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Stühle statt Bank am Brenner Moor

Bad Oldesloe Stühle statt Bank am Brenner Moor

Zwei Oldesloerinnen wollen ihre alten Sitzgelegenheiten zurück haben / Die Behörden diskutieren noch.

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Wünschen sich an alter Stelle im Brenner Moor eine Holzbank zurück: Ursula Tirre (l.) und Ingrid Kamm mit Hund „Mira“. Solange müssen zwei Stühle, die Ingrid Kamm im November auf den Kieshügel gestellt hat, für eine Rast genügen.

Quelle: Fotos: Verena Bosslet/archiv

Bad Oldesloe. Sie wird schmerzlich vermisst: Die Holzbank zwischen Grüner Brücke und Brenner Moor unweit des stillgelegten Pumpenhäuschens in Bad Oldesloe. Drei Jahrzehnte befand sich an jener Stelle eine Sitzgelegenheit, zwar zum Schluss in die Jahre gekommen, aber immerhin. Im vergangenen Jahr fiel sie dem Bau des neuen Holzbohlenwegs durch das Moor zum Opfer. Ersetzt ist sie bisher nicht. Seit November nun stehen dort wie zum Protest zwei Stühle, platziert von Ingrid Kamm (69).

„Das war Hilfe zur Selbsthilfe und ist als Provisorium gedacht“, sagt die Oldesloerin. Denn: „Wir möchten genau an dieser Stelle eine Bank zurück.“ Nicht am alten Pumpwerk oder direkt an der Grünen Brücke, sondern genau dort. „Hier hat man die Trave im Rücken und schaut in die Weite des Brenner Moores und der Wolkenweher Niederung. Es gibt keinen schönerer Platz“, schwärmt Kamm. Rückendeckung erhält sie von Ursula Tirre (69) und vielen anderen Oldesloern. „Ich habe etwa 50 Unterschriften zur Wiederaufstellung der Bank gesammelt, immer wenn ich hier spazieren war“, erzählt Ingrid Kamm. Und sie kommt oft mit Hund „Mira“, fast täglich. Die Unterschriften wollen die beiden Frauen nun der Stadt Bad Oldesloe übergeben, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen.

Die Stadt ist zuständig für die Planungen im Zusammenhang mit dem Bohlenweg, auch wenn das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek das letzte Wort hat. Die Neugestaltung des Wanderweges wurden nämlich mit Fördermitteln aus dem Kieler Umweltministerium finanziert. Nach Angaben von Dr. Thomas Holzhüter, Dezernatsleiter Gebietsschutz im Landesamt, sahen die Planungen der Stadt tatsächlich drei neue Bänke vor, zwei wurden umgesetzt, aber für die dritte — eben jene, die sich Ingrid Kamm und Ursula Tirre zurück wünschen — war der Pfad zu schmal. Um auf das Niveau des Weges zu gelangen, wurde offenbar ohne Wissen des Amtes im sensiblen Bereich des Traveufers Kies aufgeschüttet. Aber: „Kies geht nicht im Moor“, sagt Holzhüter. „Bei dem weichen Untergrund kann die Aufschüttung absacken und eine Kante zum Weg entstehen, die unglücklich wäre.“

Man sei jetzt in Gesprächen mit der Stadt Bad Oldesloe. „Es besteht durchaus eine Chance, dass wieder eine Bank dorthin kommt“, sagt Holzhüter. Die Frage ist, wie und wann. Darüber haben sich die zuständigen Stellen bis dato abschließend noch nicht verständigen können.

Urlaub beziehungsweise Krankheit haben dies bislang wohl vereitelt. Dr. Kurt Soeffing vom Oldesloer Umweltamt bestätigte gestern, dass die Stadt die Planungshoheit für das Projekt Bohlenweg innehabe.

Er wies darauf hin, dass das Landesamt die genehmigende Behörde sei. „Welche Möglichkeiten in diesem Fall praktikabel sind, können wir nicht allein entscheiden“, sagte Soeffing. „Wir bemühen uns aber, eine bürgerfreundliche Lösung zu finden, mit der die Oldesloerinnen leben können.“

Zerstörte QR-Codes am Erlebnispfad sind erneuert

Erst im September des vergangenen Jahres wurden entlang des Erlebnispfades im Naturschutzgebiet Brenner Moor in Bad Oldesloe zehn Stationen eingerichtet, an denen sich Besucher über QR-Codes Wissenswertes über die außergewöhnliche Landschaft auf das Smartphone holen können. Es dauerte nicht lange, und die Hälfte der kleinen Täfelchen war zerstört. „Wir wissen leider auch nicht, wer das war“, sagt Klaus Graeber vom Naturschutzbund Bad Oldesloe. Ärgerlich war es allemal. Nun sind gleich alle Pfosten ausgetauscht worden. „Sie sind jetzt auch nur noch halb so hoch“, berichtet Graeber. Und die QR Codes wurden zerstörungssicher am Holz angebracht (siehe Foto).

Von Verena Bosslet und Dorothea von Dahlen

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