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Stormarn Störche bleiben dem Kreis Stormarn treu
Lokales Stormarn Störche bleiben dem Kreis Stormarn treu
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22:04 20.05.2016
Dieser Storch ist auf Nahrungssuche auf einem frisch gepflügten Acker unterwegs, um Würmer und anderes Getier zu fangen. Quelle: von Dahlen

Die anhaltende Kälte hat in diesem Jahr wieder vielen Störchen die Heimkehr in nördliche Gefilde erschwert. Insbesondere für die sogenannten Ostzieher sind solche klimatischen Bedingungen sehr Kräfte zehrend, da sie den Bosporus überqueren müssen und dabei die sonst im Binnenland herrschende Thermik nicht für die Fortbewegung nutzen können. Erstaunlich ist da, wie viele Adebare es in diesem Frühjahr in den Kreis Stormarn geschafft haben. Die beim Nabu aktiven Storchenbetreuer Andreas Hack und Kerstin Kommer melden zwar keine Rekordzahlen. Doch ihre Zählungen geben zunächst keinen Grund zur Klage.

Demnach sind die ersten Störche in diesem Jahr schon am 8. Februar auf ihre Horste eingeschwebt. Sie dürften inzwischen schon Nachwuchs haben. Aus dem Kreise der Ostzieher dagegen trafen vor wenigen Tagen die letzten Störche ein. Laut Andreas Hack haben sich Storchenpaare auf den Horsten in Wiemerskamp und in Hammoor erst vor ein paar Tagen häuslich eingerichtet. Auch sie kehrten über die östliche Route zurück.

Sind anderenorts fast nur Singles in den Nestern, so kann Stormarn bislang 27 Paare vorweisen und damit eines der besten Ergebnisse seit der Erfassung des Storchenbestands seit 1971. Im Vorjahr waren es übrigens 28 Paare. „Diese Entwicklung widerspricht dem Trend in anderen Regionen, in denen häufig nur ein Storch ein Nest besetzt hat“, sagt Andreas Hack.

Zudem kann der Storchenbetreuer auch von einigen Neuansiedlungen im Kreis berichten. Im Fischbeker Ortsteil Mönkenbrook etwa ließen sich erstmals Adebare nieder. Das Paar hat einen Mast mit Nistunterlage in Sichtweite des dortigen Hofcafés bezogen. Nach zwei Jahren Karenzzeit kehrten auch nach Wiemerskamp wieder Störche zurück.

Ärger gibt es indes immer wieder mit Nilgänsen, die den Störchen die Horste streitig machen. In Stemwarde etwa hatte erneut ein Nilganspaar das Storchennest besetzt und eine Brut begonnen, was zum Streit mit den rückkehrenden Störchen führte. Die Anwohner bauten für die Nilgänse einen etwas kleineren Ersatzmast und ließen sie umziehen. Diese Aktion war von Erfolg gekrönt: Nilgänse und Störche brüteten in friedlicher Nachbarschaft. „Das ist leider ein eher seltener Fall, weil die Nilgänse ihr Revier in der Regel aggressiv verteidigen“, weiß Andreas Hack zu berichten.

Bis auf die Nester in Neritz, Klein Schenkenberg und Tangstedt sind alle anderen im Kreis wieder von einem Brutpaar bezogen worden. Auch das Storchendorf Bargfeld-Stegen macht seinem Namen wieder alle Ehre: Dort sind erneut alle sechs Nester besetzt.

Ob es tatsächlich ein gutes Storchenjahr wird in Stormarn, muss sich allerdings erst beweisen. Denn noch ist nicht gesagt, dass das Brutgeschäft positiv verläuft und nicht so viele Verluste beim Nachwuchs zu beklagen sind.

 dvd

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