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Stormarn Start ins Stormarner Berufsleben wird mit 800 000 Euro unterstützt
Lokales Stormarn Start ins Stormarner Berufsleben wird mit 800 000 Euro unterstützt
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20:38 24.08.2016
Allaa Aldin Krichen (l.) und Feroz Gholami rührten den Kuchenteig an, während der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Marcus Krause, den Förderbescheid von Minister Reinhard Meyer und Agenturchefin Margit Haupt-Koopmann (v. l.) erhielt. Quelle: M. Thormählen
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Bad Oldesloe

„Ich habe bereits in meiner Heimat in einer Küche gearbeitet, doch hier gefällt es mir besser“, sagte Alaa Aldin Krichen, während er den Tortenteig anrührte.

Der 30-jährige Syrer bekam gestern mit seinen Kollegen prominenten Besuch in den Werkstätten des Jugendaufbauwerkes der Kreishanderwerkschaft in Bad Oldesloe – und der ließ es sich nicht nehmen, von den Leckereien zu probieren. Schleswig-Holsteins Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD) hatte es der Grießpudding angetan: „Schmeckt sehr lecker.“

Die kleine Zwischenmahlzeit war dem Minister auch gegönnt, hatte er doch zusammen mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, einen Förderbescheid über 800000 Euro mitgebracht. Damit fördern jeweils zur Hälfte Land und Agentur Maßnahmen des Programms „Begleiteter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung“ in Stormarn. Landesweit stehen dafür sogar bis zu acht Millionen Euro zur Verfügung, damit Flüchtlingen im Laufe eines Jahres Sprachkenntnisse vermittelt werden, um sich im Berufsleben zurechtzufinden. Auch eine Qualifizierung in den Werkstätten wird angeboten. „Diese Förderung ist vielversprechend. Daran schließt sich hoffentlich eine Ausbildung, ein Langzeitpraktikum oder der Einstieg in den Job an“, so Margit Haupt-Koopmann.

Das Programm richtet sich in erster Linie an Flüchtlinge mit einer guten Bleibeperspektive – also aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea und Somalia. Der Minister machte allerdings deutlich, dass sich Vorstellungen, diese Menschen ließen sich schnell und problemlos in den Arbeitsmarkt integrieren, als Illusionen erwiesen hätten: „Der durchschnittliche Flüchtling ist männlich, jung und ohne Qualifikation.“ Wichtig sei deshalb, langfristige Maßnahmen zu planen. „Wir haben viele junge Menschen, die wir integrieren können und die wir angesichts der aktuellen Altersstruktur unserer Gesellschaft auch brauchen werden“, sagte Meyer. Bei den jetzt bereitgestellten Summen handele es sich um zusätzliches Fördergeld. Es komme deshalb nicht zu Einsparungen bei anderen Maßnahmen für Arbeitssuchende.

Nach den Erfahrungen seien es nicht die handwerklichen Fähigkeiten der jungen Leute, an denen der Einstieg in eine Berufsausbildung scheitere – vielmehr stellten die geforderten Sprachkenntnisse eine hohe Hürde dar. Jede Prüfung müsse in Deutsch absolviert werden. „Auch wir haben noch Verständigungsprobleme“, erklärte Volker Brock, Küchenleiter im Oldesloer Jugendaufbauwerk. Der Ausbilder bescheinigte den Flüchtlingen eine große Motivation: „Und deshalb klappt die Zusammenarbeit ganz ausgezeichnet.“

Nicht immer werden Flüchtlinge in dem bereits in ihrer Heimat erlernten Beruf weiter machen können. Houssein Jalali schneiderte in Afghanistan Herrenanzüge, jetzt arbeitet der 40-Jährige in der Farbwerkstatt. „Wir müssen sehr flexibel sein – vor allem auch die Anbieter der Maßnahmen, denn viele Teilnehmer werden sicherlich vorzeitig ausscheiden, weil sie schneller in den Beruf einsteigen wollen oder in einen Integrationskursus zurückkehren müssen“, prognostizierte der Arbeitsminister.

In den Werkstätten der Kreishandwerkerschaft Stormarn sind die Ausbilder auf diese Situation eingestellt. „Wir bieten sieben unterschiedliche Bereiche an, in denen sich die Flüchtlinge orientieren können“, sagte Geschäftsführer Marcus Krause. Kreisweit seien 91 Plätze vergeben – in Bad Oldesloe, Ahrensburg und Reinbek.

Einstieg noch möglich

1600 Plätze können landesweit gefördert werden, 600 sind zurzeit erst vergeben. Ein Einstieg ist noch bis 31. August möglich. Es gibt 29 Maßnahmen, unter anderem in Lübeck, Ratzeburg und Eutin. Die Arbeitsagentur ruft vor allem Stadt- und Gemeindeverwaltungen dazu auf, weitere Teilnehmer für das Programm „Begleiteter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung (BÜFAA.SH)“ anzumelden.

Michael Thormählen

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