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20:46 01.02.2018
Schule und Unterricht kann man immer noch besser machen.Sabine Prinz Stadtschule Bad Oldesloe
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Bad Oldesloe/Bargteheide

An der Anne-Frank-Schule (AFS), Gemeinschaftsschule in Bargteheide, wird bereits seit 2011 Begabtenförderung angeboten. „Wir sind seit Jahren zertifiziertes Kompetenzzentrum Begabtenförderung“, erläutert Schulleiterin Angelika Knies. „An der Schule gibt es viele Angebote für Hochbegabte mit Nachweis, aber auch für Schüler, die Potenzial haben.“ Etwa zehn Prozent aller Schüler erhielten die Möglichkeit zur Teilnahme an Enrichment-Programmen.

Die Bad Oldesloer Stadtschule ist Vorreiter. Quelle: Foto: Ln-Archiv

„Hier bekommen die Schüler Extra-Angebote in den Bereichen Kunst, Naturwissenschaft und Technik“, erklärt die Schulleiterin. „Sie arbeiten an Projekten und holen den verpassten Unterricht eigenständig nach.“ Des weiteren gehören Wettbewerbe zu den Förder-Maßnahmen, und die AFS bietet als einzige Schule in Schleswig-Holstein eine Junior-Ingenieurs-Akademie an, bei der Schüler im Technikunterricht mit regionalen Wirtschaftsunternehmen und der Technischen Akademie Nord zusammen arbeiten. „Wir haben auch ein Schülerpatenmodell, bei dem hochbegabte ältere Schüler jüngere Schüler betreuen“, so Knies.

Neu ist das Schülerforschungslabor, das demnächst in Stormarn in Kooperation von AFS, Kopernikus-Gymnasium Bargteheide und dem Gymnasium Trittau eröffnet wird. Das Unterrichtsfach „Forschen und Üben“

eröffnet Raum für wirksames Lernen, und es wurde ein Spürnasenraum eingerichtet; hier können Schüler im Rahmen des Drehtürmodells an eigenen Projekten über den Unterricht hinaus arbeiten. Beim Drehtürmodell können Begabte in der nächst höheren Klassenstufe am Fachunterricht teilnehmen. In Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut fertigen Schüler der Oberstufe ein Jahr lang mit Beratung eigene Arbeiten zum Klima an. „Durch die Aufnahme in das Programm werden wir jetzt wissenschaftlich begleitet“, sagt Angelika Knies. „Daran sind wir sehr interessiert.“

Sabine Prinz, Leiterin der Stadtschule Bad Oldesloe, setzt bei der gebundenen Ganztagsschule, die eine reine Grundschule ist, schon seit acht Jahren auf Begabtenförderung. „Schule richtet sich gewöhnlich nach der Mitte“, sagt sie, „danach geht es um Förderung der Schwachen. Bei uns sollen alle Kinder gemäß ihrer Begabung gefördert werden.“ Deshalb hätten sie schon früh den Unterricht verändert. „Wir bieten Impulsunterricht, bei dem Kinder, die beispielsweise sehr gut in Deutsch sind, in den Deutschstunden zusätzliche Angebote wie Schach, Mathe-Forschung oder Lego-Education besuchen. Das sind Fächer mit einem anderen Anspruch als der Regelunterricht.“

Auch hier gibt es das Drehtürmodell mit der Option, eine Klassenstufe zu überspringen, und die Stadtschule will alle Fächer in die Förderung einbeziehen. „Wir bieten ein breites Angebot für Kinder, zu dem auch Sport, Yoga, Kunst und Musik gehören“, erklärt Sabine Prinz. „Talente gibt es in allen Bereichen, und die wollen wir schon früh entdecken und fördern.“ Dazu gehört auch die „Denkpause“, in der begabten Kindern ein Raum mit besonderen Aufgaben aus allen Fachbereichen zur Verfügung steht. „Über die Aufnahme in das Projekt haben wir uns sehr gefreut“, erklärt Sabine Prinz. „Wir hoffen auf ein wissenschaftliches Feedback aus der Begleitung. Schule und Unterricht kann man immer noch besser machen.“ Auch die Sachsenwaldschule in Reinbek ist dabei. Bundesweit nehmen an dem Programm, das mit 125 Millionen Euro ausgestattet ist, 300 Schulen teil.        

„Die Idee ist, jeden Schüler zu fördern und zu fordern. Nicht nur die schwächeren, sondern auch die stärkeren Schüler an ihre Leistungsgrenzen zu bringen“, erklärt Renate Holfter, Schulleiterin an der Richard-Hallmann-Schule in Trappenkamp, der einzigen Schule im Kreis Segeberg, die dabei ist. Sie war in Berlin bei der Auftaktveranstaltung des Programms. „Dabei geht es nicht nur um bereits erkanntes Potenzial“, verdeutlicht Holfter. Vor allem schlummernde Talente sollen durch das Projekt entdeckt werden. Also auch Kinder, die etwa wegen einer sprachlichen Barriere oder aufgrund ihres sozialen Hintergrunds nicht in der Lage sind, ihr ganzes Können zu zeigen. Renate Holfter freut sich auf den Prozess. „Das Schöne ist, dass das Projekt über zehn Jahre geht.“

Von Bettina Albrod und Nadine Materne

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