Bild

NDR-Tierfilmproduzent Tom Synnatzschke (45) zu Gast in Bad Oldesloe — Theodor-Storm-Schüler erhalten Einblick in die Dreharbeiten mit Tieren in freier Wildbahn.

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„Als Tierfilmer erlebt man Sachen, die sind unglaublich. Das will ich euch heute mal mit ein paar Clips zeigen, die ich von unserer Amerika-Produktion mitgebracht habe“, begrüßt Synnatzschke die Jungen und Mädchen. Eines müsse man allerdings noch wissen, erklärt der Tierfilmproduzent: „Als Tierfilmer braucht man unglaublich viel Geduld. Manchmal sitzt das Kamerateam monatelang im Tarnzelt und wartet darauf, dass die Tiere etwas tun. Sie tun aber ganz oft nichts.“

Der erste Kurzfilm, den der Hamburger zeigt, entführt die Kinder an die Pazifikküste unterhalb von Kanada — zu den Seelöwen und Orcas. „Orcas sind sehr geschickte Jäger, und sie haben ziemlich viele Tricks auf Lager.“ So haben die Kameraleute gefilmt, wie die Wale Seelöwen jagen. „Seelöwen sind für sie wie Spielbälle — trotz ihres Gewichts von einer halben Tonne. Sie treiben sie zusammen und schleudern sie in die Luft. Durch die Wucht sind die Seelöwen kurz bewusstlos und damit eine ganz leichte Beute.“

„Wie kriegt man die Aufnahmen unter Wasser hin?“, will der zwölfjährige Agan wissen. „Wir arbeiten mit einem Kameramann zusammen, der hat eine spezielle Ausrüstung, so dass er blasenfrei tauchen kann“, so der Filmprofi. Dadurch komme man so nah an die Tiere ran. Aber Seelöwen seien auch ziemlich neugierige Tiere.

Im zweiten Clip geht es in eine ganz andere Region — in die Wüste, und zwar mitten in der Nacht. Im Bild: ein Haariger Wüstenskorpion. „Ein gefährlicher Jäger, der selbst Geckos und kleine Schlangen erlegen kann“, erklärt Synnatzschke. Plötzlich taucht eine Grashüpfermaus auf. „Oh, das sieht nicht gut aus“, flüstert eine Schülerin ihrer Sitznachbarin zu. „Aus die Maus, oder?“, fragt der Tierfilmer. Von wegen. „In Sekundenschnelle produziert der Körper der Maus einen Cocktail als Gegengift“, so der Experte. Es gibt einen kurzen Kampf, dann zieht die Maus mit dem erlegten Skorpion von dannen.

„Haben die Kameraleute keine Angst vor den gefährlichen Tieren“, wollen die Schüler wissen. „Wir arbeiten natürlich mit Tricks. Wir setzen Kameras an langen Stöcken ein, mit denen können wir Skorpione, Schlangen oder Alligatoren hautnah filmen können“, klärt Synnatzschke auf. Aber ab und zu passiere es dennoch, dass Kollegen von Tieren verletzt würden. „In Russland ist ein Kameramann neulich von einer Schlange gebissen worden, der musste sofort ins Krankenhaus geflogen werden.“

Die Oldesloer Schüler bekommen aber auch Lustiges aus der Tierwelt zu sehen. Zum Beispiel Filmszenen von Bärenkindern in Alaska, die erstmals versuchen, einen Fisch zu fangen. Ein Bärenkind hat im Film einen Lachs erwischt. „Aber fangen bedeutet nicht, dass man mit dem Lachs auch umgehen kann“, meint der Tierfilmer. Der kleine Bär rutscht mit dem Fisch durch den Fluss wie auf einem Surfbrett.

Die Jungen und Mädchen prusten vor Lachen.

Zum Abschluss zeigt der Besucher noch einen besonders anrührenden Filmausschnitt. Ein verlassenes Bisonkalb steht allein an einem Fluss, die Nabelschnur ist noch nicht mal abgefallen. Weit und breit ist keine Bisonmutter zu sehen. Plötzlich kommt ein junger Wolf angeschlichen. „Das war‘s mit dem Bisonkalb, hat das Kamerateam gedacht“, erzählt Synnatzschke. Doch das kleine Kälbchen dreht und wehrt sich und zieht den Kopf dabei ganz weit nach unten, als wolle es zeigen: „Ich hab keinen Hals, ich hab keinen Hals.“ Doch dann kommt die Kavallerie — die Bisonmutter trabt völlig unerwartet an.

Der Wolf ist so verdattert, er legt sich erst einmal hin und schaute zu, wie das Kälbchen bei der Mutter trinkt. „Das war wahrscheinlich die stärkste Geschichte, die wir je gedreht haben und je drehen werden“, erklärt einer der Kameramänner, die beim Dreh dabei waren, im Making-Off-Film. „So ein Happyend — das wünscht man sich als Tierfilmer“, schließt Tom Synnatzschke.

Für Tier- und Naturfilme begeisterten sich die Schüler schon immer. „Aber ich fand besonders toll, wie lustig und lieb Tiere sein können“, meint Michael (12) anschließend. „Ich habe unheimlich viel übers Drehen gelernt — jetzt weiß ich endlich, wie so ein Tierfilm entsteht. Am liebsten würde ich jetzt gleich alle Filme aus der Dokureihe sehen“, schwärmt Paul.

Zunächst können die Schüler aber sich selbst im Film anschauen. Der NDR hat den Besuch in Bad Oldesloe gefilmt. Ein Beitrag dazu wird in wenigen Tagen online auf der Internetseite des NDR zu sehen sein.

• Internet: www.ndr.de/wuensch_dir_deinen_ndr/

Von Britta Matzen

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