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Stormarn Stapelfeld: Autobahn wird zukunftsfit
Lokales Stormarn Stapelfeld: Autobahn wird zukunftsfit
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16:13 05.06.2017
Jens Sommerburg (l.) und Karl-Friedrich Stephan mitten im Sanierungsgetümmel in Stapelfeld: „Die Baustelle liegt sehr gut im Zeitplan.“ Quelle: Foto: B.albrod
Stapelfeld

Träge rollen laut einer Verkehrserhebung von 2015 täglich 93 000 Fahrzeuge auf zwei Spuren Richtung Süden an Baggern und Sattelschleppern vorbei.

Die Fahrbahn wird nach neuesten Standards saniert – Der Lärmschutz wird verbessert.

Dafür geht es auf der Baustelle schnell voran: „Wir liegen sehr gut im Zeitplan“, erklärt Jens Sommerburg, Niederlassungsleiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein in Lübeck (LBV). „Wenn es so weitergeht, kann am 31. August auf die andere Seite gewechselt werden.“

Zwölf Bagger, acht Vierachser und zehn Sattelschlepper sind derzeit damit beschäftigt, die Fahrbahndecke auf 4,5 Kilometer Länge aufzubrechen und abzutransportieren. „Hier ist ein Schaden in der Platte“, zeigt Sommerburg auf einen Querriss, der harmlos aussieht, aber schnell zum Problem werden kann. „Wenn da ein Lastwagen rüberrollt, kann die ganze Platte kaputtgehen.“ Genau das ist im November 2015 auf der Fahrbahn der Gegenrichtung passiert. „Damals musste eine Spur gesperrt und die Fahrbahn repariert werden“, erklärt Karl-Friedrich Stephan, Sachgebietsleiter Straßenerhaltung beim LBV. Der genaue Blick zeigte dann, dass die A 1 bei Stapelfeld der enormen Belastung der Strecke nicht mehr gewachsen ist.

„Der betroffene Autobahnabschnitt ist über 40 Jahre alt“, erläutern die Experten. „An vielen Stellen gibt es große Schadensbildung.“ Während davor und danach Autobahnabschnitte von 1998 anschließen, liegt die Autobahn bei Stapelfeld noch beim alten Standard, der heute nicht mehr genügt. „In den 60er Jahren wurde die Autobahn dreispurig ausgebaut, damals reichte ein 20 bis 22 Zentimeter hoher Betonaufbau“, sagt Stephan. „Mit der Wende ist der Verkehr angestiegen, dazu kommt ein ohnehin höheres Verkehrsaufkommen, und die Achslasten bei Lkw sind auf 44 Tonnen erhöht worden.“ Das hat neue Standards beim Autobahnbau nach sich gezogen. Die Autobahn bei Stapelfeld wird jetzt für 26 Millionen Euro zukunftsfit gemacht.

„Der Beton-Aufbau beträgt heutzutage 27 Zentimeter“, sagt Stephan. Mehr noch: Auch dem Lärmschutz wird Genüge getan, denn wenn eine Autobahn erneuert wird, dann mit einem Verfahren, das die Waschbeton-Oberfläche ausbürstet und letztlich die Lärmbelastung um zwei Dezibel gegenüber vorher senkt. „Parallel sind auch große Teile der Mittelstreifenentwässerung erneuert worden“, ergänzt Sommerburg. Recycling der alten Materialien, Arbeitsschutz, Verkehrsumlenkung – das alles verlangt gute Planung, denn viele Arbeiten laufen parallel.

Seit 24. April ist die Baustelle eingerichtet, sie ist strategisch durchgeplant, und im Dezember soll alles fertig sein. Gearbeitet wird deshalb von Montag bis Sonnabend, solange es hell ist.

„Manchmal ist auch Nachtarbeit mit Scheinwerferausleuchtung nötig, beispielsweise bei Fugenarbeiten, aber dabei muss der Lärmschutz eingehalten werden“, erklärt Sommerburg. „Wir wollen wegen der Verkehrsbelastung die Zeit der Bauarbeiten so kurz wie möglich halten.“

Gearbeitet wird zum Wohle der Autofahrer, aber die danken es den Beteiligten nicht immer. „Wir bekommen viel Post“, berichtet Sommerburg. „Zur Beantwortung geht die Arbeitszeit einer halben Stelle verloren.“ Mehr noch: „Immer wieder kommt es zu Pöbeleien im Vorbeifahren an der Baustelle“, haben die Männer die Erfahrung gemacht, „teilweise werden Gegenstände aus dem Fahrzeug geworfen. Da muss man sich ein dickes Fell zulegen.“

Der Landesbetrieb setzt auf Transparenz. „Wir haben wegen der besseren Akzeptanz im Vorfeld mit den Betroffenen in den Gewerbegebieten gesprochen", sagt Sommerburg. „Jeder möchte auf einer guten Straße fahren, dafür ist die Maßnahme nötig.“ Im Winter könne man nun mal keine Straßen bauen. Wer mehr Infos haben möchte, kann auch die App „Baustellen SH“ nutzen, die stets aktualisiert genaue Informationen zu allen Baustellen im Land liefert. Dort wird man auch lesen, dass im Dezember alles wieder frei sein wird. Die Autobahn soll dann die nächsten 30 Jahre halten. „Derzeit sind hier auch keine weiteren Maßnahmen geplant“, betont Sommerburg. „Es sei denn, es passiert etwas Unvorhergesehenes.“

Abfahrt gesperrt

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein hat den Auftrag zur Deckenerneuerung der Rampen der Anschlussstelle Bad Oldesloe auf der A 1 in Richtung Süd erteilt. Hierzu wird die Anschlussstelle Bad Oldesloe ab Mittwoch, 7. Juni, bis voraussichtlich Samstag, 10. Juni, gesperrt. Es ist somit das Abfahren aus Richtung Norden kommend sowie ein Auffahren auf die A 1 in Richtung Süden nicht möglich. Restarbeiten finden bis einschließlich 12. Juni statt.

Die Umleitungen werden ausgeschildert: Der auffahrende Verkehr wird nach Bargteheide geleitet, der abfahrende über Reinfeld nach Oldesloe geführt.

 Bettina Albrod

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