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Stormarn Stormaner Kulturpreis für Lucia Schoop
Lokales Stormarn Stormaner Kulturpreis für Lucia Schoop
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00:00 19.10.2012
Stormarn

Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht. „Ich freue mich total“, sagt Lucia Schoop. Am Dienstag habe sie von der Auszeichnung erfahren. „Und ich bin heute noch ganz aufgeregt“, gesteht die Künstlerin. „Ich hätte nie damit gerechnet. Ich habe meine Bewerbung am letzten Tag kurz vor Sechs in den Briefkasten geworfen. Und nun das“, freut sie sich über die Anerkennung ihrer künstlerischen Arbeit.Die Konkurrenz war groß: „Rund dreißig Bewerbungen sind bei mir eingegangen“, berichtet Kreiskulturreferentin Friederike Daugelat. „Durch die interdisziplinäre Ausschreibung war eine große Bandbreite vertreten. Etwa die Hälfte der Einsendungen kam aus dem Bereich der bildenden Kunst, es waren aber auch einige literarische Arbeiten vertreten ebenso wie Beiträge aus Musik, Fotografie, Medien- und angewandter Kunst.“ Lucia Schoop konnte sich mit ihrer Idee schließlich gegen zwei weitere Finalisten durchsetzen: Ihr Konzept für eine Installation aus Holzschnitten, Faltobjekten und Briefen, das sich mit der Flüchtlingsbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg auseinandersetzt, überzeugte die Jury aufgrund seiner hohen künstlerischen Qualität.

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Drei Fragen an Lucia Schoop

Die Künstlerin, die ihre Arbeitsstätte im Atelierhaus an der Trittauer Wassermühle hat, setzt sich in ihrer preisgekrönten Arbeit mit einem speziellen Aspekt der Stormarner Geschichte auseinander. „Schleswig-Holstein wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zu dem Land in Westdeutschland, in das die meisten Flüchtlinge kamen. Großhansdorf war der Ort, der die meisten Flüchtlinge im Verhältnis zu den Einwohnern aufnahm“, beschreibt Lucia Schoop ihren Ansatz. „Da die Flüchtlinge einen Großteil der Bevölkerung stellen und in Stormarn ihre neue Heimat gefunden haben, liegt es mir am Herzen, diese Thematik künstlerisch umzusetzen.“ Das Konzept der Preisträgerin umfasst verschiedene Arbeitschritte. Zum einen setzt Lucia Schoop persönliche Familienfotografien aus dem Freundes- und Bekanntenkreis in Holzschnitte um. Diese zeigen verlorene Heimaten und Identitäten. Zum anderen arbeitet die Künstlerin mit alten Landkarten, die sie ebenfalls in Holzschnitten gestaltet, aus denen sie aber gleichzeitig auch große Bodenobjekte formt in Gestalt des Kinderspiels „Himmel und Hölle“. „Heimat kann eben beides sein“, findet die 63-Jährige, die sich im Kunstkreis Bargteheide sowie in der Stormarner Künstlerinitiative engagiert. Ein letzter Arbeitsschritt beschäftigt sich mit früheren Adressen von Stormarner Bürgern, die heute im Grunde nicht mehr existieren. „Von Deutschland aus haben Freunde und Bekannte Einschreiben an ihre alten Heimatadressen geschickt“, erzählt Lucia Schoop. „Das Zuhause in der Zeit vor 1945, die einstige Heimat, ist jedoch nicht mehr so existent, wie sie sie in der Erinnerung behalten haben. Die Briefe werden also zurückkommen. In die neue Heimat – nach Stormarn.“Die Siegerarbeit von Lucia Schoop wird in Auszügen bei der Preisverleihung am Mittwoch, 14. November, um 19 Uhr im Schloss Reinbek gezeigt. Auch die Beiträge der beiden anderen Finalisten – der Kurzfilm „Heimatgedanken“ von Bianca Hobusch sowie das Fotobuch des Künstlerpaares Michaela Wendland und Michael Jöhnk – werden vorgestellt. Die Veranstaltung ist öffentlich. Mehr zur Preisträgerin im Internet unter www.luciaschoop.de.

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