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Straßentausch: Sorge in Bargfeld-Stegen

Bargfeld-Stegen Straßentausch: Sorge in Bargfeld-Stegen

Durch den Ort verläuft bald eine Bundesstraße. Sie könnte mehr Verkehr bringen, birgt aber auch Chancen.

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Bargfeld-Stegen. Die Bundesstraße 75 soll 2015 zwischen Elmenhorst und Hamburg zur Landesstraße herabgestuft werden. Im Gegenzug wird die Landesstraße 82, die auf Stormarner Gebiet von Elmenhorst durch Bargfeld-Stegen nach Kayhude führt, zur Bundesstraße hochgestuft. Hintergrund ist ein Umstufungs-Konzept des Bundes. „Das Bundesverkehrsministerium hat schon vor Jahren beschlossen, dass Bundesstraßen, die weniger als fünf Kilometer entfernt parallel zu einer Autobahn verlaufen, herabgestuft werden und in die Zuständigkeit des Landes übergehen“, erläutert Jens Sommerburg, Niederlassungsleiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr in Lübeck. „Damit ändert sich dann die Bauträgerschaft.“

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Die jetzige Landesstraße führt bereits viel Verkehr durch Bargfeld-Stegen.

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Das Land ist also künftig für den Unterhalt der Straße zuständig, die jetzt noch B 75 heißt und parallel zur A 1 verläuft. „Der vorherige Baulastträger, in diesem Fall der Bund, ist dazu verpflichtet, die Straße in gutem Zustand zu übergeben“, erklärt Sommerburg weiter. „Deshalb wird die B 75 vor der Umstufung abschnittsweise noch vom Bund erneuert.“

Diese Verpflichtung gilt auch für das Land, das die Landesstraße an den Bund abgibt, aber dort sind erst vor wenigen Jahren Sanierungsarbeiten gemacht worden, so dass die Straße unverändert übergeben werden kann. Die Hochstufung der Landesstraße ist nötig, weil ein Netzzusammenhang aller Bundesstraßen geschaffen werden soll.

„Das Land Schleswig-Holstein ist per Gesetz Auftragsverwalter für den Bund“, sagt Jens Sommerburg. „Wir sind also weiterhin für beide Straßen zuständig, nur der Geldgeber ändert sich.“ Derzeit nutzen laut Sommerburg täglich zwischen 6000 und 8000 Fahrzeuge die Landesstraße, die Bundesstraße 75 befahren im Bereich Ahrensburg bis Bargteheide rund 10 000 bis 12 000 Fahrzeuge am Tag. Die letzte Verkehrszählung stammt aus dem Jahr 2005. Betroffen ist in Stormarn Bargfeld-Stegen, wo dann eine Bundesstraße durch den Ort führen wird.

„Es ist schwierig zu sagen, was das bedeutet, weil wir noch nicht abschätzen können, welche Konsequenzen das für uns hat“, erklärt Dr. Werner Kuhlmeier, stellvertretender Bürgermeister von Bargfeld-Stegen. Auf der einen Seite stehe die Sorge, dass dadurch vielleicht noch mehr Verkehr in den Ort komme. „Möglicherweise gibt es Navigationsgeräte, die auf den Status einer Straße eingestellt sind“, erläutert Kuhlmeier. „Noch mehr Verkehr wäre dramatisch, es ist ohnehin schon viel Verkehr im Ort.“ Seit zehn Jahren werde das Thema Verkehrsberuhigung immer wieder auf die Agenda gebracht.

Auf der anderen Seite sieht Kuhlmeier aber auch die Chance, dass durch die Umstufung etwas zur Verkehrsberuhigung in Bargfeld- Stegen passieren könnte. „Wir wünschen uns beispielsweise schon lange eine Ampel an der Kreuzung Elmenhorster und Jersbeker Straße, vielleicht kann man das dann mit den Verantwortlichen verhandeln“, sagt der stellvertretender Bürgermeister. Das Thema Verkehr sei aktuell, weil gerade viele Tempo-30-Schilder im Ort abmontiert würden. „Schulwegsicherung und Verkehrsberuhigung bleiben wichtige Themen im Ort.“

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Die Bundesstraße 75 ist 207 Kilometer lang und führte früher von Travemünde bis zur Niederländischen Grenze. Heute ist sie abschnittsweise durch Autobahnen oder Landesstraßen ersetzt.

Dabei durchläuft sie die vier Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen. In Stormarn liegen Hamberge, Reinfeld, Bad Oldesloe, Elmenhorst, Bargteheide, Delingsdorf und Ahrensburg an der B 75. Die Straße wird dann weiter B 75 heißen, die Landesstraße bekommt eine Zahl in den Dreihundertern.


Der neue Verlauf entspricht der alten Trasse der Altona-Lübecker Chaussee. Die Straße zweigte von der Altona-Kieler Chaussee ab und führte auf der Trasse der heutigen B 432 nach Kayhude und weiter nach Elmenhorst, Bad Oldesloe, Reinfeld und Lübeck. Somit wird die L 82 zwischen Kayhude und Elmenhorst wie damals die Straßenverbindung von Hamburg nach Lübeck.

Bettina Albrod

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