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Stormarn Spannender Blick in den Klinik-Alltag
Lokales Stormarn Spannender Blick in den Klinik-Alltag
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20:26 21.03.2016
Einmal im Leben selbst zum Operateur werden. Ein Dummy wartete am Tag der offenen Tür geduldig auf Besucher. Fotos Petra: Dreu
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Bad Oldesloe

Ein Jahr lang war das Bettenhaus A der Asklepios-Klinik eine Baustelle. Statt Patienten gaben sich Handwerker die Klinke in die Hand. Doch schon demnächst sollen dort wieder Kranke gesund gepflegt werden. Was sich inzwischen alles in der Klinik getan hat, zeigten die Mitarbeiter bei einem Tag der offenen Tür. An ihm durften die Besucher sogar Bereiche betreten, die sonst für sie tabu sind. Bei einer Bauchspiegelung etwa konnten sich Interessierte dem Gummibärchen im Innern eines Dummys widmen.

Asklepios-Geschäftsführer mit klarem Bekenntnis zum Oldesloer Standort — Im Sommer startet die Tagesklinik.

14 Millionen Euro haben die Umbau- und Sanierungsarbeiten am ältesten Bettenhaus des einstigen Kreiskrankenhauses gekostet. „Das ist ein klares Bekenntnis von Asklepios für den Standort Bad Oldesloe“, sagt Andreas Reichardt, der erst seit dem 16. Januar Geschäftsführer der Klinik ist. Versüßt wurde dem Asklepios-Konzern dieses Bekenntnis durch eine dicke Spritze Bares: Immerhin die Hälfte der Investitionskosten, nämlich sieben Millionen Euro, trägt das Land Schleswig-Holstein.

Finanziert wurde damit unter anderem die neue Intensivstation, die zuletzt wegen Personalnot ins Gerede geraten war. Sämtliche Patientenzimmer wurden erneuert und mit modernen Badezimmern ausgestattet. Zudem gibt es auf jeder Station Panoramazimmer, die für zwei Betten ausgelegt sind. Mit ihren großen Fensterfronten haben sie den besten Ausblick, dürften im Sommer aber auch die Zimmer mit der größten Raumtemperatur werden. Ebenfalls neu sind die zentralen Stationstresen, an denen alle Fäden zusammenlaufen. Von ihnen wird es künftig nur noch einen Info-Tresen auf jeder Etage geben.

Mit Schwangeren und Neugeborenen war kein Staat zu machen, deshalb hat die Asklepios-Klinik die Entbindungsstation bereits vor Jahren geschlossen. Anders ist es bei der Versorgung von Menschen im letzten Viertel des Lebens. Für sie gibt es neben der neuen Geriatrie inzwischen auch eine Tagesklinik, in der ab Sommer bis zu zehn Patienten therapiert werden sollen. „Aufgrund der demografischen Entwicklung steigt der Bedarf an geriatrischen Angeboten in ganz Deutschland. Die Asklepios Klinik Bad Oldesloe bereitet sich so auf die Zukunft vor“, glaubt der neue Geschäftsführer. Die Tagesklinik soll als Bindeglied zwischen niedergelassenen Ärzten und dem Krankenhaus fungieren. Konzipiert ist die Tagesklinik für Senioren, die keinen stationären Aufenthalt, aber die Unterstützung von Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten oder dem Sozialdienst benötigen, um wieder fit genug für die eigene Wohnung zu werden. „Die Patienten kommen morgens in die Klinik, können tagsüber die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Klinik in Anspruch nehmen und sind abends wieder zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung“, erläuterte Dr. Ulrich Kuipers, Chefarzt der Geriatrie.

Wie auch in der Geriatrie ist die Zeit in der Tagesklinik begrenzt. Nur 15 Werktage bewilligen die Kassen für eine Tagesbetreuung. Eine weitere Betreuung gibt es erst nach einem neuen „Vorfall“.

Skeptisch schaut sich die Grünen-Stadtverordnete Karin Hoffmann die neuen Räume an. Sie wünscht sich eine bessere Betreuung der Patienten auf der Geriatrie. „Die Patienten dort werden behandelt wie jeder andere Patient auch. Hier haben sie eine Klingel und immer viel trinken, wird ihnen gesagt. Viele können das aber nicht. Wenn man dort keine Angehörigen hat, ist man verraten und verkauft“, kritisierte die Kommunalpolitikerin.

Umfangreiche Sanierung

1898 wurde das Städtische Unfallkrankenhaus Bad Oldesloe gegründet, aus dem 1928 das Kreiskrankenhaus Stormarn mit 25 Betten wurde. 2002 veräußerte der Kreis das Krankenhaus und die Pflegezentren Ahrensburg und Reinfeld von der Asklepios-Firmengruppe. Nach verschiedenen kleineren Umbauarbeiten startete 2012 eine große Modernisierung und Erweiterung. In diesem Jahr wird die Sanierung des Bettenhauses A mit Tagesklinik und 58 Betten in der Geriatrie sowie der Inneren, Chirurgie und Intensivpflege fertig. Die Hälfte der Betten stehen in „Panoramazimmern“ mit großzügigen Glasfronten.

Von Petra Dreu

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