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Stormarn „Stormarn hat so viel Potenzial“
Lokales Stormarn „Stormarn hat so viel Potenzial“
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19:02 26.10.2012
Stormarn

Bad Oldesloe – Gerade einmal zwei Jahre hat Dr. Friederike Daugelat als Kreiskulturreferentin für den Kreis Stormarn gearbeitet. Zwei Jahre, in denen die frühere und auch zukünftige Museumsleiterin die Kultur des Kreises belebt und die Kunstszene wachgeküsst hat. Zum 1. Januar kommenden Jahres wird Daugelat dem Ruf des Gustav-Lübcke-Museum nach Hamm folgen.

LN: Was haben Sie erreicht, was kann noch kommen?

Dr. Friederike Daugelat: Es wird noch ganz viel kommen. Die Kulturarbeit ist nicht zu Ende, nur weil ich gehe. Es gibt bereits Pläne für das kommende Jahr. Ich habe neue Veranstaltungsformate etabliert, darüber freue ich mich sehr: „Stormarn liest ein Buch“, die „Stormarner Kirchenmusiktage“, die große „Overbeck-Ausstellung“ mit 2500 Besuchern, ein eigenes Kulturlogo und den „Stormarner Kulturpreis“.

LN: Wie haben die Kulturschaffenden in Stormarn auf Sie reagiert?

Daugelat: Alles ist gut angenommen worden. Sowohl von den Kulturschaffenden als auch von der Bevölkerung. Mein Ziel war immer, mit der Kulturarbeit auf Kreisebene nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Veranstaltungen zu treten. Hier ist schon vieles von unten gewachsen, was jetzt gemeinsam inhaltlich gefüllt werden kann. Stormarn hat so viel Potenzial, ich ziehe eine positive Bilanz. In Stormarn gibt es einen ungewöhnlich großen Pool von Menschen, die sich für Kultur engagieren.

LN: Werden die auch unterstützt oder wird die Kultur in Stormarn stiefmütterlich behandelt?

Daugelat: Anfangs gab es kein Budget für Kultur. Die Politik zeigt sich aber sehr offen dafür, sie hat extra die Stelle des Kreiskulturreferenten geschaffen. Mein Vorgänger hatte noch das Kreisarchiv zusätzlich zu betreuen. Die Aufgabenfelder sind jetzt getrennt. Und im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft ’Stormarn kulturell stärken’ wurde die Stelle der Kulturvolontärin geschaffen. Zudem hat Stormarn viele Stiftungen, wie die Sparkassen-Kulturstiftung, die die Basis für eine verlässliche Kulturarbeit schaffen.

LN: Sie haben PR-Erfahrung, wie hat Ihnen das bei der Kulturarbeit in Stormarn geholfen?

Daugelat: PR kann Kultur nicht ersetzen, ist aber ein wichtiges Medium, um Kultur bekannt zu machen. Stormarn hat mit dem stilisierten Schwan jetzt ein Logo, das gibt der Kulturszene im Kreis ein Gesicht. So etwas schafft Aufmerksamkeit.

LN: Wo liegen Stärken der Kultur im Kreis? Wie sieht es mit neuen Projekten aus, beispielsweise der Einrichtung eines Kreismuseums?

Daugelat: Es gibt eine lebendige Museumsszene, die stark durch das Ehrenamt geprägt ist. Das sind neben Schloss Ahrensburg vor allem Heimatmuseen, aber auch Schloss Reinbek. Denkbar ist eine lange Nacht der Museen. Ein Kreismuseum wäre toll. Das ist eine Vision, an deren Umsetzung man arbeiten sollte. Dafür wäre vor allem eine eigene Sammlung nötig. In der Schublade liegen Pläne für eine Ausstellung im Mai zum Kirchentag in Hamburg. Der amerikanische Expressionist Clifford Holmead hat zu biblischen Themen gearbeitet. Wir zeigen Werke im Ahrensburger Marstall. Die Kirchenmusiktage sollen fortgesetzt werden, die Kulturschaffenden sollen durch eine Kulturkonferenz an einen Tisch gebracht werden. Wenzel Hablik soll im Zentrum der großen Ausstellung im kommenden Sommer stehen. Dabei gibt es eine Kooperation mit dem Museum in Itzehoe und ein Begleitprogramm an anderen Orten, wie Bad Oldesloe. Im September sollen sich die Ateliers zeitgenössischer Künstler des Kreises öffnen. 2014 kommen die Stormarner Kulturgeschichtstage zum Thema Stormarn und Dänemark. Und es gibt Pläne, ein verlängertes Filmwochenende mit Filmen anzubieten, die einen Bezug zum Kreis Stormarn haben. Das Konzept liegt in der Schublade.

LN: Dann hat ein Nachfolger ja gar nicht mehr viel zu tun. Auf Ihre Position sind mehr als 300 Bewerbungen eingegangen. Was muss ein Nachfolger mitbringen?

Daugelat: Die Stelle entwickelt sich immer weiter, es gibt ständig neue Ideen. Jetzt gibt es ein Gerüst. Mein Nachfolger sollte offen und kreativ sein für alles, auf Strömungen reagieren. Es ist ein gemeinschaftliches Amt, mit den Kulturschaffenden, der Politik und den Stiftungen.

LN: Bevor Sie nach Stormarn kamen, haben Sie das Overbeck-Museum in Bremen geleitet, jetzt zieht es sie wieder in ein Museum. Fällt Ihnen der Abschied schwer?

Daugelat: Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Es war eine aufregende und spannende Aufgabe, ich habe viel Bestätigung erfahren. Ich war allein ein Jahr lang unterwegs und habe die lebendige und vielfältige Kulturszene kennen gelernt. Das ist etwas ganz anderes, als ein Haus zu leiten. Ich freue mich auf die Kontinuität des Museums, das liegt mir.

Interview: Bettina Albrod und

Kerstin Kuhlmann-Schultz

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