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18:39 14.02.2018
Waren 2017 dabei: Bruno Zell (17, r.) und Fabian Kaptein (18) von den Beruflichen Schulen in Bad Oldesloe haben eine App entwickelt, die die Gewinnwahrscheinlichkeit beim Pokern berechnet. *FOTO: H. MAROHN
Bargteheide

Ein Neunjähriger aus Schleswig-Holstein hat 2016 im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend forscht“ eine Folien-Brille entwickelt, die gegen seine Rot-Grün-Blindheit hilft. Zwei Schüler aus dem Saarland siegten 2017 mit einem Sensor für saure Milch. 2018 treten auch wieder Stormarner Schulen an, um sich am Freitag mit wissenschaftlichen Projekten beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in Geesthacht zu beweisen. Organisiert wird der Wettbewerb unter anderem von Christine Germer, Lehrerin für Chemie und Physik in Bargteheide, in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum.

Dr. Christine Germer ist seit 2005 für „Jugend forscht“ im Einsatz. Quelle: Foto: Ba

„Der Wettbewerb will das Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Fächern wecken und denjenigen einen Raum bieten, die in ihrer Freizeit nicht Fußball spielen, sondern lieber forschen wollen“, erläutert Christine Germer. Wo die sonst eher als Nerds gesehen würden, könnten sie im Rahmen des Wettbewerbs Gleichgesinnte treffen und ihre Begabung ausleben. „Anders als bei anderen Wettbewerben wird hier keine Aufgabe vorgegeben, sondern die Schüler müssen kreativ sein und eine eigene Forschungsfrage finden, die sie untersuchen.“ Möglichst wissenschaftliches Arbeiten und eine eigenständige Auseinandersetzung mit Forschungsfragen sind gewollt.

„Wachstum von Schimmelpilzen“ heißt ein Forschungsprojekt, mit dem das Gymnasium Trittau an den Start geht, „Robotic-Muscle“ nennen Berufsschüler aus Bad Oldesloe ihr Thema, am Kopernikus Gymnasium Bargteheide geht es um „Alternative Stromgewinnung“ oder bei „Jugend experimentiert“, das für Schüler unter 14 Jahre da ist, um Magnetschwebebahn, Kressewachstum, Optimierung eines Fischernetzes oder um ein solarbetriebenes Doppelrumpfboot. „Bei jüngeren Schülern geht es ums Experimentieren, bei den älteren dann um eigene Forschungsleistungen“, erläutert Christine Germer.

Einstieg in den Wettbewerb ist eine 15-seitige Arbeit, in der die Schüler ihr Projekt vorstellen müssen. Nur wenn die Jury zustimmt, können sie sich dann auf einem der drei Regionalwettbewerbe in Geesthacht, Elmshorn oder Heide präsentieren. Das Eckhorst-Gymnasium aus Bargteheide wird in Elmshorn antreten. Christine Germer ist seit 2005 Betreuungslehrerin für „Jugend forscht“ und hat seit 2012 die Organisation in Geesthacht inne. „In diesem Jahr sind 40 Projekte zugelassen worden“, sagt sie, „ich habe alle Arbeiten dazu gelesen.“ Sie bedauert, dass sich nicht mehr Schulen an dem Wettbewerb beteiligen, der allerdings recht arbeitsaufwändig ist. Dafür ist er mit Ruhm und Ehre verbunden. „Arbeitgeber gucken hin, wenn jemand eine Urkunde von Jugend forscht vorweisen kann“, weiß

Germer. Bei Gisela Glasmachers und Frank Anton – beide Sieger 1975 – führte der Wettbewerb zur Ehe, denn sie lernten einander dort kennen. „Es stärkt das Selbstbewusstsein, wenn man Professoren seine eigene Arbeit erklären kann“, hat die Pädagogin beobachtet, „die Schüler, die dabei sind, wachsen innerlich.“

Für alle gibt es eine Teilnehmerurkunde, für die Sieger auch kleine Geldpreise. „Außerdem werden Sonderpreise vergeben“, so die Chemikerin, „unter anderem der für die ,Zerstörungsfreie Prüfung’, also Experimente, bei denen nichts explodiert.“ Auch ein Schulpreis von 1000 Euro wird vergeben sowie alle zwei Jahre die Ehrung als „Jufo“-Schule, für die es 3000 Euro Preisgeld gibt. Die Sieger treten im März auf Landesebene gegeneinander an.

Der Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ ist morgen im Helmholtz-Zentrum Geesthacht. 40 Projekte sind angemeldet. Die Öffentlichkeit kann von 14 bis 15.30 Uhr vorbeischauen.

Von Bettina Albrod

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