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20:41 25.10.2016
Stellten den Gesundheitsreport vor: Jörg Stelter (v.l.), Hans-Werner Harmuth, Henning Görtz und Springer-Betriebsarzt Dr. Bernd Hanke.
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Die Ergebnisse

Der Krankenstand in Stormarn lag mit 3,8 Prozent in 2015 leicht unter dem Landesniveau von vier Prozent und blieb damit gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 38 krank geschrieben. Zu diesem Ergebnis kommt der DAK-Gesundheitsreport 2016, der gestern in Ahrensburg vorgestellt wurde. Der höchste Krankenstand in Schleswig-Holstein wurde danach mit 4,5 Prozent in den Kreisen Plön und Ostholstein verzeichnet, der niedrigste mit 3,7 Prozent in Neumünster. „Für den Report werten wir die Ausfalltage unserer Versicherten in der Region aus“, erklärte Hans-Werner Harmuth, Chef der DAK-Gesundheit im Kreis. „Dazu kommen repräsentative Umfragen in der Bevölkerung.“

An der Spitze der Ursachen für Ausfalltage stehen laut Report mit 21,8 Prozent Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenschmerzen. Bei den psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angsterkrankungen lässt sich mit 19,3 Prozent ein Rückgang um fast zehn Prozent feststellen. Platz drei belegen mit einem Anstieg um knapp 27 Prozent die Atemwegserkrankungen. „2015 hat es bei uns eine Erkältungswelle gegeben“, erklärte Harmuth den Anstieg. Um 15 Prozent zurück gingen dagegen die Fehlzeiten aufgrund von Verletzungen oder Vergiftungen. 3,6 Prozent Langzeiterkrankungen sind zudem für 42,9 Prozent aller Fehltage verantwortlich.

Frauen sind hier stärker betroffen als Männer, denn der DAK-Gesundheitsreport hat auch die Krankheitsunterschiede von Frauen und Männern im Kreis untersucht. „Frauen fehlen häufiger als Männer“, sagte Harmuth, „in Stormarn waren ihre Fehlzeiten im zurückliegenden Jahr 22 Prozent höher als die der Männer.“ Während Frauen häufiger durch Krebserkrankungen und Depressionen zu Langzeitkranken würden, seien es bei Männern vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die für lange Fehlzeiten sorgten. „Ein Grund ist, dass Brustkrebs bei Frauen meist noch in der Zeit des Erwerbslebens auftritt, während Prostatakrebs bei Männern erst später zu beobachten ist“, erklärte Harmuth. Außerdem seien Männer Vorsorgemuffel, die seltener zum Arzt gingen, so dass es keine Früherkennung gebe. Obwohl Frauen häufiger krank seien als Männer, gingen sie öfter trotz Krankheit weiter zur Arbeit. „Das nennt man Präsentismus“, so Harmuth. „Jede vierte Frau in Schleswig-Holstein hat außerdem angegeben, sich krank gemeldet zu haben, weil ein Kind krank war.“ Bei den Männern hätten das nur 6,9 Prozent getan. „Jedem Ehepartner stehen im Jahr jeweils zehn Tage für die Betreuung von kranken Kindern zu.“

Mit dem Gesundheitsreport will die Krankenkasse auch Unternehmen Impulse für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement geben. Wichtig sei eine möglichst schnelle Zurückführung in den Arbeitsplatz. „Wer länger als drei Monate krank ist, ist schwer wieder an die Arbeit heran zu führen“, weiß Dr. Bernd Hanke, Betriebsarzt bei Springer in Ahrensburg. Um zu helfen, schneller Termine beim Facharzt zu bekommen, gibt es bei der DAK seit kurzem eine medizinische Beratung für die Versicherten per Videochat. „Hier beraten Ärzte aller Fachrichtungen kostenlos und geben eine erste medizinische Beratung“, sagte Harmuth. Zusätzlich könnten die Versicherten ein neues Angebot zu psychischen Erkrankungen nutzen. Hier würden schnell Facharzttermine vergeben und Betroffene nach einem verhaltenstherapeutischen Ansatz betreut.

„Die Gesundheit der Mitarbeiter ist für Stormarner Unternehmen wichtig“, betonte Landrat Henning Görtz. „Rücken und Psyche sind die Hauptursachen für Erkrankungen, da kann der Arbeitgeber etwas tun.“

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorge für Stressabbau und mache Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte attraktiv.

Datenquelle

des Reports zeigen laut Stormarns DAK-Chef Hans-Werner Harmuth, dass der Genderaspekt und damit die Geschlechterfrage auch in der Medizin eine große Rolle spielt. Als Datenquelle für den DAK-Gesundheitsreport diente eine Online-Befragung von Beschäftigten im Alter von 18 bis 65 Jahre. Dazu kommt eine Befragung von Experten, als dritter Baustein die Auswertung von Daten der DAK-Gesundheit und eine Literaturanalyse.

Bettina Albrod

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