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Stormarn Stadtgärtner fahren ihre Ernte ein
Lokales Stormarn Stadtgärtner fahren ihre Ernte ein
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21:21 10.08.2015
Ingrid Buchwieser (l.) und Petra Hellwig gehen mit dem Erntekorb durch den Garten.

Der Kürbis lugt schon drall und gelb unter den gezackten Blättern hervor. Lange kann es nicht mehr dauern, bis die ballonartige Frucht in einer schmackhaften Suppe landet. Die Oldesloerinnen Ingrid Buchwieser und ihre Mitgärtnerin Petra Hellwig freuen sich jedenfalls schon auf den Moment, bis das gute Stück die nötige Reife erreicht hat.

Fast jeden Abend besorgen die beiden sich ihr Abendessen in dem kleinen Stadtgarten, den sie gemeinsam mit anderen Naturfreunden aus der Umgebung des Ini-Hauses hinter dem Bahnhof pflegen. Das Prinzip ist denkbar einfach: Jeder einzelne Hobbygärtner sät, harkt, gießt und alle profitieren. Denn das Gemüse, das nun im Spätsommer geerntet wird, teilt die Gemeinschaft brüder- beziehungsweise schwesterlich.

„Jeder, der bei uns mitmacht, darf sich hier bedienen“, sagt Ingrid Buchwieser und öffnet den „Ernteschrank“, in dem nicht nur Gartengeräte, sondern auch ein Korb, prall gefüllt mit dicken Zucchini, Bohnen und Kartoffeln, abgestellt ist.

Um Monokulturen zu vermeiden und eine Vielfalt an Gemüsen auskosten zu können, sprechen sich die Stadtgärtner im Frühjahr ab, was gesät oder gepflanzt wird. Auf diese Weise können die verschiedensten Geschmäcker bedient werden. So wächst in den Beeten auch einiges heran, was in anderen Nutzgärten nur selten zu finden ist. Auf ihre schwarzen Bohnen sind Buchwieser und Hellwig besonders stolz. Die Sorte „Black Turtle“, die ursprünglich aus Südmexiko stammt, lässt sich prima für Chilies oder Bohnenmus verarbeiten. Rote Beete, Mangold, Strauchtomaten, Kohl und Möhren runden den bunten Gemüse-Cocktail ab.

In der Kräuter-„Abteilung“ blühen derzeit Oregano, Majoran und Zitronenmelisse wie verrückt. „Die Minze ist immer sehr beliebt bei unseren Frauen aus Syrien und Tunesien“, sagt Ingrid Buchwieser und zerreibt eines der aromatischen Blätter zwischen Daumen und Zeigefinger. In diesen Ländern werde viel damit gewürzt, aber auch schmackhafter Tee bereitet.

In diesem Moment öffnet sich die Tür vom benachbarten Kindertreff Drachenturm. Orchan (6), Elkoran und Mieke (beide 4) stürmen ins Freie. Auch ihre Gruppe hat Anteil daran, dass das früher eher trostlose Gelände hinter dem Bahnhof jetzt freundlicher wirkt. Die Mädchen und Jungen beteiligten sich nämlich an der Aktion Feuerbohne, die die Stadtbibliothek ins Leben gerufen hat. Sie pflanzten die Keimlinge an der Hauswand ein und inzwischen rankt dort üppiges Grün mit kleinen feuerroten Blüten empor. Besonders stolz zeigt Orchan eine riesige Bohnenschote, die durchaus als preisverdächtig gelten könnte.

Ohne Bienen läuft aber auch im Stadtgarten nichts. Deshalb sorgen Buchwieser und ihre Mitstreiter dafür, dass sie genügend Nahrung bekommen. Prächtige Stockrosen und eine eigens für sie angelegte Wiesenmischung aus Korn-, Mohn- und Sonnenblumen locken die fleißigen Nektar-Sammlerinnen besonders häufig an.

Gartenprojekt darf imitiert werden
Neue Pläne haben die Stadtgärtner schon für das nächste Jahr. Sie wollen einen Beitrag zum Schutz der durch Pestizide, Klimawandel und Parasiten gefährdeten Bienen leisten. Petra Hellwig will mit dem Imkern beginnen. Sie hat sich bereits fachlich mit der Haltung der Tiere beschäftigt. Unklar ist allerdings noch, wo sie die Bienenstöcke so aufstellen kann, dass sie geschützt sind.


Das Projekt am Oldesloer Ini- Haus darf ruhig kopiert werden, sind sich die Stadtgärtner einig. Wer Tipps für den Aufbau einer solchen Oase in anderen Teilen von Oldesloe sucht, kann sich per E-Mail melden:

ogbo2010@gmx.de.

Dorothea von Dahlen

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