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Stormarn Sterneköche und norddeutsche Aromen
Lokales Stormarn Sterneköche und norddeutsche Aromen
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23:16 19.09.2016
Der Amrumer Gunnar Hesse kocht am liebsten mit regionalen Produkten.

Sterneköche, regionale Spezialitäten und mitreißende Musik – die 170 Gäste, die am Sonntag ins Park Hotel Ahrensburg gereist waren, erlebten einen Genussabend auf höchstem Niveau. „Zum Jubiläum haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht“, sagte der Präsident des Schleswig-Holstein Gourmet Festivals Klaus-Peter Willhöft. Zur Auftaktveranstaltung habe man erstmals nur hervorragende Köche aus dem Norden geholt. „Wir stellen ganz bewusst nur unsere eigenen Herdchampions vor und zeigen, wie gut sie ausgebildet sind und was sie in den vergangenen Jahren – auch von ihren Gastköchen – gelernt haben.“

30 Jahre Genuss beim Schleswig-Holstein Gourmet Festival – das Jubiläum wurde am Sonntag im Park Hotel Ahrensburg groß gefeiert – sechs Spitzenköche verwöhnten 170 Gäste.

Einer von ihnen ist Lutz Niemann aus der Orangerie im Maritim Seehotel in Timmendorfer Strand. Seit 23 Jahren ist der Sternekoch beim Festival dabei. Zum Auftakt verwöhnte er die Gäste in Ahrensburg mit zartem Kalbsfilet und geschmorter Haxe mit dreierlei Bohnen. Seine Veranstaltungen in der Orangerie sind in jedem Jahr als erstes ausgebucht, denn bei Niemann ist alljährlich einer der ganz großen deutschen Köche zu Gast: Harald Wohlfahrt, Drei-Sterne-Maitre aus der Schwarzwaldstube in Baiersbronn. „Was ich von Wohlfahrt gelernt habe, ist Präzision und Durchhaltevermögen. Sich jeden Tag aufs Neue den Aufgaben zu stellen und mit Spaß und Freude an die Arbeit zu gehen“, erzählte Niemann den Gästen.

Gunnar Hesse aus dem Hotel Seeblick auf Amrum konnte seine Leidenschaft für regionale Produkte ausleben. „Ich habe schon im Frühjahr begonnen, mich auf diesen Abend vorzubereiten“, berichtete der Koch, der seit vielen Jahren auch beim Feinheimisch e.V. ist. Im April habe er Löwenzahnblütendolden gesammelt und gestern noch Pilze. All das für seine Vorspeise: Pastrami vom Schleswiger Galloway mit Wildauster und Amrumer Kräutern. „70 Prozent meiner Produkte kommen inzwischen aus Schleswig-Holstein“, verriet der Koch, der bei Jörg Müller auf Sylt gelernt hat.

Mund auf, Augen zu und genießen. „Das ist ja spektakulär!“, schwärmte Torsten Biege verzückt, während er sich „Holsteiner Herbstfrüchte“ auf der Zunge zergehen ließ. Matthias Gfrörer aus der Gutsküche Wulksfelde und Marc Ostermann aus dem Rolin im Pinneberger Hotel Cap Polonio hatten den Gang aus Edelpilzen, Hokkaidokürbis und gestovtem Wurzelgemüse kreiert. „Einfach großartig, was man aus Gemüse machen kann“, meinte Biege begeistert.

Während die Gäste im Saal die vegetarische Köstlichkeit genossen, war die Küche bereits am Vorbereiten des Fischganges des gebürtigen Kielers Nils Henkel. „Eismeersaibling auf Krabben-Dillsud mit Saiblingskaviar und fermentiertem Fenchel habe ich mir ausgedacht“, sagte der Küchenchef, der bereits mit 3 Michelin-Sternen dekoriert war und derzeit ein Sabbatjahr macht.

Höchste Konzentration war angesagt, jeder Handgriff saß. An einer Station wurde Fenchel auf die Teller gegeben, an der nächsten folgten Krabben, Dillsud, schließlich der rosa Saibling, Henkel übernahm die Endkontrolle. Über allem wachte Bankettleiterin Jeanett Krauel, die zwischen Küche und Service koordinierte. „Das nächste Team“, lautete ihre kurze Anweisung, und schon standen die Damen und Herren bereit, um die Teller entgegen zu nehmen und dem Gast heiß zu servieren. Perfekt organisiert sorgten Gastköche und Mitarbeiter des Park Hotels dafür, dass bei der Auftaktveranstaltung alles wie am Schnürchen klappte.

Zum Abschluss präsentierten die Köche im Foyer ihre Dessert-Variationen. Dazu gab es Gute-Laune-Musik von Tätärä, einer mobilen Band mit Trompeten, Posaunen, Tuba und Saxophon. „I feel good“ spielten sie – was gibt es da noch mehr zu sagen.

 Britta Matzen

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