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Stormarn Streit ums Travebad ebbt nicht ab
Lokales Stormarn Streit ums Travebad ebbt nicht ab
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14:35 18.11.2016
Gleich am Eingang des Travebads wird darauf hingewiesen, dass die Sauna zu und das Frühschwimmen eingeschränkt ist. FOTO: VON DAHLEN
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Bad Oldesloe

Das Oldesloer Travebad kommt einfach nicht aus den Startlöchern. Viele Krankheitsfälle, Baumängel und technische Pannen haben in jüngster Zeit für Frust unter den passionierten Schwimmern gesorgt. Insofern löste ein erneuter Vorstoß der Vereinigten Stadtwerke Service GmbH (VSG) ein neues Preissystem einzuführen im Hauptausschuss nicht gerade Begeisterung aus. Bereits im Vorjahr wurde über eine Erhöhung gestritten, das Thema aber vertagt.

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Gleich am Eingang des Travebads wird darauf hingewiesen, dass die Sauna zu und das Frühschwimmen eingeschränkt ist. FOTO: VON DAHLEN

Erwachsene: Tickets von vier auf fünf Euro

Kinder: 6–16 Jahre von zwei auf drei Euro

Schwerbehinderte: von zwei auf vier Euro

Familienkarte, ein Kind: von fünf Euro auf 6,80 Euro

pro Bahn pro Stunde: für alle Nutzer 30 Euro

„Ich will mich nicht sträuben, etwas mehr zu zahlen, aber warum gerade 200 Prozent?“Dominic Geerken, DLRG

Vorschläge

„Es sollte aber eine moderate Preiserhöhung von höchstens 25 Prozent geben.“ Wilfried Janson (Grüne)

„Das Gefühl der anfänglichen Freude ist abgeebbt“, beschrieb eine Bürgerin, was dieser Tage viele Oldesloer umtreibt. Sie wollte wissen, wann es das Frühschwimmen wieder gibt und wann die Sauna wieder eröffnet wird. In der Stadt werde zurzeit viel gemunkelt. Werkleiter Jürgen Fahl erklärte, die Stadtwerke seien selbst nicht glücklich darüber. Die Probleme beruhten zum einen auf Krankheitsfällen. Dienstags gebe es die frühen Schwimmzeiten aber wieder. Möglicherweise könne ab Dezember zudem jemand neues eingestellt werden. Die Sauna sei gesperrt, da die Ummauerung des Ofens abgeplatzt sei. Dieser Gewährleistungsmangel werde in der nächsten Woche behoben.

Laut VSG-Geschäftsführer Olaf Poetzing sind die Badpreise zuletzt 2006 angehoben worden. Da jetzt viel investiert wurde, sei eine Erhöhung bei den Einzelkarten jetzt überfällig. „Es sollte aber eine moderate Erhöhung geben“, wandte Wilfried Janson (Grüne) ein. Stattdessen sei bei Kindern ein 50prozentiger und bei Schwerbehinderten ein noch größerer Aufschlag geplant. Er schlug vor, alle Tickets um 25 Prozent zu verteuern.

Für Diskussion sorgten aber auch die Preise pro Schwimmbahn. Bislang hatte die VSG heimische Nutzer bei der Berechnung bevorzugt. Dies sei rechtlich äußerst bedenklich, erklärte Poetzing. Bei einer Betriebsprüfung des Finanzamts laufe die VSG beziehungsweise die Stadt Gefahr, der verdeckten Gewinnausschüttung bezichtigt zu werden, wenn sie Schulen die Bahnen günstiger in Rechnung stelle. Es stehe zu befürchten, dass die Stadt mit einer steuerlichen Nachzahlung von 74 000 Euro belastet werde. Um das zu vermeiden, sei es aber möglich, den Bahnenpreis auch für Schulen auf 30 Euro zu erhöhen und die Differenz dann auf anderem Wege an die Schulen zurückzuzahlen. Ähnlich verhalte es sich, wenn im Preisgefüge zwischen einheimischen und auswärtigen Vereinen unterschieden werde. Dies könne eine Verfassungsbeschwerde wegen Ungleichbehandlung nach sich ziehen, wie bereits in einigen Fällen geschehen.

Der Oldesloer DLRG-Chef Dominic Geerken kritisierte, dass die Vereine dieses Mal nicht in die Preisgestaltung einbezogen wurden. Er stellte die Frage, mit wieviel Kindern künftig eine Bahn genutzt werden solle, damit sich die Kosten refinanzieren. Dabei leiste die DRLG wertvolle Arbeit, da Kinder kaum noch schwimmen könnten. „Ich will mich nicht sträuben, etwas mehr zu zahlen, aber warum gerade 200 Prozent?“ stellte Geerken in den Raum. Ähnlich argumentierte Christoph Klautke, Leiter der Schimmabteilung im VfL Oldesloe. Auf den Verein kämen Mehrkosten von 40 000 Euro zu.

Einen Kompromiss versuchte Birgit Reichardt-Mewes (CDU). Sie schlug vor, auch die heimischen Vereinen mit 30 Euro pro Bahn zu belasten, mit ihnen aber einen Finanzierungsvertrag abzuschließen, um die Mehrkosten abzufedern. „Das ist kein Hexenwerk, so etwas ist eine reguläre Geschichte“, sagte sie. „Wenn wir aber jetzt nicht beschließen, vertagen wir alles auf den St. Nimmerleinstag.“

Gegen den Vorschlag wandte sich Maria Herrmann (SPD). Sie plädierte dafür, die Preise erst zu erhöhen, wenn das Bad wieder voll funktionstüchtig ist. Auch den Vereinen sei es nicht zuzumuten, einer solchen Regelung auf Zuruf zuzustimmen. „Wir können hier nichts mit vagen Versprechungen erhöhen“, sagte sie. Ihr Antrag, die Entscheidung zu vertagen, wurde mehrheitlich angenommen.

LN

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