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Stormarn Spediteur baut neuen Brummi-Service
Lokales Stormarn Spediteur baut neuen Brummi-Service
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15:23 28.06.2016
Nun wird auch das westliche Grundstück neben der A 1 genutzt. „Es gibt nur noch wenige freie Flächen“, berichtet Detlev Hinselmann von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft.

An den Rändern türmen sich Lehmhügel. Die Außenhaut der kommenden Lastwagen-Servicestation unmittelbar neben der Autobahn in Reinfeld hat Konturen angenommen. Oft kommt Eckhard Bode vorbei und schaut nach dem Baufortschritt. „Im Oktober soll alles fertig sein“, sagt der Seniorchef der gleichnamigen Spedition.

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Auf Reinfelds grüner Wiese wird es eng – Neben der Autobahn entstehen Waschstraßen und eine Tankstelle – Eckhard Bode drängt auf neue Verkehrsführung – Ein Hammoorer Autohof soll von parkenden Lkw entlasten.

Drei Waschstraßen entstehen. Sogar Tanklastzüge können dort von außen gereinigt werden. Eine Tankstelle nur für Brummis soll es geben. „Und“, betont Eckhard Bode, „ein Spezialist für Kühlaggregate zieht mit ein, wartet und repariert die Geräte. Das ist ein Segen für uns.“ Die eigenen 75 Zugmaschinen und die von 40 Partnern sollen dort gewartet werden.

„Klar“, räumt Bode ein, „mit dieser Servicestation geht unsere Firma neue Wege.“ Die Waschstraße, die Tankstelle und ein brandneues Messinstrument zum Bestimmen von Profiltiefe und Reifendruck der Fahrzeuge seien freilich nicht nur für die eigene Flotte gedacht. Den Service können andere Spediteure ebenso nutzen. „So erzielen wir eine Art Synergie-Effekt“, sagt der Seniorchef.

Allerdings weiß er auch, dass durch den neuen Betrieb auf der kaum noch grünen Wiese neben der Autobahn der Brummiverkehr weiter zunehmen wird. „Da wird sich die Verkehrsführung auf jeden Fall ändern müssen.“ Eine Vorfahrtsstraßen-Regelung zwischen Bodeschem Betriebshof im Westen des Gewerbegebietes und dem Kreisverkehr mit Autobahnzubringer scheint dem Spediteur die beste Lösung. „Das wäre aus ökologischen Gründen gut, weil die Fahrer dann nicht so oft ihre Vierzigtonner bremsen und dann wieder Gas geben müssten“, sagt er.

In der Tat gibt es dort täglich kritische Situationen, weil vor allem Ortsfremde bei Vorfahrt und Wartepflicht die Orientierung verlieren. Eine Neuregelung erwartet Bode ebenso am ehemaligen Standort von Markant und Aldi bei McDonalds. „Durch deren Wegzug fließen die Verkehrsströme ganz anders.“ Und sie sind mit jeder neuen Firma angewachsen.

Hinzu kommen die vielen Fahrer, die mit ihren Brummis auf der Durchfahrt ihre Zwischenstopps neben der Autobahn einlegen. „Wo sollen die sonst hin“, sagt der Mann, dessen Vater die Firma Bode als bahnamtliches Rollfuhrunternehmen nach dem Krieg in Reinfeld aufgebaut hat.

Die Enge in dem einst so weitläufigen Gelände beschäftigt Detlev Hinselmann von der Stormarner Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft schon eine ganze Weile. Er kennt den Mangel an Parkplätzen neben der Autobahn 1: „Beim Rasthof Buddikate habe ich sie schon zurück bis weit in den Abbiegestreifen parken sehen. Wir setzen deshalb auf den Autohof bei Hammoor. Der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan auf der Westseite des Zubringers von der Autobahn hinein nach Bargteheide sei in Abstimmung mit dem Landesbetrieb für Verkehr und anderen Entscheidungsträgern „praktisch angeschoben“.

Im Spätsommer rechnet er mit dem Beginn der Planungen und ein Jahr später mit dem Baurecht. „Der Autohof wird Reinfeld entlasten“, sieht der Wirtschaftsförderer voraus.

Allerdings kommen dort dann andere Brummis hinzu. Diejenigen, die auf noch freie Flächen ins gegenüberliegende Stubbendorfer Gewerbegebiet ziehen. Deren Vermarktung, berichtet Hinselmann, hätten die Wirtschaftsförderer zurzeit besonders im Fokus.

Ein „Öko“ unter den Fuhrunternehmen

Die neue Servicehalle auf 1850 Quadratmetern umfasst drei vollautomatische Waschstraßen, Tankstelle, Werkstatt mit modernstem Bremsrollenprüfstand und einen Service zum Warten von Kühlgeräten.

Gedacht ist die Station für die Fahrzeuge der Spedition Bode und für Fremdkunden. Damit weitet die 1949 gegründete Firma ihr Betriebsfeld im Lastwagenbereich zwar aus. Doch sie gibt sich umweltfreundlich – und bleibt ihrem ursprünglichen Zweck als „bahnamtliches Rollfuhrunternehmen“ treu. Sie setzt bei vielen Transporten auf die Bahn, lässt unter anderem dreimal wöchentlich einen eigenen voll beladenen Güterzug nach Stockholm rollen, im Roro-Verfahren geht es täglich mit dem Schiff von Lübeck nach Finnland. Ihre Waggons fahren auf Schienen bis ins italienische Treviso.

Außerdem setzt sie auf ökologischen Strom von den Lübecker Stadtwerken.

 Uwe Krog

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