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Stormarn Stephan Bierkandt: Die Autobahn war sein Revier
Lokales Stormarn Stephan Bierkandt: Die Autobahn war sein Revier
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20:15 24.10.2013
Stephan Bierkandt geht nach über 43 Jahren in den Ruhestand. Quelle: jeb
Rethwischfeld

Seit September 1970 ist Stephan Bierkandt (60) im Dienst der Landespolizei. Seit dem 1. Oktober 1973 verrichtet er seinen Dienst bei der Autobahnpolizei an der A 1 in Rethwischfeld. Ende November geht der Oberkommissar mit der sonoren Stimme in den Ruhestand. Damit geht eine Ära zu Ende, denn Bierkandt ist einer der dienstältesten Beamten bei der Autobahnpolizei.

Nicht nur bei seinen Kolleginnen und Kollegen ist Bierkandt ein geschätzter Kollege, auch seine Vorgesetzten sind voll des Lobes über ihn. Detlef Kuhtal war der erste Chef der eigenständigen Dienststelle „Autobahnrevier Bad Oldesloe“, die bis dahin nur ein Stützpunkt der Verkehrsüberwachung Neumünster war. Bierkandt hatte da seine Ausbildung in Eutin bereits abgeschlossen und erste Erfahrungen im Polizeidienst beim 8. Revier in Kiel und im Bäderdienst in Neustadt und Pelzerhaken gesammelt.

Mit 20 Kollegen von der Bereitschaftspolizei wurde er zur neuen Dienststelle versetzt und machte fortan Dienst auf der Autobahn1. „Ich habe damals alles gemacht, was an Arbeit anfiel, bin dann auf dem ersten Videowagen gefahren und wurde 1991 Dienstgruppenleiter“, erzählt Oberkommissar Bierkandt. Seitdem sitzt er fast nur noch in der Wache im Steinkamp in Rethwischfeld und fährt nur noch selten auf Streife.

Kollegen wie Reimund Hagen, die mit Bierkandt zusammenarbeiten, bezeichnen ihn als einen außerordentlich fachkundigen Kollegen, der stets ruhig und besonnen ist. Ex-Chef Kuhtal schätzte die große Übersicht, das Verantwortungsbewusstsein und die Ruhe, die Bierkandt selbst in schwierigsten Situationen stets beweist. Helmut Thran, der auf Kuhtal als Dienststellenleiter folgte, bezeichnete den Oberkommissar als einen fachlich kompetenten Beamten, der sich stets für die Belange, gerade der neuen und jungen Kolleginnen und Kollegen einsetzt. Der heutige Chef der Dienststelle, Georg Ruge, schätzt an Bierkandt die Übersicht, die der erfahrene Dienstgruppenleiter stets behält. „Er verliert nie den Faden“, so Ruge.

Bierkandt, der auch kurz vor seiner Pensionierung immer noch Polizist mit Leib und Seele ist, hatte in den vielen Jahren auch so manch schwierige Situation zu lösen. An den wohl schlimmsten Einsatz erinnert sich der Oberkommissar noch heute. „Es war Sonntag, der 5. Dezember 1999. Eigentlich sollte es ein ruhiger Dienst sein. Doch dann gab es morgens gegen 9.50 Uhr am Autobahnkreuz Bargteheide einen Unfall, bei dem drei kleine Kinder ums Leben kamen und die Eltern schwer verletzt wurden. Das beschäftigte uns nicht nur den ganzen Tag, sondern noch viel länger“, erzählt Bierkandt. Gerade wenn Kinder beteiligt seien, sei das immer viel belastender als bei anderen Einsätzen.

Die Zeit nach der Polizei ist bisher nur zum Teil verplant. Bierkandt will auf alle Fälle täglich zwei Stunden Tennis spielen, will eventuell mit Golf anfangen. Und er möchte mit seiner Frau Ulrike, mit der er seit 38 Jahren verheiratet ist, einmal an die Westküste der USA reisen.

Jens Burmester

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