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Stormarn Steinburger wollen sich ihre Baupläne nicht ausreden lassen
Lokales Stormarn Steinburger wollen sich ihre Baupläne nicht ausreden lassen
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21:15 29.10.2013
„Ich finde es nicht in Ordnung, dass das Land so strikt eingreift.“ Heidi Hack, Bürgermeisterin

Es ist die größte Gemeinde im Amt Bad Oldesloe-Land und die Bewohner setzen auch künftig auf Zuwachs. Wenn es nach dem Willen der neu gewählten Gemeindevertretung geht, sollte sich Steinburg mit seinen derzeit knapp 2500 Einwohnern in größerem Maße weiterentwickeln dürfen. Das deckt sich nicht unbedingt mit den Zielen der Landesregierung. Denn laut den Vorgaben aus Kiel wird allenfalls hamburgnahen Kommunen wie etwa Bargteheide, die Chance auf nachhaltigen Zuwachs eingeräumt.

Bürgermeisterin Heidi Hack will hingegen nichts unversucht lassen, um diese Festlegung zu brechen. Sie möchte erreichen, dass Steinburg ebenso den Status eines ländlichen Zentralortes verliehen bekommt wie die Gemeinde Sandesneben im Nachbarkreis Herzogtum Lauenburg. „Wir haben alles, was man so braucht: Schule, Lebensmittelmarkt, Allgemeinmediziner, Zahnarzt, Pflegedienst und künftig auch eine Kita mit Betreuung für Kinder unter drei Jahren“, sagt Hack. Insofern erfülle die Gemeinde durchaus die Aufgabe, das Umland mit der nötigen Infrastruktur zu versorgen. Der Titel Zentralort berge zahlreiche Vorteile. Nicht nur, dass in diesem Fall höhere Zuweisungen vom Land fließen, eine solche Kommune sei in der Planung freier, insbesondere bei der Ansiedlung von Gewerbe.

Doch bevor dieses Langzeitziel erreicht ist, will die Gemeindevertretung gewissermaßen kleine Brötchen backen und ausloten, wie die derzeit gewährten Landesvorgaben maximal ausgeschöpft werden können. Dazu hatte Hack unlängst alle Einwohner eingeladen, um mit ihnen über die Siedlungsentwicklung in Steinburg zu sprechen. In diesem Zusammenhang legte sie dar, welchen Beschränkungen Bauwillige derzeit unterliegen. „Zurzeit können nur Grundstücke, die zum Innenbereich der Gemeinde gehören bebaut werden“, sagt sie. Als erstes komme da die Schließung von Lücken in Frage. Um zu wissen, wieviel Potential Steinburg diesbezüglich habe, müsse zunächst ein Kataster angelegt werden.

Möglichkeiten, Wohnraum zu schaffen, gebe es demnach in Mollhagen noch am Gärtnerweg oder an der Hauptstraße zur Twiete hin. In Eichede ließen sich per Abrundungssatzung noch ein oder zwei Grundstücke hinzugewinnen. Nicht zuletzt könne man in Sprenge eine Lücke zwischen zwei Hofflächen schließen.

Doch ganz nach eigenem Gusto kann die Gemeinde auch im Innenbereich nicht agieren. Wie auf der Einwohnerversammlung dargelegt wurde, hat die Landesregierung die Anzahl der Wohneinheiten, die zwischen 2010 und 2025 in Steinburg neu geschaffen werden, auf 160 limitiert. Da in den vergangenen drei Jahren bereits größere Bauprojekte verwirklicht wurden, ist die Anzahl der Wohnungen inzwischen auf 87 geschrumpft.

„Wir müssen uns jetzt auf jeden Fall darüber im Klaren werden, wie wir weiter vorgehen wollen“, sagt Heidi Hack. Ihrzufolge muss nun ermittelt werden, wie viele Baugebiete unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch möglich sind. Hinzu kommen die Fragen, ob dem Bauen in zweiter Reihe der Vorzug gegeben werden soll oder lieber dem Lückenschluss. Einig waren sich wohl Vertreter von Amtsverwaltung und Gemeinde darüber, dass künftig vorrangig im Ortsteil Mollhagen gebaut werden soll.

Heidi Hack will sich aber mit dem jetzt zugebilligten Kontingent an Wohnraum nicht zufrieden geben. „Dass es eine Regelung geben muss, ist klar. Ich finde es nicht in Ordnung, dass das Land so strikt eingreift.“, sagt sie. „Auf diese Weise werden die Gemeinden kaputt gemacht.“

Dorothea von Dahlen

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