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Stormarn Stromautobahn wird auch zur U-Bahn
Lokales Stormarn Stromautobahn wird auch zur U-Bahn
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13:38 12.02.2018
Erläuterte die aktuellen Pläne zum Bau der Starkstromtrasse: Minister Robert Habeck. Quelle: M. Thormählen

„Auch das Erdkabel ist nicht schmerzfrei zu bekommen“, betonte Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) während der Ergebisniskonferenz zum geplanten Bau der neuen Ostküstenleitung in Bad Oldesloe. Zu erwarten sei durchaus der Widerstand durch die betroffenen Landwirte: „Aber dennoch ist es ein gutes Ergebnis.“

Habeck stellte gestern Abend vor rund 120 Bürgern in der Festhalle die Ergebnisse des so genannten Erdkabeldialogs für die Planung der 380-kV-Ostküstenleitung zwischen Henstedt-Ulzburg und Lübeck vor. Demnach werde der zuständige Netzbetreiber Tennet auf dem ersten Abschnitt der Leitung zwei Erdkabelteilabschnitte planen – und zwar in den Gemeinden Henstedt-Ulzburg und Kisdorferwohld, die beide im Kreis Segeberg liegen. „Auch Erdkabel werfen Fragen auf, insbesondere in der Landwirtschaft. Sie können aber helfen, zahlreiche Anwohner zu entlasten“, sagte der Minister.

In Kisdorferwohld plant Tennet einen Kabelabschnitt von rund vier Kilometern Länge in offener Grabenbauweise. In Henstedt-Ulzburg prüft der Netzbetreiber derzeit einen Erdkabelabschnitt von etwa fünf Kilometern Länge, der zum einen Teil in offener Grabenbauweise vorgesehen ist. Nach dem Abschluss des Dialogverfahrens beginnt jetzt die Planungsphase. „Daran können sich die Bürger weiter beteiligen“, so Robert Habeck. Jetzt könnten de Standorte der einzelnen Strommasten ausgewählt werden: „Denn die Korridore der Stromtrasse führen ja nicht an der Region vorbei. Es soll auch geschaut werden, wo denn der Kindergarten spazieren geht.“

Angesichts der vorgesehenen Erdverkabelung wird es eine zeitliche Verzögerung für das Gesamtprojekt geben. Die Planer müssen die Böden untersuchen, um negative Auswirkungen für die Landwirtschaft zu vermeiden. Der Minister geht davon aus, dass 2019 oder 2020 der Planfeststellungsbeschluss vorliegt und anschließend gebaut werden kann. 2022 solle die Leitung in Betrieb gehen.

Der Kreis Stormarn ist von dem Bau der neuen 380-kV-Leitung nur im nördlichen Bereich betroffen. Die Freileitung der sogenannten Stromautobahn wird nach den Ergebnissen des Dialogverfahrens auf der Trasse der bereits bestehenden 220-kV-Leitung errichtet. Davon betroffen sind vor allem die Gemeinden Mönkhagen und Travenbrück. Nach Fertigstellung der neuen Stromleitung sollen die vorhandenen Masten abgebaut werden.

Die Erdkabelabschnitte wurden nach den neu entwickelten Planungsgrundsätzen des Netzbetreibers auf der Grundlage der gesetzlichen Vorgaben ermittelt. Die rechtliche Grundlage für die Planung von Erdkabelteilabschnitten an der Ostküstenleitung schafft das Anfang Januar 2016 geänderte Bundesbedarfsplangesetz, das unter bestimmten Voraussetzungen die Prüfung von Erdkabelteilabschnitten für das Pilotprojekt Ostküstenleitung erlaubt. Der Netzbetreiber kann diese Option prüfen, wenn sich die geplante Freileitungstrasse innerorts 400 Meter und außerhalb von Ortschaften 200 Meter an Wohngebäude annähert.

Für die Windenergie

Die Ostküstenleitung soll als 380-kV- Wechselstromleitung Netzengpässe beheben und die wachsende Menge an erneuerbaren Energien abtransportieren. So wird in den nächsten Jahren mit einem Zuwachs an Leistung von zurzeit 500 auf 1500 Megawatt gerechnet. Es geht vor allem um den Windstrom, der an der Ostseeküste produziert wird. Er soll von Ostholstein über Lübeck bis nach Henstedt-Ulzburg auf einer Leitung mit einer weit größeren Kapazität transportiert werden. Die Ostküstenleitung wird abschnittsweise errichtet, beginnend beim Abschnitt Raum Segeberg nach Lübeck (Baubeginn 2019), gefolgt von den Abschnitten Raum Lübeck/Göhl (2020) und Raum Lübeck- Siems (Baubeginn 2020). Verantwortlich für die Planung und den Bau ist der Höchstspannungsnetzbetreiber Tennet.

• Infos unter www.schleswig-holstein.de/ostkuestenleitung

Michael Thormählen

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