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Stormarn Sturzregen setzte Häuser unter Wasser
Lokales Stormarn Sturzregen setzte Häuser unter Wasser
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20:24 24.06.2013
Verbarrikadierten den Zugang zu ihren Geschäften mit Sandsäcken: Sabine Mamero (l.) und Torsten Funke waren wenig erfreut über den Wassereinbruch. Quelle: Fotos: Verena Bosslet

Das war ein Schreck in der Morgenstunde: Als Torsten Funke und Sabine Mamero Mitte vergangener Woche ihre nebeneinanderliegenden Geschäfte in der Bad Oldesloer Brunnenstraße betraten, trauten sie ihren Augen kaum. Nach den heftigen Gewittern und Wolkenbrüchen der Nacht standen ihre Läden unter Wasser. Auch der Heinrich-Liebe- Wohnkomplex gegenüber wurde in Mitleidenschaft gezogen. Dort liefen Unmengen von Wasser in den Keller. Die Feuerwehr eilte herbei und half .

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Verbarrikadierten den Zugang zu ihren Geschäften mit Sandsäcken: Sabine Mamero (l.) und Torsten Funke waren wenig erfreut über den Wassereinbruch.

„Das war schon bitter“, sagt Sabine Mamero. „Vier Zentimeter hoch stand das Wasser bis ganz hinten durch. Das hatte ich vorher noch nie“, sagt die Inhaberin des Nähstübchens. Schnell sei sie durch das Wasser geeilt und habe den Strom abgestellt. „Die Anlassfüße meiner Nähmaschinen standen ja im Nassen. Es hätte einen Kurzschluss geben können“, berichtet sie. Soweit ist es zum Glück nicht gekommen. Mit etlichen aufgeweichten Kartons und zwei Tagen Arbeitsausfall kann Sabine Mamero leben. Erst einmal. „Aber ich mache mir schon Sorgen. Wird das jetzt jedes Mal so sein, wenn es kräftig regnet?“, fragt die Oldesloerin.

Die Sturzflut hat sich den Weg bergab von der Kurparkallee durch den sandigen, weil noch nicht fertigen Teil der Baustelle im oberen Teil der Brunnenstraße in die Kellerschächte des Mehrfamilienhauses „Heinrich Liebe“ gesucht. Dann ist sie mit reichlich Dreck in der Welle hinüber geschwappt auf die andere Straßenseite. „Ich habe um Mitternacht die Feuerwehr gerufen“, berichtet Klaus Ebersbach, seit 30 Jahren Mieter in dem Wohnkomplex. „Zwei Stunden haben die Hilfskräfte Wasser aus unserem Keller gepumpt.“ Am nächsten Morgen habe er dann mit anderen Mietern Sandsäcke gefüllt und vor den Hauseingängen aufgeschichtet. Tagelang haben sie dort gelegen. Ebenso lang stand Wasser im Keller seiner Mieteinheit, bevor es abgepumpt wurde. „Das hatte mit dem Regen aber wohl nichts mehr zu tun,“ sagt der Rentner. „Wir vermuten, dass es Grundwasser ist.“ Denn in dem der Brunnenstraße zugewandten Mietshaus steht die Kellerräume öfter mal unter Wasser.

Vor den Geschäften von Torsten Funke und Sabine Mamero lagen gestern noch die Sandsäcke. Den Wassereinbruch führen die beiden Geschäftsleute auf die Bauarbeiten vor ihrer Tür zurück. Dort wird seit geraumer Zeit die Straße saniert. „Wir haben jetzt keinen Kantstein mehr. Der ist abgesenkt“, sagt Frisörmeister Funke, den es an dem unheilvollen Morgen nicht ganz so schlimm erwischt hat wie seine Nachbarin. Zudem wurden die Entsorgungskanäle der Stadtwerke erneuert. Vielleicht können die neuen Rohre die Wassermassen nun nicht mehr aufnehmen, mutmaßen die beiden Unternehmer.

Bürgermeister Tassilo von Bary kann dem nicht ganz widersprechen. „Jein“, sagt der Verwaltungschef. Zwar seien in der Brunnenstraße kleinere Rohre verlegt worden, aber: „Es sind dort mehrere unglückliche Umstände zusammengekommen. Nach dem bevorstehenden Abschluss der Baumaßnahme soll das eigentlich nicht wieder passieren“, sagt von Bary. Das Regenwasser werde dann besser in die Sieleinläufe abfließen können. Zudem bekomme die Kurparkallee im Zuge des Kreiselbaus ab Herbst Rohre mit größerem Durchmesser. „Wir werden aber ein Auge darauf haben, denn die Stadt ist ja schadenersatzpflichtig“, verspricht er.

„Ich mache mir schon Sorgen. Wird das jetzt jedes Mal so sein, wenn es kräftig regnet?“
Sabine Mamero, Nähstübchen

Verena Bosslet

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