Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Sperrvermerk aufgehoben: Weg frei für die Werbekampagne
Lokales Stormarn Sperrvermerk aufgehoben: Weg frei für die Werbekampagne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:37 26.01.2017
Mitstreiter der Kampagne beim Gestalten der Werbetüten: (v. l.) Angela Dittmar, Andrea Vollbrecht, Karl-Friedrich Reinck und Eva Langenberger. Quelle: Foto: Hfr
Anzeige
Bad Oldesloe

„Wollen Sie das Projekt nun oder nicht? Dann sagen Sie es doch einfach.“ Mit diesen Worten stellte Nicole Brandstetter die Gewissensfrage an die Mitglieder des Oldesloer Hauptausschusses. Letztere hatten zuvor ausgiebig über die Vergabe eines Zuschusses diskutiert, den die Mitinhaberin der Agentur Prodibra beantragt hatte. Sie zeichnet verantwortlich für die im September 2015 begonnene Imagekampagne für Einkaufen in Bad Oldesloe, die eine Belebung der Innenstadt zum Ziel hat. Ein Fonds über 25 000 Euro steht zur Förderung des Einzelhandels im Haushalt der Stadt bereit, doch war der darauf lastende Sperrvermerk im Hauptausschuss noch nicht aufgehoben worden.

Wie bereits auf einer vorangegangenen Sitzung ging es erneut um die Frage, ob die Agentur alle für die Beurteilung des Projekts nötigen Unterlagen eingereicht hat. Hauptamtsleiter Malte Schaarmann erklärte, es gebe noch leichte Unklarheiten den Finanzierungsplan betreffend, aber das sei kein Ausschlusskriterium. Bürgermeister Jörg Lembke ergänzte, dass das Geld auch nur ausgezahlt werde, wenn alle Anforderungen der Vergaberichtlinie erfüllt seien.

Das ging Hajo Krage (SPD) nicht weit genug. Er monierte, dass alle anderen Antragsteller, wie die Stormarn Magic Band oder andere Vereine im Detail auflisten müssten, wofür sie das Geld verwenden.

„Deshalb kann ich dem Antrag von Prodibra nicht so schnell zusagen“, meinte Krage.

Nicole Brandstetter wiederum erklärte, sie habe die Einnahmen und Ausgaben genau aufgeschlüsselt und wisse nicht, wo die Aussage herkomme, dass Angaben fehlen. Ihr sprang Hörgeräteakustiker Holger Mahlke zur Seite, der die Kampagne ebenfalls unterstützt. „Ich bin langsam etwas irritiert“, sagte er. Eine nicht geringe Zahl von Oldesloer Unternehmern habe sich zum Ziel gesetzt, das Image der Stadt als Handelsplatz zu verbessern. „Wir haben Menschen mitgenommen, die entschieden haben, Geld aus ihrem Betrieb dafür aufzuwenden. Und sie haben den Eindruck, dass sich ein positiver Prozess in Gang setzt“, fügte Mahlke hinzu.

Er sei ebenfalls der Meinung, dass die Kampagne für den Wirtschaftsstandort wichtig sei, setzte Holtz dem entgegen. Es gehe auch nicht um persönliche Animositäten. „Wir müssen aber alle gleichrangig behandeln. Ein komplexes Projekt wie dieses erfordert die selben Maßstäbe wie ein Antrag des Sozialverbands“, sagte der Linkenpolitiker. Dieser Auffassung schloss sich Björn Wahnfried (SPD) an. Der Ausschuss könne der Wirtschaft keine Sonderbehandlung zuschanzen, „sonst können wir unsere Richtlinie gleich in die Tonne treten.“

Anders Torsten Lohse (CDU). „Ich sehe in dem Zuschuss keine Förderung der Wirtschaft. Die Kampagne wird in der Stadt als sehr wohltuend wahrgenommen“, sagte er. Jetzt gelte es, diesen positiven Schwung zu verstärken und den Weg weiterzugehen. Wenn diese Chance ausgeschlagen werde, sei alles bisher Geschaffte zunichte gemacht.

Auch Horst Möller (CDU) hatte an alle appelliert, den Sperrvermerk für die 25 000 Euro aufzuheben. „Wenn alle Unterlagen da sind, soll die Verwaltung prüfen und auszahlen“, schlug er vor. Er habe keine Lust, immer wieder über den Antrag zu beraten bis das Ende der Kampagne erreicht sei.

Auf Antrag der Freien Bürger für Bad Oldesloe (FBO) stimmten sieben Hauptausschussmitglieder für die Aufhebung, SPD und Linke mit vier Stimmen dagegen.

Dorothea von Dahlen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Oldesloer Umweltausschuss soll Ideen für eine Satzung sammeln, die hilft, Plastikmüll bei öffentlichen Veranstaltungen zu vermeiden. Die Grünen hatten dazu einen Antrag gestellt.

26.01.2017

Ab wann wird ein Bürger zum Ehrenbürger? Welche Leistungen muss er vollbracht haben, um ins goldene Buch einer Stadt eingetragen zu werden?

26.01.2017

Pfiffige Aktion der Stapelfelder Kameraden soll mehr Mitglieder anlocken.

26.01.2017
Anzeige