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Städten und Gemeinden geht der politische Nachwuchs aus

Trittau Städten und Gemeinden geht der politische Nachwuchs aus

Überall fehlen Bürger, die sich ehrenamtlich in die politische Arbeit in Städten und Gemeinden einbringen. Eine Info-Veranstaltung soll in Trittau Gelegenheit dazu geben, sich für die Mitarbeit in Gremien und Ausschüssen zu interessieren. Dafür muss man nicht in einer Partei sein.

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Amtsvorsteher Ulrich Borngräber und Trittaus Bürgervorsteherin Ulrike Lorenzen möchten für Gemeindepolitik begeistern.

Quelle: Foto: B. Albrod

Trittau. Den Städten und Gemeinden gehen die Lokalpolitiker aus. „Es gibt allgemein nicht genügend Bewerber für die Listenplätze bei der Kommunalwahl am 6. Mai 2018“, erklärte Ulrich Borngräber, Vorsteher des Amtes Trittau, am Montag, der deshalb gemeinsam mit Trittaus Bürgervorsteherin Ulrike Lorenzen Bürger für die Kommunalpolitik begeistern will. Amt und Gemeinde Trittau bieten am Mittwoch, 15.

November, eine Informationsveranstaltung rund um die Wahl an, die sich insbesondere an diejenigen richtet, die sich für eine Mitarbeit in den Gremien und Gemeinden interessieren. „Das Problem besteht landesweit“, ergänzte Borngräber.

Für Bürger gebe es unterschiedliche Möglichkeiten, sich für ihre Gemeinde zu engagieren. „Sie können in den kommunalen Gremien der Gemeinden und des Amtes Trittau als gewählte Gemeindevertreter oder als wählbare Bürger mitarbeiten“, so Borngräber. Auch eine Mitarbeit in den gemeindlichen Ausschüssen oder in den Zweckverbänden für Schule, Wasser und Abwasser sei möglich. Dafür ist ein Parteibuch keine Voraussetzung. Zwar suchten auch die Parteien Verstärkung, es sei aber nicht zwingend notwendig, für die Arbeit in der Kommunalpolitik in eine Partei einzutreten. „Wer in einen Ausschuss gewählt wird, hat dort auch Stimmrecht“, betonte der Amtsvorsteher.

Kommunalpolitik sei leider nicht besonders attraktiv. „Wer sich für seine Gemeinde engagiert bekommt zwar Sitzungsgeld, aber nicht sehr viel.“ Die Arbeit sei zeitaufwändig und ehrenamtlich. „Sie bringt auch mit sich, dass durch Mehrheitsentscheidungen nicht immer alle mit dem Ergebnis einverstanden sind. Das muss man sich dann anhören.“ Auch müsse die Familie mittragen, dass man durchschnittlich zwei Abende in der Woche unterwegs sei.

Die Kommunalpolitik ist Auftraggeber für die kommunale Verwaltung, die die Beschlüsse umsetzt. „Das braucht Zeit“, ergänzte Ulrike Lorenzen. Berufstätige mit Kindern hätten oft Mühe, auch noch Zeit für das politische Ehrenamt zu finden. „Deshalb fehlt vor allem die Gruppe der 30- bis 50-Jährigen.“ Kommunalpolitik habe aber auch viele schöne Seiten. „Wer in der Gemeindepolitik mitarbeitet, hat die Möglichkeit zur Gestaltung des eigenen Wohnorts“, betont Borngräber. „In den Kommunen wird beispielsweise über Flächennutzungs- und Baupläne entschieden oder über Straßenbau.“ Das seien Themen, die jeden direkt angingen. „Wir beobachten, dass bei persönlichen Anliegen wie Kindergärten sehr viele Bürger engagiert auftreten, danach aber nicht mehr zur Verfügung stehen“, bedauert Borngräber.

Dieses Engagement für kommunale Belange sei es aber, was man sich für die politische Arbeit in den Gemeinden wünsche. „Hier können Bürger ihre Ideen einbringen beziehungsweise die Entscheidungen mit beeinflussen. In unseren Amtsgemeinden gibt es ein umfangreiches Spektrum an Parteien und Wählergruppen, die alle daran interessiert sind, neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen.“

Warum sollte ich in der Kommunalpolitik mitmachen? Wie kann ich mich wählen lassen? Welche Rechte und Pflichten hat ein Gemeindevertreter? Diese Fragen und viele mehr wird Jörg Bülow, Landesgeschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Städte- und Gemeindetages, am 15. November um 18.30 Uhr in der Gemeindeverwaltung Trittau beantworten.

Von Bettina Albrod

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