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Stadt und Kulturring streiten um Trägerverein fürs Kleine Theater

Bargteheide Stadt und Kulturring streiten um Trägerverein fürs Kleine Theater

Manfred Kutsche wirft der Stadt Bevormundung vor — Bürgermeister wünscht Einigung.

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Bekannt über die Stadtgrenzen hinaus: Wer hat künftig das Sagen im Kleinen Theater in Bargteheide?

Quelle: Fotos: Ln-Achiv/albrod

Bargteheide. Der Kulturring Bargteheide und die Stadt werden sich bei der Neuordnung der Kulturarbeit im Kleinen Theater nicht einig. Die Stadt möchte die Kulturarbeit ab 1. Juli unter einem Trägerverein bündeln, der neben Gastronomie und Kino als dritte Säule Ansprechpartner für alle Kulturanbieter sein soll. Der Kulturring fühlt sich bei den Planungen übergangen, fürchtet um seine Eigenständigkeit und wehrt sich gegen eine Bevormundung bei der Programmgestaltung.

LN-Bild

Manfred Kutsche wirft der Stadt Bevormundung vor — Bürgermeister wünscht Einigung.

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Fehlende Transparenz, unrichtige Behauptungen und unannehmbare Bedingungen — Manfred Kutsche, Vorsitzender des Kulturrings Bargteheide, nutzte am Donnerstag die Jahreshauptversammlung, um seine Position klar zu machen. „Es ist vorgesehen, dass der Kulturring künftig zehn Aufführungstermine selbständig gestalten soll, fünf weitere können dazu kommen, wenn der Trägerverein sie genehmigt“, erklärte Kutsche. Das sei für den Kulturring nicht akzeptabel. „Wir werden keinerlei Einfluss auf unseren Spielplan zulassen“, betonte Kutsche, „wir haben die Arbeit und das Risiko.“ Es würden so viele Veranstaltungen angeboten, wie der Kulturring wirtschaftlich und organisatorisch vertreten könne. Der Trägerverein schaffe zusätzliche Bürokratie, binde Zuschussmittel der Stadt und behindere die Arbeit des Kulturrings, dessen wirtschaftliches Risiko damit steige.

Erschwert wird der Dialog zwischen Stadt und Kulturring durch ein Missverständnis zwischen Manfred Kutsche und Bürgermeister Dr. Henning Görtz. „Der Bürgermeister hat öffentlich erklärt, dass ich das Angebot der Stadt für 15 Veranstaltungen im Jahr, 30000 Euro Zuschuss, 5000 Euro Eigenkapitalhilfe in 2017 sowie für eine eigene Geschäftsstelle im Kleinen Theater abgelehnt hätte“, so Kutsche.

„Das ist unwahr. Statt unrichtiger Behauptungen hätte ich mir ein Gespräch gewünscht.“

Bürgermeister Görtz stellt die Situation anders dar. „Ich habe nicht gesagt, dass Herr Kutsche dieses Angebot abgelehnt hat“, erklärt er. „Ich hatte ihm ein Gesamtpaket angeboten, dazu gehört aber, dass die Bedingungen des Trägervereins anerkannt werden.“ Das aber wolle Herr Kutsche nicht. „Was Herr Kutsche als Prüfung seines Theaterangebots sieht, ist nur eine inhaltliche Abstimmung“, stellt Görtz klar. „Es geht dabei darum zu vermeiden, dass der Kulturring beispielsweise Hans Scheibner einlädt und der Trägerverein auch.“ An der Planung des Trägervereins sei Kutsche beteiligt gewesen, es habe ein Treffen aller Akteure im Februar gegeben.

Dem Vorschlag von Max-Jörn Thews, Mitglied im Kulturring Bargteheide, einen Mittler einzuschalten, steht Görtz offen gegenüber. „Alles, was zu einer Lösung führt, macht Sinn. Ich würde mich sehr freuen, wenn es noch zu einer Einigung käme.“ Der Kulturring mache seit 50 Jahren gute Arbeit.

Die will Kutsche auch für die neue Spielzeit anbieten, die mit 17 Aufführungen fast doppelt so viele Angebote macht wie sonst. „Wir brauchen eine angemessene finanzielle Ausstattung“, begründete Kutsche die Pläne. Für die kommende Saison gebe es eine mündliche Zusage für 23000 Euro Zuschuss von der Stadt und 17 Termine für Aufführungen. „Bis es den Trägerverein gibt, haben wir noch freien Spielraum.“

Gründung im Juli

Laut Manfred Kutsche möchte der Trägerverein für die Kulturarbeit im Kleinen Theater eine gemeinsame Website und einen gemeinsamen Ticketverkauf einrichten. Er soll zudem Termine koordinieren, für Marketing und Spendenakquise zuständig sein, und der Vorstand soll als Veranstalter auftreten. Zwei 450-Euro-Kräfte sollen für die Organisation städtischer Aufgaben eingestellt werden. Die Verein soll am 1. Juli gegründet werden.

Von Bettina Albrod

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