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Stormarn Stormini hat nun eine Bürgermeisterin
Lokales Stormarn Stormini hat nun eine Bürgermeisterin
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21:26 26.06.2013

Storminis Bürgermeister 2013 ist weiblich und heißt Jana. Mit einem Siegerlächeln, das man schon von den Wahlplakaten kennt, nahm sie gestern Abend den Stadtschlüssel aus der Hand der echten stellvertretenden Ahrensburger Bürgermeisterin Susanne Philipp-Richter entgegen. Großer Jubel brandete auf, und zusammen sangen alle das Stormini-Lied.

Die Wahlbeteiligung lag bei 84,3 Prozent. Die Stimmenanteile für die vier Kandidaten wurde nicht verraten. Vorangegangen war ein spannender Wahlkampf, bei dem vom Auftakt bis zum Zettelausfüllen wie im wahren Leben auch sämtliche Register gezogen wurden.

„Sophie mit S für Stormini!“ oder „Tjark stark wie Stormini“ — die vier Bürgermeisterkandidaten für die Kinderstadt hatten Gereimtes und Ungereimtes auf ihren Wahlplakaten stehen, um sich ihren Wählern interessant zu machen. Mittags schon standen Sophie, Tjark, Jana und Vincent auf der Bühne, um sich massentauglich anzupreisen. Stormini hatte die Wahl, und 235 Kinder saßen vor der Bühne, um sich ein Bild von den vier Kandidaten zu machen. Die hatte am Vormittag ein echter Bürgermeister gecoacht: Michael Sarach, Ahrensburgs Verwaltungschef, hatte den Ton vorgegeben, auch wenn die Themen dann andere waren als im Stadtparlament.

„Mehr Toiletten, die nicht mehr so stark stinken“, lautete ein Wahlversprechen von Tjark (12), der sich allen auf der Bühne vorstellte. „Ich bin selbstbewusst und kann gut vor vielen Menschen reden“, erklärte er, um gleich darauf den Beweis anzutreten. Er zeigte, dass er an den Nöten seiner Mitbürger dicht dran ist und auch vor unangenehmen Themen nicht zurückschreckt. Sophie (13) macht schon das fünfte Mal bei der Kinderstadt Stormini mit. „Ich habe ausreichend Durchsetzungsvermögen, um eure Wünsche zu erfüllen“, versprach sie dem Publikum. „Ihr könnt immer zu mir kommen.“

Vincent (12) konnte schon vor der Wahl Erfolge vorweisen. „Ich habe mich dafür eingesetzt, dass es auch einen Nachtisch gibt und wir länger schlafen dürfen“, rief er ins Mikrofon. Entsprechende Anträge hatte das Kinderstadtparlament zuvor erfolgreich durchgesetzt. Pudding und Ausschlafen setzte Jana (13) ein „Eis an heißen Tagen, falls es noch heiß wird“ entgegen. „Ich verspreche nur das, was ich auch halten kann.“ Offenbar traf ihre Ehrlichkeit einen Nerv, denn im Publikum gab es bereits Unterstützer, die Plakate für sie schwenkten. Allerdings noch zu früh, denn da ging die Wahl erst los.

„Nutzt euer Stimmrecht“, ermunterte Organisator Ansgar Büter- Menke, „wir leben in einer Demokratie.“ Das Kinder-Café war zu einem Wahllokal zünftig mit Kabine und Wahlurne umfunktioniert, doch gewählt wurde erstmal das echte Lokal: Die meisten stürmten zu Muffins und Kuchen. „Wir fanden Jana am besten“, erklärten Mathilda (10) und Bente (9). „Sie hat zugegeben, dass man auch was falsch machen kann, und gesagt, dass sie nur verspricht, was sie auch halten kann.“ Ehrlichkeit als Bonus für Politiker — das hatte am Ende den erwünschten Erfolg. Und Sieger ist in jedem Fall das Prinzip Demokratie.

Bettina Albrod

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