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Stormarn Stormarner Maler rückt Primaten in den Mittelpunkt
Lokales Stormarn Stormarner Maler rückt Primaten in den Mittelpunkt
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18:10 24.08.2018
Der Stormarner Künstler Gerd Bannuscher mit dem Orang-Utan-Bild „Augenblick“ in seinem Atelier in Eichede. Das Gemälde zählt derzeit zu seinen Lieblingsbildern. In der Hamburger Hafencity werden gerade etliche große Gemälde des Stormarners ausgestellt. FOTO/REPROS: FOFANA
Bad Oldesloe/Eichede

„Weitblicke“ lautet der Titel der Einzelausstellung im Forum Stadtlandkunst in der Hafencity – fast mit Blick auf die Elbphilharmonie. Dort können etliche seiner überlebensgroßen Tier- und Meeresbilder noch bis zum 14. Oktober bestaunt werden. Das größte der dort gezeigten Bilder zeigt Moschusochsen im Schnee. Das Acrylgemälde auf Leinwand ist stolze 2,40 mal 1,60 Meter groß.

Riesige Affenporträts sind das Markenzeichen des Stormarner Malers Gerd Bannuscher. Die Evolution wurde sein Lebensthema. Statt wie sonst im Süden Deutschlands, in Europa oder gar im Sultanat Oman, stellt der Künstler aus Eichede derzeit heimatnah in Hamburg aus.

Kunst aus Stormarn

Infos über den Stormarner Künstler, der früher in Bad Oldesloe an der Hude eine kleine Galerie betrieb, unter www.bannuscher-arts.de Gerd Bannuscher stammt aus Nordfriesland. Er ist seit 1987 selbständig als freischaffender Künstler. Der realistisch visionäre Maler lebt und arbeitet in Eichede.

Die Moschusochsen entdeckte der gelernte Fotograf, der seit 1987 freier Künstler mit Atelier in Eichede ist, in einem Berliner Tierpark. Die Schneelandschaft entspringt seiner Phantasie. Noch viel größer ist ein Panorama-Wandgemälde, das der Stormarner als Palastmaler im Sultanat Oman entwarf. Die Flusslandschaft verziert eine 16 mal 5,5 Meter große Wand im Palast von Sultan Qabus ibn Said.

„Das ist mein größtes Bild bisher“, sagt der Stormarner Künstler, der auch schon den Sultan selbst gemalt hat.

Seine gemalten Porträts von der Schimpansen-Forscherin Jane Goodall finden in Bannuschers nächstem Projekt eine Fortsetzung. „Ich male extra ein Porträt von ihr – dieses Mal ohne Affen“, verrät er.

Und ergänzt: „Im Herbst fange ich damit an. Es muss im Frühjahr fertig sein.“ Denn dann soll es die Feier zum 85. Geburtstag der Forscherin in München verschönern. Zudem spendet der Stormarner Künstler eines seiner Bilder für eine Versteigerung zugunsten des Jane-Goodall-Instituts.

Viele seiner Motive der letzten Jahre entdeckte der 61-Jährige in Zoos oder am Meer. Den Mandrill beispielsweise fotografierte er in Hagenbeck. Er ziert gerade das Plakat seiner parallelen Gruppenausstellung „Dreamscapes“ in Belgien. Gemeinsam mit der Künstlergruppe „Junge Meister“ stellte der Stormarner zudem dieses Jahr im Görlitzer Barockschloss Königshain aus. Und bei der Kunstmesse MainArt 2017 gewann er den Publikumspreis als interessantester Künstler.

„Ich habe nicht mehr genug Zeit, um alles zu malen, was ich möchte“, glaubt der Künstler. Schließlich habe er an einem 1,80 mal 1,40 Meter großem Bild schon etwa eineinhalb Monate lang zu tun.

Die Themen Evolution und Meeresbilder werden wohl bleiben, vermutet Bannuscher. „Da ist noch so viel zu tun.“ Und so sucht er sich die Motive gemäß seinem Motto „Im Moment sein“ aus. Malt das, „was mich im Moment interessiert“.

Vor dem Jane-Goodall-Porträt wartet noch einmal ein Gorilla im Atelier in Eichede auf die Fertigstellung. Und auch da kommt wieder der richtige Moment ins Spiel. Dieses Mal der Moment, in dem ein Bild wirklich fertig ist. Der Künstler: „Der Moment, in dem man weiß, ein Bild ist fertig, ist schon schwer zu finden. Beim richtigen Zeitpunkt kommt es auf das Bauchgefühl an. Rational kann man da nicht herangehen“. Die Kunst sei, im richtigen Moment mit dem Malen aufzuhören. Ansonsten könnte man ein Bild auch kaputtmalen.

Nach den Menschenaffen, Löwen, Tigern, Leoparden, Panthern, Wölfen, Elefanten und Moschusochsen sollen bald auch die zweibeinigen Primaten wieder mehr in den Bildmittelpunkt rücken. Damit er nicht so viel Mal-Zeit durch weit entfernte Ausstellungen verliert – der Stormarner ist in Sachen Malerei 35000 bis 40000 Kilometer pro Jahr unterwegs – würde er künftig lieber häufiger im Norden ausstellen.

Susanna Fofana

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