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Stormarn Sportanlage versinkt im Matsch
Lokales Stormarn Sportanlage versinkt im Matsch
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18:16 04.01.2018
Der Trainingsplatz D am Bischofsteicher Weg ist eine Schlammfläche. Auch die Plätze A, B und C sind gesperrt. Spieler des SV Preußen Reinfeld können nur noch auswärts trainieren. Das wollen Abteilungsleiter Thorsten Rapp (l.) und Tim Heickmann nicht mehr hinnehmen. Quelle: Foto: Hfr
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Reinfeld

„Wir gehen wieder einmal leer aus“, stellen Thorsten Rapp und Tim Heickmann, Fußballabteilungsleiter des SV Preußen Reinfeld, frustriert fest. Seit mindestens 20 Jahren bemühe sich die Fußballabteilung des Vereins um einen Kunstrasenplatz für die rund 500 Fußballspieler und -spielerinnen. Aber jedes Jahr wieder würden Politik und Verwaltung die Sportler enttäuschen. Jetzt hatten sie alle Hoffnung auf 2018 gesetzt und wähnten sich schon kurz vor dem Ziel. Doch die jüngste Nachricht aus dem Reinfelder Rathaus bringt die Sportler auf die Zinne.

„Ganz oben auf der städtischen Investitionsliste für 2018 steht das neue Rettungszentrum, weil dies eine pflichtige Aufgabe ist“, teilte Bürgermeister Heiko Gerstmann kürzlich mit. Desweiteren stünden die Eisenbahnquerung und die Fortsetzung der Sanierung der Matthias-Claudius-Schule auf der Agenda. Für weitere Vorhaben gibt es laut Gerstmann dagegen kaum noch Spielraum. „Wir haben zwar den Kunstrasenplatz im Haushalt 2018, aber ich gehe stark davon aus, dass wir das Projekt in diesem Jahr leider nicht realisieren können“, so der Verwaltungschef. Begründet sei dies durch den eingeschränkten Haushalt. Der Kreis werde die Investitionskosten in Höhe von rund 500000 Euro für die Sanierung des Sportgeländes am Bischofsteicher Weg aller Voraussicht nach nicht genehmigen.

„Und das kann ich nicht ignorieren“, so Gerstmann.

Die Fußball-Abteilungsleiter Rapp und Heickmann haben mittlerweile kein Verständnis mehr für die Situation. „Wie oft haben wir schon Ausreden gehört. Das hätte man doch vorher wissen müssen, bevor man uns wieder Zusagen macht, die nie umgesetzt werden.“ Das sei ein herber Rückschlag für die Fußballsparte und einfach nur enttäuschend. „Wir wissen, dass die Stadt Investitionen tätigen muss, hätten uns aber mehr Wertschätzung für unseren Verein erhofft“, so Rapp. Denn das Lied der nachrangigen Priorität ihrer Sportanlage hörten sie bereits seit Jahrzehnten. „Projekte, die in den letzten Jahren neu auf die Agenda gesetzt wurden, genießen eine höhere Priorität als unser Sportplatz“, ärgern sich die beiden. „Das ist einfach nicht mehr hinnehmbar. Das muss man deutlich sagen.“

Zahlreiche Spieler und Spielerinnen hätten dem Verein bereits den Rücken gekehrt und sich Mannschaften anderer Klubs angeschlossen, die über einen Allwetterplatz verfügen.

„Im Zeitraum von Oktober bis März ist an ein normales Training bei uns kaum zu denken“, ergänzt Jugendobmann Christopher Naatz. Bis zu fünf Mannschaften trainierten in dieser Jahreszeit auf dem D-Platz, der aufgrund einer nicht intakten Drainageleitung verschlammt sei und kaum Halt für die Spieler biete. „Der Boden hat nur eine sieben bis acht Zentimeter dünne Schicht Muttererde. Darunter ist Lehm. Nach zehn Minuten verwandelt sich der Platz in eine rutschige, braune Schlammfläche“, schildert Rapp. Die Anzahl von Trainingsverletzungen habe aufgrund der Bodenbeschaffung in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. „Häufig beklagen die Akteure Bänder- und Sehnenverletzungen“, so Naatz.

Zudem wichen zahlreiche Mannschaften auf andere Plätze aus und bezahlten dafür Platzmiete. „Unsere Spieler fahren nach Rothenhusen, Westerau, Kronsforde und Bad Oldesloe, um zu trainieren.“ Teilweise bis zu 50 Euro koste die Miete pro Trainingseinheit. Jugendobmann Christopher Naatz kann Eltern und Spieler verstehen, die dafür kein Verständnis aufbringen.

Doch nicht nur der Trainingsplatz D des SV Preußen Reinfeld weise Mängel auf. Auch die anderen drei Plätze seien in der dunklen Jahreszeit nicht bespielbar. Rapp: „Der A-Platz hat keine Flutlichtanlage, der B-Platz liegt zu tief und kann deshalb in den kalten Monaten nicht genutzt werden, weil wir ihn kaputt machen würden. Und der C-Platz, auf dem die kleinen Spieler trainieren, hat auch kein Flutlicht.“ Seit Jahren könne man deshalb schon keine Mannschaften zu Spielen einladen.

Von Britta Matzen

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