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Stormarn Stormarn verleiht der Kultur neue Facetten
Lokales Stormarn Stormarn verleiht der Kultur neue Facetten
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20:46 13.11.2017
„Wir haben zu wenig für Kinder und Jugendliche gemacht.“Jörg Schumacher, Stiftungen
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Bad Oldesloe

Seit mittlerweile drei Jahren ist die bisherige Volontärsstelle unbesetzt geblieben. Diese Tätigkeit ist jetzt als Berufspraktikum wieder im Stellenplan der Kreisverwaltung aufgetaucht, wie der Fachbereichsleiter für Schule, Jugend und Kultur, Wilhelm Hegermann, erläutert. Der Kreis soll dabei die Sachkosten übernehmen und hier ist der Aufgabenbereich auch organisatorisch angesiedelt. Dabei spielen die Tarifverträge im öffentlichen Dienst eine Rolle. Für die Personalkosten ist die Arbeitsgemeinschaft verantwortlich, die aus der Sparkassen-Stiftung, der Sparkassen-Kulturstiftung sowie der Bürgerstiftung gebildet wurde.

Arbeiten jetzt im Oldesloer Kreishaus: Kulturreferentin Tanja Lütje (l.) mit Stephanie Brunsen. Quelle: Fotos: Thormählen/ln

Und Jörg Schumacher, Vorsitzender der drei Stiftungen, gab gestern bei der Vorstellung der neuen Mitarbeiterin auch ein wichtiges Ziel vor: „Wir wollen ein Feld schaffen für neue Aktivitäten.“

Stormarns Kulturreferentin Tanja Lütje wies auf ein aktuelles Projekt hin: Im Januar soll in Bad Oldesloe eine Familienausstellung eröffnet werden, bei der es im Wesentlichen um Literatur geht. „Wir werden dabei auch mit den Berufsschulen zusammenarbeiten, wollen aber noch keine Einzelheiten verraten“, sagte die Kulturreferentin.

Sicher ist dagegen, dass dieses Projekt von Stephanie Brunsen vorbereitet werden soll. Und die 28-Jährige scheint gerade für die kulturelle Arbeit mit jungen Leuten prädestiniert zu sein, hat sie doch in der Vergangenheit für ein Kindermuseum in der irischen Hauptstadt Dublin gewirkt oder im Lehmbruckmuseum in Duisburg pädagogische Projekte für arbeitssuchende Jugendliche entwickelt. „Mir ist es wichtig, Menschen zusammen zu bringen, zu unterhalten, zum Nachdenken anzuregen und Verständnis für einander zu entwickeln“, betonte die neue Praktikantin, die an Hochschulen in Mönchengladbach und Dortmund studierte. Sie soll zunächst für sechs Monate alle Facetten der Kulturarbeit kennenlernen und neue Impulse geben.

Tanja Lütje ist davon überzeugt, dass ihre Kollegin besondere Stärken als eine „großartige Kulturvermittlerin“ aufweise. Stephanie Brunsen hält es für wichtig, dass sich die Menschen auch im Kulturbereich mit der Region identifizieren könnten, in der sie lebten. Und da hat Jörg Schumacher in Stormarn ein Feld ausgemacht, das seiner Ansicht nach noch mehr beackert werden sollte: „Wir haben in der Vergangenheit zu wenig für Kinder und Jugendliche gemacht.“ Dieser Punkt besitze jedoch einen besonderen Stellenwert, um junge Leute verstärkt an Kultur und Bildung teilhaben zu lassen.

Es dürfe nicht nur ökonomische Überlegungen geben. „Dabei geht es um einen wesentlichen Bestandteil der Gesellschaft. Und wir müssen mehr tun“, forderte der Stiftungsvorsitzende.

Er wies auf die Nullzinspolitik in der Europäischen Union hin, die auch die Ertragslage von Stiftungen verschlechtere: „Von unserer Seite geht finanziell nichts mehr.“ Jörg Schumacher äußerte deshalb „die indirekte Hoffnung“, dass vom Kreis eventuell mehr kommen könnte. Je besser die inhaltliche Arbeit sei, desto größer werde sicherlich auch die Bereitschaft der Kreistagsabgeordneten, mehr Geld im Haushalt für diese Aufgabe zu bewilligen. Er geht davon aus, das Leistungsangebot im Kreis Stormarn könne auf jeden Fall aufrechte erhalten werden: „In den Stiftungen sind ja auch die Aufsichtsräte dieser Meinung, die zu einem Teil dem Kreistag angehören.“

Wilhelm Hegermann bewertete die Einrichtung der neuen Praktikantenstelle in der Kreisverwaltung als einen positiven Schritt: „Sicherlich ist noch vieles wünschenswert. Dabei geht es um eine politische Diskussion und um Entscheidungen in der Politik.“ Der Kultur- Fachbereichsleiter erinnerte an die vielen Veranstaltungen im Rahmen des Kreisjubiläums – Stormarn wurde vor 150 Jahren gegründet: „Das wäre vor einigen Jahren noch nicht denkbar gewesen und hat zu einer neuen Bewertung der Kulturarbeit geführt.“

Von Michael Thormählen

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