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Stormarn Stegner: Pegida-Bewegung trägt Mitschuld an Rauchbomben auf Asylbewerberheim
Lokales Stormarn Stegner: Pegida-Bewegung trägt Mitschuld an Rauchbomben auf Asylbewerberheim
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17:09 03.01.2015
Die Feuerwehr und vier Streifenwagen waren vor Ort. Quelle: jeb
Grabau

Auf das Asylbewerberheim in Grabau wurden Freitagabend in einem Treppenhaus Rauchbomben gezündet. Kurz nach 22.30 Uhr fuhren Rettungskräfte der Polizei (vier Streifenwagen) und Feuerwehr in die Straße Hoherdamm. Als die Rettungskräfte eintrafen, hatten die Bewohner, darunter auch zahlreiche Flüchtlinge, die dort untergebracht sind, bereits das stark verqualmte Gebäude verlassen.

War es ein fremdenfeindlicher Anschlag? Die Kriminalpolizei ermittelt.

Zwei Person kamen mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus Heidberg, wurden ambulant untersucht und anschließend wieder entlassen. Laut Hans-Joachim Wendt, Bürgermeister der Gemeinde Grabau, wurden fünf der sieben Bewohner am späten Freitagabend über die Nacht in einem Hotel untergebracht.

Bürgermeister Wendt sagte am Vormittag: „Wir hoffen, dass es sich nicht um einen fremdenfeindlichen Anschlag handelt.“ Die Nachbarn hätten nichts bemerkt, pflegten ein gutes Verhältnis zu den Flüchtlingen und böten sogar Deutschkurse an.

Hinweise auf Tatverdächtige gibt es derzeit nicht. Warum der Rauchkörper dort abgelegt wurde, kann nicht gesagt werden. Er wurde sichergestellt. Ermittlungen hat die Lübecker Bezirkskriminalinspektion aufgenommen. Zur Erlangung von sachdienlichen Hinweisen, die zu Ermittlungen oder Ergreifung des Täters oder der Täter führen, setzt die Staatsanwaltschaft Lübeck eine Belohnung von 5000 Euro aus.

Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner gibt der "Pegida"-Bewegung eine Mitschuld am Rauchbomben-Anschlag auf ein Asylbewerberheim im schleswig-holsteinischen Grabau (Kreis Stormarn). "Diese Menschen tragen eine klare Mitverantwortung", sagte Stegner, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD ist, den Lübecker Nachrichten (Sonntag-Ausgabe). "Wer Stimmung gegen Flüchtlinge macht und damit ein Klima der Intoleranz schafft, trägt dazu bei, dass so etwas passiert." Die Gesellschaft müsse sich entschlossen gegen diese Stimmungsmache wehren. Die Tat in Grabau sei "aufs Schärfste zu verurteilen", sagte Stegner den LN weiter. Es müsse "von staatlicher Seite alles getant werden, um die Schuldigen zu finden".

LN

 

 

 

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