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Stormarn Stadtschule Bad Oldesloe lebt gesund
Lokales Stormarn Stadtschule Bad Oldesloe lebt gesund
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21:39 28.09.2017
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Bad Oldesloe

„Bereits bei unserem Mensa-Essen achten wir sehr auf ausgewogene gesunde Ernährung“, erklärt Schulleiterin Sabine Prinz. Jetzt kommt das Frühstück hinzu. Im Frühjahr dieses Jahres bewarb sich die Stadtschule bei dem EU-Programm, welches Kinder bei der Entwicklung eines gesundheitsförderlichen Ernährungsverhalten unterstützt und aufzeigen will, das Obst und Gemüse nicht nur gesund sind, sondern auch gut schmecken. „Die Unterlagen waren bewusst einfach auszufüllen, schließlich sollen ja viele Schulen mitmachen. Wichtig war nur, dass auch der pädagogische Aspekt berücksichtigt wird, die Kinder sollen auch wissen, woher die Lebensmittel kommen“, so die Projektverantwortliche Madlen Hempel. Bereits wenig später hatte die Stadtschule nicht nur die Bewilligung für die Obst- und Gemüselieferung, sondern zusätzlich auch von Trinkmilch. Als Lieferant für alle drei Produkte hat sich die pädagogische Einrichtung bewusst für das Gut Wulksfelde in Tangstedt entschieden. „Das ist noch ein authentischer Bauernhof mit vielen Tieren, Maschinen und Landwirtschaft“, erklärt Prinz ihre Entscheidung.

 

„Lecker !" Eigentlich darf beim Schnippeln nicht genascht werden! Nur fürs Foto war es German, Liza, Fiona und Alana einmal erlaubt. Quelle: Fotos: Freundt

Seit August 2017 wird die Stadtschule nun zweimal pro Woche mit Obst, Gemüse und Milch beliefert. „Immer zwei Kinder in jeder Klasse haben eine Woche lang Schneiddienst, das heißt, wir müssen Bananen, Äpfel und so weiter klein schneiden“, erklärt Alana (10) aus der 4c, die diese Woche mit Schnippeln dran ist. „Das kommt dann alles in eine große Schale, und jedes Kind darf sich erstmal drei Teile rausnehmen“, beschreibt ihr Klassenkamerad German (10) weiter den Ablauf. Für jedes Kind sind pro Lieferung 100 Gramm vorgesehen.

 „Es ist also nicht zum Sattessen, das mitgebrachte Frühstücksbrot gehört weiterhin zur gemeinsam eingenommenen Mahlzeit dazu“, betont Madlen Hempel. Die mitgelieferte Milch indes darf aufgrund der Teppichböden in den Klassenräumen nur in der Mensa getrunken werden. „Dafür gibt es eine extra Zeit vor dem Mittagessen, in der die Kinder sich selbständig bedienen können“, erklärt Prinz.

Viele der gelieferten Lebensmittel kennen die 430 Schüler schon, doch immer wieder sind auch Besonderheiten dabei, wie beispielsweise die Schwarzwurzel oder auch rote Beete. Probiert werden muss erstmal alles. „Sonst weiß man ja gar nicht, ob es schmeckt oder nicht“, betont Hempel. „Ich mag am liebsten Äpfel und Weintrauben“, verrät Alana. Beides war diese Woche dabei. Liza (9) indes muss auf ihre Lieblingsfrüchte Erdbeeren noch bis zum nächsten Sommer warten. „Auch das gehört dazu, dass die Kinder lernen, wann welche Früchte Saison haben“, betont Sabine Prinz. Das komplette Projekt wird über das ganze Jahr hin vom HWS (Heimat-Welt- und Sachkunde)-Unterricht begleitet. Zudem wird jede der 19 Klassen in diesem Schuljahr dem Bio-Lieferanten Gut Wulksfelde einmal einen Besuch abstatten und dort „Bauernhof-Leben pur erleben“. Und auch nach diesen zwölf Monaten ist nicht Schluss: „Wer einmal eine Bewilligung bekommen hat, darf auf Antrag noch fünf weitere Jahre mitmachen – und das ist unser Ziel“, sind sich Prinz und Sebastian Schmidt vom Gut Wulksfelde einig. Über die Zeit sollen dann auch die Besuche auf dem Biohof zu festen Ausflügen mit besonderen Themen werden.

„Die Kinder können bei der Apfel- oder Kartoffelernte dabei sein oder Bio-Brot backen“, schlägt Schmidt vor. Das muss allerdings noch ausgearbeitet werden.

Gut Wulksfelde

Der Biobauernhof baut bereits seit 25 Jahren Lebensmittel nachhaltig biologisch an.

Die Gärtnerei, die Gutsbäckerei, sowie die Land- und Viehwirtschaft erzeugen dabei viele regionale Köstlichkeiten, die der hauseigene Bio-Service auch frisch nach Hause liefert.

Für den renommierten Hof ist die Zusammenarbeit mit Schulen nichts Neues.

Im Rahmen des EU-Programmes beliefert Gut Wulksfelde neben der Stadtschule noch drei weitere pädagogische Einrichtungen im Randgebiet vom Hamburg. SF

Gesundes auch für DaZ-Klassen

Die Stadtschule in Bad Oldesloe hat neben ihren regulären 16 Klassen direkt auf dem Schulgelände noch drei DaZ (Deutsch als Zweitsprache)-Klassen, die in der Schule am Kurpark untergebracht sind. Auch diese sollen natürlich an dem Projekt teilhaben.

„Unsere FSJler (Teilnehmer an einem Freiwilligen Sozialen Jahr) fahren den Obst-/Gemüse-/Milchkorb dann dienstags und donnerstags mit dem Fahrrad rüber“, erklärt Schulleiterin Sabine Prinz und freut sich über die fleißige Mithilfe ihrer jungen Mitarbeiter. SF

 Sandra Freundt

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