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Stormarn Stormarns Wirtschaftsförderer spüren weiterhin Rückenwind
Lokales Stormarn Stormarns Wirtschaftsförderer spüren weiterhin Rückenwind
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20:20 11.02.2016

Während der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) einen sorgenvollen Blick Richtung Osten wirft, weil Unternehmen in die neuen Bundesländer abgeworben werden könnten, bereitet Stormarns Wirtschaftsförderern der Lockruf mit hohen staatlichen Förderungen keine Probleme. „Wir sehen das ziemlich entspannt“, erklärte der Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS), Norbert Leinius.

Stormarn gehöre zusammen mit Pinneberg zu den beiden einzigen „weißen Kreisen“ in Schleswig-Holstein, erläuterte Norbert Leinius, der Ende April aus dem Amt scheidet und zurzeit gemeinsam mit seinem Nachfolger Detlev Hinselmann die WAS leitet: „Es gibt keine Investitionsförderung, wenn sich Betriebe bei uns ansiedeln, weil wir eine geringe Arbeitslosenquote haben und über eine sehr hohe Wirtschaftskraft verfügen.“ Ausnahmen und damit staatliche Unterstützung gebe es nur, wenn Unternehmen mit neuen Produkten heimisch werden.

Der Kieler Wirtschaftsminister hatte vor Kurzem erklärt, aus Mecklenburg-Vorpommern werde wieder sehr intensiv um Unternehmern auch aus Stormarn geworben. Probleme bereiteten dabei die unterschiedlichen Fördersätze in den beiden Bundesländern. Eine Sprecherin der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH) erklärte, die WTSH verfüge über keine Informationen zu Abwerbeversuchen. Ein Sprecher des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministeriums wies darauf hin, dass die Abwerbung von Betrieben „ein politischer Dauerbrenner“ sei. Es gebe allerdings keinen aktuellen Fall im Kreis Stormarn.

„Wir selbst werben nicht ab, sondern wollen durch Standortqualität überzeugen“, sagte WAS-Geschäftsführer Leinius: „Natürlich haben uns auch einige Wechsel gestört.“ Er wies auf die Ansiedlung des Oldesloer Unternehmens Minimax in Brandenburg hin, wo es eine Förderung in zweistelliger Millionenhöhe gebe. Auch die Firma Kamps sei wegen der hohen Förderquote ins mecklenburgische Lüdersdorf abgewandert.

Norbert Leinius zog für die Wirtschaftsförderung ein positives Fazit: „Wir haben jedes Jahr unsere Ergebnisse getoppt.“ So hätten 2015 insgesamt 28 Betriebe neu angesiedelt werden können. Damit seien mehr als 500 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Die WAS-Aktivitäten stießen auf viel Beachtung in anderen Regionen. So hätten sich Politiker aus Mecklenburg bei einem Besuch informieren lassen, wie „wir unsere Gewerbeansiedlung machen“.

Es gibt allerdings auch Problemfelder, an denen die WAS scheitert. Norbert Leinius nannte dabei Gewerbeflächen an der B 208 in Bad Oldesloe. Hier verhindere eine bestehende 110-kV-Leitung, dass Unternehmen über eine Höhe von 3,50 Metern hinaus bauen könnten. Die Stromleitung könnte nur mit einem Millionenaufwand verkabelt werden. Deshalb, so der Geschäftsführer, soll der Stadt vorgeschlagen werden, etwa zehn Hektar „mittelfristig aus der Vermarktung zu nehmen“. Weitere zehn Hektar, bei denen es keine Leitungshindernisse gebe, seien für zwei Betriebe reserviert.

Großes Interesse gibt es auch an Reinfelder Gewerbeflächen nahe der Autobahn. „Die sind so gut wie weg“, sagte Detlev Hinselmann. 2015 habe es in Reinfeld acht Ansiedlungen von neuen Betrieben gegeben: „Die größte Zahl in Stormarn.“ Jetzt sei beabsichtigt, neue Flächen auszuweisen. Dieser Planungsprozess, so Detlev Hinselmann, werde zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen.

Kommt der Autohof?

Die WAS hat ihre Forderung nach dem Bau eines Autohofes am Bargteheider Kreuz erneuert. Hier müsste es ein Motel mit Restauration, einen großen Parkplatz und eine Tourismusinformation geben. Der Rasthoff Buddikate an der A 1 sei häufig überfüllt — vor allem an Wochenenden. Und weil viele Lkw- Fahrer keine Abstellmöglichkeiten für ihre Brummis mehr finden könnten, steuerten sie die Gewerbegebiete in Reinfeld und in anderen Orten an. Diese Praxis, so die WAS, bereite allerdings erhebliche Probleme.

Michael Thormählen
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