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20:20 08.12.2015
Liefern Informationen im Oldesloer Kreishaus: Bianka Barkmann (l.) und Carina Wrage. Quelle: Fotos: M. Thormählen/ln-Archiv

„Der Kreis ist bei der Versorgung von Pflegebedürftigen gut aufgestellt. Es gibt allerdings in einigen Bereichen doch noch Versorgungslücken“, zog die Leiterin des neuen Pflegestützpunktes im Kreis Stormarn, Carina Wrage, ein erstes Fazit.

34 ambulante Pflegedienste sind in der Region aktiv. Damit, so Carina Wrage, gebe es erfreulicherweise keine weißen Flecken: Selbst in den kleineren Dörfern könnte die qualifizierte Betreuung durch eine häusliche Pflege sichergestellt werden. Allerdings nicht in allen Fällen, weil es beispielsweise Probleme bei der Pflege von Minderjährigen gebe. Versorgungslücken seien auch bei der Pflege von Patienten mit psychischen Auffälligkeiten vorhanden. „Dabei gibt es manches Mal zwei Gründe: Die Pflegedienste haben keine entsprechenden Angebote oder die Krankenkassen wollen die Kosten nicht übernehmen“, stellte Carina Wrage fest.

Und bei Problemen kommt jetzt der im Oktober eröffnete Pflegestützpunkt ins Spiel. „Wir wollen allen Menschen helfen, die sich in einer belastenden Pflegesituation befinden — egal, ob Betroffene oder Angehörige“, erläuterte Carina Wrage. Die Sozialpädagogin hat ein Büro im Oldesloer Kreishaus bezogen. Hier steht sie jetzt zusammen mit Bianka Barkmann Ratsuchenden zur Seite.

„Und der Wegweiser durch das Dickicht der Gesetze ist oft notwendig“, hat Carina Wrage festgestellt, die gestern zusammen mit Landrat Klaus Plöger und weiteren Mitarbeitern der Kreisverwaltung die neue Einrichtung vorstellte. Es gebe überaus komplexe Leistungen und viele Angebote — deshalb seien Information vor Ort besonders wichtig. Für die Bürger gebe es kaum eine Hemmschwelle Im neuen Pflegestützpunkt wird Wert darauf gelegt, dass die Beratung kostenlos und unabhängig sei. Es müsse bei den Informationen keinesfalls Rücksicht auf Kostenfaktoren oder die Angebote eines bestimmten Trägers oder einer Krankenkasse genommen werden. „Und wenn es Probleme bei der Pflege gibt, dann können wir den Bürgern auch Unterstützung bei den Gesprächen und Verhandlungen mit Krankenkassen oder Pflegediensten geben. Außerdem können wir Angebote im Kreis besser miteinander vernetzen“, meinte Carina Wrage.

Auch Landrat Plöger begrüßte die Einrichtung des neuen Pflegestützpunktes, dessen veranschlagte Kosten von 120000 Euro pro Jahr zu einem Drittel vom Kreis finanziert werden. Weitere Drittel kommen vom Land und den Krankenkassen. „Vor allem die häusliche Pflege spielt ja eine größere Rolle, weil die Menschen länger in ihrer gewohnten Umgebung bleiben sollten“, meinte Klaus Plöger.

Dr. Michael Hempel, Abteilungsleiter im schleswig-holsteinischen Sozialministerium, wies auf die Notwendigkeit hin, möglichst flächendeckend Pflegestützpunkte einzurichten: „Sie sind wichtige Anlaufstellen, um vor Ort Informationen zu bekommen.“ Der Stützpunkt in Bad Oldesloe sei mittlerweile der 13. im nördlichsten Bundesland. Es gebe dafür einen großen Bedarf in Stormarn, denn im Kreis „nehmen 7000 Menschen Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch“, so Michael Hempel. Und die Tendenz sei wegen der demografischen Entwicklung steigend.

Besucher willkommen
Zu einem Tag der offenen Tür lädt der Pflegestützpunkt für Dienstag, 15. Dezember, in den Kreistagssitzungssaal nach Bad Oldesloe ein. Interessenten sind von 10.30 bis 13 Uhr an der Mommsenstraße willkommen. Vorbereitet wird auch eine Ausstellung.



Der Stützpunkt ist dienstags von 14 bis 17 Uhr und donnerstags von 14 bis 17 Uhr im Haus B der Kreisverwaltung geöffnet. Infos zu anderen Zeiten gibt es unter Telefon 04531/160
1504 oder 04531/1601544.

Michael Thormählen

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