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Stormarn Stormini: Die Kleinen sind schon ziemlich groß
Lokales Stormarn Stormini: Die Kleinen sind schon ziemlich groß
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21:34 28.07.2016
Der Landtagsabgeordnete Martin Habersaat (SPD) lässt sich von Kjeld und Mika das Experiment mit der Gewürzgurke zeigen. Quelle: Fotos: Kks

„Ihr rockt hier wirklich das Ding“, jubelt Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch bei seinem Auftritt in der Kinderstadt Stormini. Es ist VIP-Tag und Honorationen aus Bund, Land, Kreis und Gemeinde sowie Sponsoren sind auf dem Gelände der Trittauer Hahnheide-Schule, um sich ein Bild zu machen. Und das Bild, welches sie sehen, ist kunterbunt. „Ja“, so Mesch, „ich bin wirklich begeistert“. Das sind auch die Kinder, die eine Woche lang das Demokratie-Projekt mit Leben füllen.

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Der Landtagsabgeordnete Martin Habersaat (SPD) lässt sich von Kjeld und Mika das Experiment mit der Gewürzgurke zeigen.

Kunterbunt ist es auch, weil „wir internationaler werden“, erklärt Uwe Sommer, Geschäftsführer des Kreisjugendringes, der Stormini ausrichtet. Diesmal sind auch Kinder mit Migrationshintergrund dabei und einige Teamer kommen aus dem Ausland. „Wir haben sogar einen Gebetsraum eingerichtet.“

Ihn freut, dass mit der Wahl vom Amira zur Bürgermeisterin mittlerweile zum vierten Mal ein Mädchen die Geschicke der Stadt lenkt, seitdem es Stormini gibt. Und die hat auch gleich eine Ansage gemacht. „Am Donnerstag gibt es eine Wasserschlacht.“ Ihr Wahlkampfmotto „Storminis Zukunft gehört uns“ hat gefallen, 29 Prozent der Stimmen entfielen auf sie. Die 13-jährige Ahrensburgerin aus dem Zelt der Sabbeltanten steht nicht auf leere Versprechungen.

Und ist zur Wahl angetreten, „weil ich kommendes Jahr nicht mehr dabei sein kann“. In Sachen Wahlbeteiligung kann die Welt der Großen übrigens viel lernen: 93 Prozent der Stormini-Kinder sind an die Wahlurne gegangen. Stellvertreter Max kam auf 25 Prozent. Das Demokratie-Projekt läuft also. Geldverkehr, Arbeitsmarkt und Selbstbestimmung erleben die Jungen und Mädchen hautnah.

Das hat auch der Landtagsabgeordnete Tobias von Pein (SPD) erlebt. Er hat die insgesamt vier Bürgermeisterkandidaten gecoacht. „Es war schon beeindruckend, wie professionell die Kinder sind, sie sind ziemlich groß, die Kleinen.“ Professionell bei Stormini ist auch das Handeln des Parlaments: Erst lehnt es einen Lohn für die Teamer ab. Lenkt aber mit einer Idee ein, als der Protest unter den Stormini-Bürgern zu groß wird. So zahlen die Einwohner jetzt freiwillig mehr Steuern, um die Teamer zu bezahlen. „Genau das ist das Demokratiespiel, so funktioniert es“, freut sich Ansgar Büter-Menke vom ausrichtenden Kreisjugendring.

100 000 Euro kostet das Projekt, allein der Kreis zahlt 58 000 Euro. Der Rest kommt durch Spenden zusammen. Zudem zahlen die Kinder 95 Euro für die Woche, die dem Ende entgegengeht. Es wird bestimmt Tränen geben, weil es, wie der elfjährige Moritz sagt, „so schön hier ist“. Aber, Stormini lädt auch im kommenden Jahr wieder die Kinder ein mitzumachen. Dann öffnen sich die Stadttore in Reinbek-Neuschönningstetdt.

 kks

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