Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Start ins Stormarner Berufsleben wird mit 800 000 Euro unterstützt

Bad Oldesloe Start ins Stormarner Berufsleben wird mit 800 000 Euro unterstützt

Land und Arbeitsagentur fördern den Übergang von Flüchtlingen in Ausbildung und Jobs mit acht Millionen Euro – Erster Bescheid wurde in Bad Oldesloe überreicht.

Voriger Artikel
Larissa Kühl startet ihre Ausbildung in Teilzeit
Nächster Artikel
Oststeinbek: Motorraum eines Kleinwagens brennt

Allaa Aldin Krichen (l.) und Feroz Gholami rührten den Kuchenteig an, während der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Marcus Krause, den Förderbescheid von Minister Reinhard Meyer und Agenturchefin Margit Haupt-Koopmann (v. l.) erhielt.

Quelle: M. Thormählen

Bad Oldesloe. „Ich habe bereits in meiner Heimat in einer Küche gearbeitet, doch hier gefällt es mir besser“, sagte Alaa Aldin Krichen, während er den Tortenteig anrührte.

Der 30-jährige Syrer bekam gestern mit seinen Kollegen prominenten Besuch in den Werkstätten des Jugendaufbauwerkes der Kreishanderwerkschaft in Bad Oldesloe – und der ließ es sich nicht nehmen, von den Leckereien zu probieren. Schleswig-Holsteins Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) hatte es der Grießpudding angetan: „Schmeckt sehr lecker.“

Die kleine Zwischenmahlzeit war dem Minister auch gegönnt, hatte er doch zusammen mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, einen Förderbescheid über 800000 Euro mitgebracht. Damit fördern jeweils zur Hälfte Land und Agentur Maßnahmen des Programms „Begleiteter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung“ in Stormarn. Landesweit stehen dafür sogar bis zu acht Millionen Euro zur Verfügung, damit Flüchtlingen im Laufe eines Jahres Sprachkenntnisse vermittelt werden, um sich im Berufsleben zurechtzufinden. Auch eine Qualifizierung in den Werkstätten wird angeboten. „Diese Förderung ist vielversprechend. Daran schließt sich hoffentlich eine Ausbildung, ein Langzeitpraktikum oder der Einstieg in den Job an“, so Margit Haupt-Koopmann.

Das Programm richtet sich in erster Linie an Flüchtlinge mit einer guten Bleibeperspektive – also aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia. Der Minister machte allerdings deutlich, dass sich Vorstellungen, diese Menschen ließen sich schnell und problemlos in den Arbeitsmarkt integrieren, als Illusionen erwiesen hätten: „Der durchschnittliche Flüchtling ist männlich, jung und ohne Qualifikation.“ Wichtig sei deshalb, langfristige Maßnahmen zu planen. „Wir haben viele junge Menschen, die wir integrieren können und die wir angesichts der aktuellen Altersstruktur unserer Gesellschaft auch brauchen werden“, sagte Meyer. Bei den jetzt bereitgestellten Summen handele es sich um zusätzliches Fördergeld. Es komme deshalb nicht zu Einsparungen bei anderen Maßnahmen für Arbeitssuchende.

Nach den Erfahrungen seien es nicht die handwerklichen Fähigkeiten der jungen Leute, an denen der Einstieg in eine Berufsausbildung scheitere – vielmehr stellten die geforderten Sprachkenntnisse eine hohe Hürde dar. Jede Prüfung müsse in Deutsch absolviert werden. „Auch wir haben noch Verständigungsprobleme“, erklärte Volker Brock, Küchenleiter im Oldesloer Jugendaufbauwerk. Der Ausbilder bescheinigte den Flüchtlingen eine große Motivation: „Und deshalb klappt die Zusammenarbeit ganz ausgezeichnet.“

Nicht immer werden Flüchtlinge in dem bereits in ihrer Heimat erlernten Beruf weiter machen können. Houssein Jalali schneiderte in Afghanistan Herrenanzüge, jetzt arbeitet der 40-Jährige in der Farbwerkstatt. „Wir müssen sehr flexibel sein – vor allem auch die Anbieter der Maßnahmen, denn viele Teilnehmer werden sicherlich vorzeitig ausscheiden, weil sie schneller in den Beruf einsteigen wollen oder in einen Integrationskursus zurückkehren müssen“, prognostizierte der Arbeitsminister.

In den Werkstätten der Kreishandwerkerschaft Stormarn sind die Ausbilder auf diese Situation eingestellt. „Wir bieten sieben unterschiedliche Bereiche an, in denen sich die Flüchtlinge orientieren können“, sagte Geschäftsführer Marcus Krause. Kreisweit seien 91 Plätze vergeben – in Bad Oldesloe, Ahrensburg und Reinbek.

Einstieg noch möglich

1600 Plätze können landesweit gefördert werden, 600 sind zurzeit erst vergeben. Ein Einstieg ist noch bis 31. August möglich. Es gibt 29 Maßnahmen, unter anderem in Lübeck, Ratzeburg und Eutin. Die Arbeitsagentur ruft vor allem Stadt- und Gemeindeverwaltungen dazu auf, weitere Teilnehmer für das Programm „Begleiteter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung (BÜFAA.SH)“ anzumelden.

Michael Thormählen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stormarn
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den November 2016.

Was für einen Adventskalender haben Sie?

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Essen und Trinken
    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich ausgefallene Restaurants und welcher Wein passt wozu.

    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich au... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und vieles mehr in Lübeck und Umgebung.

TSV Trittau

Alles zu den Badminton-Stars beim TSV Trittau.

Zweiter Weltkrieg

Dieses Dossier beschäftigt sich mit der Situation in Stormarn während des Zweiten Weltkriegs.