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Stormarn Straßenkampf um eine Umleitung
Lokales Stormarn Straßenkampf um eine Umleitung
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22:11 25.07.2018
Andre Peters (l.) und Hermann Arzberger setzen sich dafür ein, dass die Umleitung zur Baustelle ortsnah stattfindet. Quelle: Foto: B. Albrod
Barsbüttel

Die Barsbütteler Straße soll für den Ausbau der Straße ab 20. August auf 720 Metern vier Monate lang den Verkehr nur noch stadteinwärts durchlassen. Stadtauswärts ist eine Umleitung über die Autobahn von mindestens acht Kilometern vorgesehen. Über die Hauptverkehrsstraße rollen täglich rund 19000 Fahrzeuge.

Die Anlieger fürchten, dass durch die Einbahnstraßenlösung und den weiten Umweg die Kunden wegbleiben könnten. „Dort hinten ist ein Lebensmitteldiscounter“, sagt Andre Peters aus Barsbüttel, „daneben ein Eigentümer betriebener Baumarkt, ein Restaurant, Friseur und weitere Gewerbe. Insgesamt sind 25 Gewerbebetriebe betroffen, die alle Mitarbeiter haben. Für sie steht ihre Existenz auf dem Spiel.“

Denn sie befürchten, dass der lange Umweg ihre Kunden verschreckt. Dazu, so Peters weiter, komme die Betroffenheit der Pendler aus Barsbüttel, die für den Heimweg den langen Umweg in Kauf nehmen müssten. „Vor drei Wochen haben wir deshalb eine Initiative mit dem Namen ,Straßen Bewegung Barsbüttel’ (SBB) gegründet.“

Dass die Straße ausgebaut werden soll, sei seit Januar 2017 bekannt. Jetzt schon gibt es eine Engstelle, weil der Verkehr wegen Vorarbeiten stadtein- und auswärts nur noch einspurig läuft. Nun sei das Thema wieder aktuell geworden. „Bei der geplanten Umleitung werden weder die Interessen der Pendler noch der Geschäftsleute berücksichtigt“, kritisiert Peters. Hermann Arzberger, der ein Restaurant an der Barsbütteler Straße betreibt, sieht die lange Umleitung auch aus Umweltgründen kritisch. „Dadurch wird die Umwelt mehr belastet als nötig.“

Die SBB kann eine andere Umleitung anbieten, die viel kürzer und in ihren Augen auch vernünftiger ist. Sie hat eine engräumige, stadtauswärts führende Umfahrung der Vier-Monats-Baustelle ‚Barsbütteler Straße’ vorgeschlagen, die die unmittelbar daneben liegenden Straßenzüge Ratiborweg und die parallele Nebenfahrbahn gleich südlich der Baustelle nutzt. Damit, so Peters und Arzberger, könnte der Verkehr nur wenige Meter neben der Baustelle die Sperrung umfahren. Lediglich auf den letzten 150 Metern müsste dann künftig eine Ampelanlage den Fahrzeugverkehr wechselseitig und lastabhängig regeln.

„Am vergangenen Freitag hat es eine Begehung mit einem Spitzenvertreter der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation gegeben“, erklärt Peters. Zuvor habe die Initiative mit rechtlichen Schritten gedroht. Dabei sei die alternative Umleitung von der SBB erläutert worden. „Es passen nicht unbedingt Sattelschlepper durch die Nebenstrecke, aber da kann man ja ein Schild aufstellen, dass die dann doch auf die Autobahn ausweichen“, so Peters. Das Gros des Verkehrs könne aber dann viel unkomplizierter an der Baustelle vorbei fahren, so dass auch der Kundenverkehr erhalten bleibe. Zudem hätten alle umliegenden Läden, Baumärkte und sonstigen Gewerbetreibenden den Anwohnern auf ihren Flächen für vier Monate etwa 300 Parkplätze zugesichert, falls ihre Umfahrungsstrecke zu Einschränkungen im öffentlichen Parkraum führte. „Wir setzen auf die Einsicht der Behörde“, so Andre Peters und Hermann Arzberger, „wir sind nicht gegen den Ausbau der Straße, nur gegen die lange Umleitung.“

„Es gab am Freitag eine Begehung in Barsbüttel mit mehreren Beteiligten, dabei wurden die Vorschläge der SBB angehört“, erklärt Christian Füldner, Sprecher der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. „Jetzt wird nach bestem Wissen und Gewissen geprüft. Ende der Woche wird dann entschieden, wie die Umleitung aussehen wird.“

Von Bettina Albrod

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