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Störche in Sprenge trotzen der Nässe

Sprenge Störche in Sprenge trotzen der Nässe

Betreuer ziehen Bilanz: Viele andere Jungtiere im Kreis Stormarn überlebten den Dauerregen im Juni nicht.

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Die Storchen-Drillinge auf dem Horst in Sprenge gymnastizieren schon ihre Flügel, um bald erste Flugversuche zu unternehmen. Fotos (2): von Dahlen

Sprenge. Die Fernbedienung bleibt unberührt, wenn Matthias Hack den Feierabend einläutet. Statt dessen greift er zum Fernglas und gönnt sich ein Naturschauspiel, das seinesgleichen sucht. Er ist unmittelbarer Anwohner des Storchenhorstes in Sprenge und hat somit den besten Ausblick auf die gefiederte Familie, die sich dort niedergelassen hat. Drei Junge sind diesem Jahr geschlüpft. Sie starten inzwischen ihre erste Flugversuche und tanken dafür reichlich „Kraftstoff“, den ihre Eltern nicht müde werden, herbeizuschaffen. „Die Kleinen betteln dann regelrecht um Futter“, berichtet Matthias Hack.

LN-Bild

Betreuer ziehen Bilanz: Viele andere Jungtiere im Kreis Stormarn überlebten den Dauerregen im Juni nicht.

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In anderen Nestern im Kreis Stormarn geht es dagegen nicht so lebhaft zu. Denn die kalt-nasse Witterung hat den Adebaren in diesem Jahr mächtig zugesetzt. Konnten die beiden Storchenbetreuer noch im Frühjahr melden, dass Stormarn im Verhältnis zu anderen Regionen in Schleswig-Holstein keinen Einbruch des Bestandes zu verzeichnen hatte, so müssen Kerstin Kommer und Andreas Hack jetzt düstere Töne anstimmen. Im sonst so reich mit Nachwuchs gesegneten Storchendorf in Bargfeld-Stegen etwa überlebten in drei Nestern, die jeweils mit drei und einmal vier Jungen besetzt waren, nur zwei. Den Titel hat der Ort damit aber nicht verloren, da sich insgesamt sechs Paare in Bargfeld-Stegen niedergelassen hatten. Totalverluste wegen des Dauerregens im Juni gab es in Lasbek-Dorf und Grönwohld.

„Die Vorstellung, dass die Jungstörche bei Dauerregen in ihren Horsten ertrinken, ist falsch. Dazu kann es nicht kommen, weil wir die Nester jedes Jahr von verdichtetem Material reinigen“, erklärt Andreas Hack. Das Sterben vieler Jungvögel liege darin begründet, dass sie in den ersten vier bis sechs Lebenswochen noch kein festes Federkleid tragen. Die leichten Daunen böten ihnen keinen richtigen Schutz vor Kälte und Nässe. Hinzu komme, dass sie schon so groß seien, dass die Eltern sie nicht mehr hudern könnten.

Während die Besiedlung der Stormarner Horste mit 29 Paaren fast den Höchststand von vor 30 Jahren erreichte, müssen Kerstin Kommer und Andreas Hack Abstriche bei der Brutstatistik einräumen.

Abgesehen von den ungünstigen Witterungsverhältnissen haben nur 20 Paare überhaupt gebrütet. „Einige Störche sind so spät aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt, dass es schon zu spät zum Brüten war“, erläutert Kerstin Kommer. Eine Ausnahme habe es in Brunsbek-Langelohe gegeben. Dort seien die Altstörche erst in der letzten Maiwoche eingetroffen und hätten dennoch ein Junges aufgezogen.

Normalerweise sei Anfang Mai der letzte Termin für das Brutgeschäft.

„Erfreulich ist, dass in diesem Jahr drei neue Standorte bezogen wurden“, berichtet Andreas Hack. In Mönkenbrook bei Fischbek etwa sei erstmals ein Horst aufgestellt und gleich mit Erfolg bebrütet worden. Auf Anhieb seien drei Junge geschlüpft und gut durch die Schlechtwetterperiode gekommen. Auch Nester in Klein Hansdorf und dem Hof Kneeden bei Bad Oldesloe seien von Störchen gut angenommen worden, wobei es dort noch keine Jungen gegeben habe.

Probleme gibt es den Betreuern zufolge alljährlich mit Nilgänsen, die zu den Neozoen gehören, da sie aus subtropischen Gebieten eingewandert sind und in direkter Konkurrenz zum heimischen Adebar stehen. „Sie brüten nicht auf dem Boden wie Gänse sonst, sondern in Bäumen. Zudem überwintern sie hier und verteidigen die Nester, in denen sie sich niedergelassen haben, sehr aggressiv“, erklärt Hack. In Stemwarde etwa hätten die Nilgänse erneut den Horst besetzt, obgleich er mit einem Gitter versehen war. Einige Dorfbewohner hätten daraufhin einen kleineren Mast in der Nähe aufgestellt und das Gelege der Gänse mit neun Jungen darauf ausquartiert. Diese Aktion sei von Erfolg gekrönt gewesen. „Die Jungen schwimmen inzwischen im Regenrückhaltebecken“, erzählt der Storchenbetreuer.

Erhalt des Storchenbestandes kritisch

Nur 39 Jungstörche gibt es dieses Jahr im Kreis Stormarn, im Vorjahr waren es noch 53. Der für den Erhalt des Bestandes notwendige Durchschnitt von 1,7 Jungen pro Horstpaar wurde deshalb mit 1,3 Jungen deutlich unterschritten.

Ohne Nachwuchs sind die Standorte Bad Oldesloer Kneeden, Klein Hansdorf, Grönwohld, Lasbek-Dorf, Trittau, Rohlfshagen, Wiemerskamp sowie in zwei Nestern auf dem Bargfeld-Stegener Mittelweg – im dritten Nest haben zwei Jungstörche überlebt. Jeweils ein Junges gibt es in Bargfeld-Stegen Tonnenteich, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe, Bargfeld-Stegen Elmenhorster Straße, Groß

Barnitz, Heilshoop, Langelohe, Rethwischfeld und Seefeld. Über zwei Junge freut man sich in Klein Wesenberg, Sühlen, Tremsbüttel und Westerau, über Drillinge in Fischbek, Mollhagen, Papendorf, Sprenge, Stemwarde, Tangstedt und Todendorf.

Am Mangel an Nahrung hat es in diesem Jahr definitiv nicht gelegen. Das durchwachsene Wetter bescherte den Störchen einen reich „gedeckten Tisch“, aber auch Kälte und Regen.

Dorothea von Dahlen

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