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Lokales Stormarn Stormarn will neue Rettungsleitstelle bauen
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21:58 08.03.2018
Einsatzsachbearbeiter Marc Stelzner an einem der Arbeitsplätze in der Leitstelle. Mittlerweile sind dort schon mehr als 30 Personen tätig. Quelle: Fotos: Jeb
Bad Oldesloe

Wer in Stormarn, dem Herzogtum Lauenburg und Ostholstein die 112 wählt, landet im Kreishaus in Bad Oldesloe. Die dort ansässige Integrierte Regionalleitstelle Süd (IRLS) koordiniert dann die Rettungseinsätze in den drei Kreisen mit ihren mehr als 600000 Einwohnern. Täglich sind es etwa 350 Einsätze. Wegen der zunehmenden Zahl an angeforderten Fahrten stößt die Leitstelle schon seit längerer Zeit an ihre Kapazitätsgrenze.

Im Stormarner Kreishaus in Bad Oldesloe ist die jetzige Rettungsleitstelle untergebracht. Sie koordiniert von dort aus Einsätze in drei Kreisen. Quelle: Foto: Mc
„Wir wollen deutlich vor 2024 an den Start gehen.“Andreas Rehberg Fachbereich Sicherheit

„Die räumlichen Verhältnisse lassen keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr zu“, erklärte Andreas Rehberg den Politikern. Rehberg ist Fachbereichsleiter Sicherheit und Gefahrenabwehr bei der Stormarner Kreisverwaltung und damit auch zuständig für die Rettungsleitstelle. Daher habe sich eine Projektgruppe aus den drei Kreisen gebildet, um einen Neubau voranzutreiben.

Im Gespräch ist auch eine Option, die Stadt Lübeck mit ins Boot zu holen. Eine ganz große Lösung sieht die Einbindung der Polizei mit vor, die derzeit ihre Leitstelle in Lübeck hat und von dort aus ihre Einsätze in den genannten Kreisen steuert. Bis Ende März wollen sich die Lübecker zu den Plänen äußern. Gehen Rettungsdienst und Polizei zusammen, spricht man von einer Kooperativen Leitstelle.

Auch dieses Modell gibt es im Land.

Die Hansestadt favorisiert eine Umsetzung erst zum Jahr 2024. Das dauert den drei beteiligten Kreisen allerdings zu lange angesichts der Raumnot und zu erwartender zusätzlicher Ressourcen. „Wir wollen deutlich vor 2024 an den Start gehen“, erklärte Rehberg. In ersten Überlegungen sollte nach einem Standort in Nordstormarn, möglicherweise Reinfeld, gesucht werden. So könnte dann Lübeck durch seine Nähe eventuell später miteinsteigen, hieß es. Diesen Punkt klammerten die Kreispolitiker aber nun erstmal aus.

Egal wo die Einsatzzentrale nachher gebaut wird, auch die Krankenkassen hätten bereits ihre Zustimmung signalisiert, sagte Rehberg. Diese refinanzieren zu einem beträchtlichen Teil die Leitstelle.

„Wir haben jetzt Handlungsbedarf“, sagte Margot Sinning (SPD), als Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses auch immer mit dem Thema Leitstelle beschäftigt. Die Polizei miteinzubinden, hält sie für problematisch aufgrund anderer Software. „Solche Programm-Umstellungen sorgen immer für viel Stress und Unruhe“, sagte Sinning. Die Polizei selbst sieht derzeit auch keinen Handlungsdruck, da kurzfristig in neue Hard- und Software investiert werde – am Standort Lübeck. Auf der anderen Seite ist das Kieler Innenministerium durch den Landesrechnungshof angehalten, weitere Kooperative Leitstellen zu schaffen.

Für Polizei und die Lübecker Berufsfeuerwehr wiederum sei der genaue Standort der Leitstelle äußerst wichtig, da die Führungsebenen direkt aus den Leitstellen heraus die Einsätze managten, erklärte Rehberg. In den drei Kreisen machten das nach der Alarmierung zum Beispiel bei einem Brand die Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehren direkt an Ort und Stelle.

„In Schleswig-Holstein gibt es beide Varianten von Leitstellen“, sagte Stormarns Landrat Henning Görtz. „Bei großen Lagen ist die Zusammenarbeit in einem Gebäude von Vorteil.“ Allerdings gebe es kaum Kostensynergien, sondern eher noch zusätzliche Kosten, sagte Görtz. So oder so wird der Neubau einige Millionen Euro kosten.

Von Markus Carstens

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