Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Südstormarn wehrt sich gegen den Fluglärm von Hamburg
Lokales Stormarn Südstormarn wehrt sich gegen den Fluglärm von Hamburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 19.09.2014
Lärm macht krank — in Hamburg kommen Flugzeuge nach dem Anflug über Stormarn den Hausdächern sehr nahe. Quelle: Arne Dedert/dpa
Bargteheide

Im Süden Stormarns wächst der Unmut über Fluglärm. Bargteheide, Ammersbek, Ahrensburg, Großhansdorf und das Amt Bargteheide-Land haben sich jetzt nach Angaben von Bargteheides Bürgermeister Dr. Henning Görtz zu einer Initiative gegen Fluglärm zusammen geschlossen. „Wir bekommen immer mehr Anfragen von Bürgern, die sich von Flugzeugen belästigt fühlen“, erläutert Görtz, „deshalb soll es ein Gespräch mit der Fluglärmschutzbeauftragten der Hansestadt geben“.

Unterstützung findet Südstormarn bei der Bürgerinitiative Alstertal Walddörfer (BAW). „Die Initiative hat sich gerade Bürgern aus dem Kreis Stormarn geöffnet“, erläutert Ulrich Flamme von der BAW, „sie sind auf uns zugekommen.“ Hintergrund ist, dass bis 2009 die Korridore für die Anflüge über den Nordosten Hamburgs auf den Flughafen Fuhlsbüttel zehn Nautische Meilen (NM) lang waren. Das heißt, die Flugzeuge konnten langsam sinken. Danach wurden die Korridore auf sieben NM, in Ausnahmefällen auf vier NM verkürzt. Eine Nautische Meile entspricht 1,8 Kilometern. Die kurzen Vier-Meilen-Anflüge führten vor allem über dem Alstertal, den Walddörfern und auch über Ahrensburg zu mehr Fluglärm. Von den Sieben-Meilen-Anflügen sei auch Bargteheide betroffen, da flögen die Maschinen aber noch höher.

Deshalb fordert die Initiative eine Rückkehr zu den Standards aus 2009 von zehn Nautischen Meilen für den Landeanflug. „Dann ist der Halbkreis, den die Flugzeuge für den Landeanflug fliegen, so groß, dass sie höher fliegen und nicht über dicht besiedeltem Gebiet wären“, erläutert Flamme. Der Hamburger Senat habe im Mai einen entsprechenden Beschluss gefasst, die Deutsche Flugsicherung wolle sich aber nichts vorschreiben lassen. Die Fluggesellschaften wollten verkürzte Anflüge, um Geld zu sparen, so der Vorwurf der Bürgerinitiative: „Sie brauchen weniger Kerosin und sparen Zeit. Aber das Kerosinsparen darf nicht auf Kosten der Gesundheit gehen.“

Der Umweltausschuss der Stadt Hamburg habe sich mehrmals mit dem Thema befasst, sagt die Hamburger Lärmschutzbeauftragte Dr. Gudrun Pieroh-Joußen: „Es gab eine Expertenanhörung dazu, und das Ergebnis war ein Bürgerschaftliches Ersuchen mit einem Acht-Punkte-Plan.“ Der erste Punkt sei die Optimierung der Anflugbahnen, hier werde gerade geprüft, ob eine Verlängerung sinnvoll sei. Im Moment sind Anflüge ab vier NM Abstand zur Landebahn erlaubt. Bei der Fluglärmschutz-Kommission hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Auswirkungen der Korridorlängen prüft und vergleicht. Dabei werde geprüft, wo Bürger durch eine Änderung be- oder entlastet würden. Am 26. September trifft sich die Kommission, dann soll es einen Beschluss geben. Dem könne sie nicht vorgreifen, sagt Gudrun Pieroh-Joußen. Bei einem Zehn- NM-Korridor wäre Schleswig-Holstein mehr betroffen, ohne dass die Walddörfer entlastet würden.

BAW öffnet sich
Am 13. September hat die Bürgerinitiative Alstertal Walddörfer (BAW) sich auch Bürgern aus Ahrensburg und Bargteheide geöffnet, weil ihre Berechnungen gezeigt haben, dass eine Änderung des Anflugkorridors die schleswig-holsteinischen Gemeinden im Südosten von Hamburg betrifft, vor allem rund um Ahrensburg und Bargteheide einen Siedlungsraum mit etwa 46000 Einwohnern.



• Mehr Infos www.baw-fluglaerm.de

Bettina Albrod

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Saison im Bargteheider Freibad ist beendet: Zwischen dem 9. Mai und dem 7. September passierten 74771 Badegäste die Tore des Bades im Volkspark.

19.09.2014

In Bargteheide werden Radfahrer meist wieder auf der Straße fahren.

19.09.2014

Bad Oldesloer Sozialdemokraten wollen die Stelle nicht als Sachbereichsleitung bei der Stadt ansiedeln.

18.09.2014