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Stormarn Täter mit einem unheimlichen Vorbild
Lokales Stormarn Täter mit einem unheimlichen Vorbild
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20:18 02.09.2013
Polizeirevier Ahrensburg: Walter H. wurde 1966 verhaftet. Er hatte einen 14-Jährigen fast erwürgt. Quelle: Fotos: Marfels

Er hatte ein unheimliches Vorbild: den bundesweit bekannt gewordenen mehrfachen Kindermörder Jürgen Bartsch. Und weil er damit vor Freunden prahlte, konnte der 1966 als „Würger von Ahrensburg“ in die Stormarner Kriminalgeschichte eingegangene Walter H. schnell von der Polizei gefasst werden.

„Der Bartsch wird bald Gesellschaft bekommen — von mir“, soll der damals 20-jährige Arbeiter gegenüber zwei Freunden gesagt haben. Er hatte sie sogar zum Tatort geführt, an dem er sich an einem 14-jährigen Schüler vergangen und ihn beinahe erwürgt hatte. Da die Polizei jedoch schon dort gewesen war und nichts mehr auf ein Verbrechen hindeutete, glaubten sie Walter H. nicht. Als die Freunde davon jedoch tags darauf in der Zeitung davon lasen, wussten sie, dass der 20-Jährige nicht gelogen hatte — und zeigten ihn an.

Bereits während der Spurensicherung zuvor war Walter H. als vermeintlicher Schaulustiger an den Tatort in Ahrensburg-Beimoor zurückgekehrt — und sogar zufällig vom Polizei-Fotografen abgelichtet worden. „Ich habe nachsehen wollen, ob der Junge dort noch lag“, sagte der Täter nach seiner Festnahme.

Der 14-jährige Schüler hatte jedoch nicht mehr in dem Kornfeld gelegen, weil er sich während des Angriffs tot stellte und H. deshalb irgendwann von ihm abließ. Zuvor war der Junge gewürgt, mit Handkantenschlägen und einer Eisenstange malträtiert worden. Nachdem Walter H. geflohen war, schleppte sich der Junge an den Straßenrand und hielt einen Autofahrer an, der ihn in die Ahrensburger Klinik brachte.

In der Nähe des Tatorts wurden später weitere Kleidungsstücke von Jugendlichen gefunden. Die Polizei ging deshalb davon aus, dass Walter H. sich noch an weiteren Jungen vergangen hat, die Taten jedoch nicht angezeigt wurden.


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Kriminalfälle

80-Jährige überfallen
Ein Jahr vor Walter H. war der Bargteheider Polizei „ein ganz schwerer Junge“ (LN vom 25. September 1965) ins Netz gegangen. Der 39-jährige Gerhard T. hatte in Hammoor eine 80-jährige Frau hinterrücks überfallen und wurde seitdem nur noch der „Würger von Hammoor“ genannt. Ein Autofahrer hatte die Rentnerin aufgefunden und sofort die Polizei alarmiert, die den Täter schon kurz danach stellen konnte.

Zuvor hatte der 39-Jährige bereits zwei ältere Frauen in Trittau auf ähnliche Weise überfallen. Und nicht nur das: Gerhard T. hatte rund 15 Vorstrafen auf dem Konto und bereits mehrere Jahre unter anderem wegen schweren Diebstahls im Gefängnis verbracht. Zuletzt war er auf dem Hamburger Fischdampfer „Blankenese“ mitgefahren und hatte dort drei Seeleute um insgesamt 750 Mark erleichtert.

LN

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