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21:50 03.01.2018
Bad Oldesloe

Die Zahl arbeitsloser Menschen hat in Stormarn im Dezember zugenommen und beträgt jetzt 4176. Dies sind 107 mehr als im Vormonat, und die Quote steigt damit um 0,1 Prozentpunkt. Vor einem Jahr lag die Zahl bei 3,4 Prozent. „Die Zunahme der Arbeitslosigkeit zum Jahresende ist saisonal üblich. Beschäftigte aus den Außenberufen wie zum Beispiel aus dem Baubereich oder dem Garten- und Landschaftsbau haben sich jetzt arbeitslos gemeldet. Wegen des relativ milden Dezembers fällt der Anstieg zum Vormonat insgesamt moderat aus. Im Vergleich zum Vorjahresmonat besteht der positive Trend fort, die Arbeitslosigkeit liegt weiterhin deutlich unter den Vorjahreswerten“, erklärt Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe.

Und Stormarn ist nicht nur Spitzenreiter in Schleswig-Holstein geblieben. In Norddeutschland gehört der Kreis weiterhin zu den Top Drei. Nur zwei Kreise in Niedersachsen haben noch eine geringere Arbeitslosenquote im Dezember: Emsland mit 2,6 Prozent und Osnabrück-Land mit 3,1 Prozent.

Die Agenturchefin zieht eine positive Bilanz für die Entwicklung des Arbeitsmarktes im vergangenen Jahr. „Im Durchschnitt waren im Kreis Stormarn 4362 Menschen auf Beschäftigungssuche und damit 197 weniger als noch 2016. Dadurch sank die Arbeitslosenquote 2017 im Jahresdurchschnitt von zuvor 3,6 Prozent auf 3,4 Prozent. Sie lag ganzjährig deutlich unter vier Prozent“, so Heike Grote-Seifert.

Die Zahl der Arbeitslosen ging nach unten, und die Zahl der offenen sozialversicherungspflichtigen Stellen ist dagegen auf einen Höchstwert gestiegen. Sie lag bei durchschnittlich 1990 im vergangenen Jahr – und das waren 355 oder gut 22 Prozent mehr als noch 2016. „Die Unternehmen haben Aufträge und suchen Personal. Es fällt ihnen aber immer schwerer, bei abnehmender Arbeitslosigkeit neue geeignete Mitarbeiter zu finden. Sie suchen länger, bevor sie ihre Stellen besetzen können“, erklärt die Chefin der Oldesloer Arbeitsagentur. Insbesondere bei den Fachkräften mache sich dies bemerkbar – Wirtschaftsverbände weisen darauf hin, dass bundesweit zurzeit rund 1,1 Millionen Fachkräfte fehlten. „Für 70 Prozent der Stellen werden ausgebildete Mitarbeiter gesucht. Deshalb werden wir auch im kommenden Jahr weiter in Qualifizierung investieren. Mit Aus- und Weiterbildungsangeboten wollen wir die Chancen An- und Ungelernter am Arbeitsmarkt verbessern“, erläutert Heike Grote-Seifert.

Die meisten neuen Mitarbeiter werden in Stormarn derzeit von Unternehmen im Bereich Handel, Gesundheits- und Sozialwesen, verarbeitendes Gewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung gesucht. Die Statistik der Arbeitsagentur listet für den Dezember etwas mehr als 2000 offene Stellen auf.

Von dem anhaltenden Wirtschaftsboom profitieren offensichtlich nicht nur Betriebe dank voller Auftragsbücher sowie Mitarbeiter, die Jobs suchen. Oliver Maschmann, Vertriebsleiter der Volksbank Stormarn, weist auf ein erhebliches Wachstum im Kreditbereich hin. Im vergangenen Jahr hätten sich vor allem Unternehmen aus der Region mit frischem Geld für Investitionen versorgt. „Das ist ein Indikator für ein stabiles Wachstum. Und ich gehe davon aus, dass es auch in diesem Jahr so weitergeht“, sagt Oliver Maschmann.

Von einer positiven Entwicklung angesichts der anhaltend hohen Nachfrage bei Fachkräften geht auch die Agenturchefin aus: „Eine Herausforderung ist und bleibt die Ausbildung und Qualifizierung von Mitarbeitern, die in fast allen Bereichen im Kreis Stormarn gesucht werden.“ Außerdem rechnet Heike Grote-Seifert mit deutlich mehr geflüchteten Menschen, die in den Arbeitsmarkt integriert werden müssten. Viele beendeten in den nächsten Monaten ihre Sprachkurse ab und meldeten sich dann arbeitslos.

Blick in die Region: Eine erfreuliche Entwicklung

In allen Teilen des Kreises macht sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit bemerkbar. Vor allem im Hamburger Randgebiet herrscht weiterhin Vollbeschäftigung. Die Geschäftsstelle Ahrensburg der Agentur für Arbeit registriert im Dezember eine Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent – im Vormonat waren es 2,6 Prozent und vor einem Jahr drei Prozent. Im Bereich Reinbek liegt die aktuelle Zahl bei 3,2 Prozent, im November bei 3,1 Prozent und im Dezember 2016 bei 3,3 Prozent.

Einen positiven Trend registriert auch die Geschäftsstelle Bad Oldesloe – und damit der nördliche Teil des Kreises. Hier sind aktuell 3,9 Prozent der Männer und Frauen ohne Job. Im November waren es 3,8 Prozent und vor einem Jahr vier Prozent.

 Michael Thormählen

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