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Stormarn Spendenparlament wird volljährig
Lokales Stormarn Spendenparlament wird volljährig
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20:24 24.02.2016
Planen den Benefizabend: Bertram Vetter und Ilse Siebel. Quelle: mt
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Bad Oldesloe

Das ist ein toller Grund für eine schöne Feier: Das Oldesloer Spendenparlament ist vor 18 Jahren gegründet worden. Seitdem sind insgesamt 275400 Euro an unterschiedliche Projekte geflossen, um einen wirksamen Beitrag im Kampf gegen Armut, Obdachlosigkeit und Isolation zu leisten. Am 11. März wird es einen Benefizabend geben, um neue Mitglieder zu gewinnen.

20 Mitglieder, unter anderem Ilse Siebel, waren bei der Gründung dabei. In den Hochzeiten gab es bis zu 140 Parlamentarier. „Zurzeit gehören dem Spendenparlament 108 Leute an“, betonte Vereinsvorsitzender Bertram Vetter. Mit einer Spende von mindestens 60 Euro pro Jahr kann jeder mit entscheiden, welche Vorhaben gefördert werden sollen. „Wir stellen aber sicher, dass es nur dann eine Unterstützung gibt, wenn dafür keine staatlichen Leistungen möglich sind“, erläuterte Bertram Vetter.

Ein großer Teil der Spenden sei an Initiativen für Kinder, Jugendliche oder auch Familien gegangen — um Sprachunterricht, Lernmaterialien, Spielangebote oder Betreute Freizeiten zu finanzieren. Als weitere Zielgruppen hat das Spendenparlament alleinerziehende Mütter, Behinderte oder solche Menschen im Fokus, die den Kontakt zur Umwelt verloren haben. So seien immer wieder Anträge von Betreuungseinrichtungen und Selbsthilfegruppen gestellt und anschließend befürwortet worden.

„Es gibt ein ausgeprägtes soziales Bewusstsein in Bad Oldesloe. Viele Organisationen wollen helfen. Das zeigt sich bei der großen Zahl von Flüchtlingen — hier wollen doch alle helfen. Der Bürgersinn ist vorhanden“, sagte Ilse Siebel. Dem Spendenparlament gehören allerdings nicht nur Oldesloer an, teilweise sind auch Einwohner aus der näheren Umgebung mit dabei. Aus diesem Grund fließt das Geld auch nicht nur in Projekte in der Kreisstadt. „Räumlich orientieren wir uns an der Grenze des Kirchenkreises“, so Bertram Vetter.

Das Spendenparlament ist ein gemeinnütziger Verein. „Jede Spende, gleich welcher Höhe, fließt ohne Abzüge in das Spendenvermögen“, betonte der Vereinsvorsitzende. Eine entscheidende Vorarbeit leistet die so genannte Finanzkommission, deren Mitglieder die gestellten Anträge auf ihre Förderungsfähigkeit überprüfen. Die dann vorgelegte Liste wird anschließend im größeren Plenum beraten. „Die Parlamentarier haben das letzte Wort und sind deshalb auch in der Lage, die Vorschläge der Finanzkommission zu verändern“, erläuterte Vetter.

Zwei Mal im Jahr tagt das Spendenparlament. Und während der öffentlichen Sitzungen können Initiativen für ihre Projekte werben. Ermutigt werden auch ausdrücklich kleine Initiativen, ihre finanziellen Probleme vorzutragen.

Das Oldesloer Spendenparlament war nach der Hamburger Einrichtung — sie feierte ihr 20-jähriges Bestehen — die zweite im Norden. „Wir haben es geschafft, Bad Oldesloe lebenswerter zu machen“, zog Ilse Siebel eine Bilanz.

Zum Geburtstag ein besonderes Fest

Gefeiert wird am Freitag, 11. März, in Bad Oldesloe. Der Benefizabend beginnt um 20 Uhr im Bürgerhaus in der Mühlenstraße 22, der Eintritt ist frei. Es wird allerdings um Spenden gebeten. Für Unterhaltung will Jürgen Kühl sorgen, der einen Vortrag mit dem Titel „Alte Rechenhandschriften“ hält. Mit Musik werden Kinder und Jugendliche der Soul-Jazz-Band von der Musikschule die Gäste unterhalten, die sich über die Arbeit des Spendenparlamentes informieren wollen. Dazu werden Speisen und Getränke gereicht.

Die nächste Tagung der Parlamentarier ist für den 6. Juni vorgesehen. Beginn ist um 19 Uhr im Bürgerhaus. Hier wird endgültig über die Vergabe der neuen Förderbeträge entschieden. Im Lauf der vergangenen Jahre wurden stets acht bis 15 Projekte gefördert. Dabei wurden durchschnittlich rund 15 500 Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt. Anträge können noch bis zum 20. April gestellt.

Infos unter 04537/1234 oder www.oldesloer-spendenparlament.de

Michael Thormählen
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