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Tanzlehrer muss ins Gefängnis

Ahrensbur Tanzlehrer muss ins Gefängnis

Der Angeklagte missbrauchte seine Position mehrmals für Sex mit minderjährigen Mädchen.

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Quelle: Archiv

Ahrensburg. Zwei Jahre und drei Monate Haft ohne Bewährung — mit diesem Urteil ging gestern der Prozess vor dem Ahrensburger Schöffengericht gegen einen 23-jährigen Ahrensburger zu Ende. Das Gericht befand den jungen Mann in drei Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und in sechs Fällen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in den Jahren 2013 und 2014 für schuldig. Der Mann wurde nach dem Jugendrecht verurteilt; er gab zu, während seiner Tätigkeit als Tanzlehrer in Hamburg und Ahrensburg zu mehreren minderjährigen Mädchen sexuelle Kontakte gehabt zu haben. Offen blieb die Frage, inwieweit bei dem Mann schädliche Neigungen vorliegen, das Jugendrecht sieht eine Entscheidung in der Frage nicht vor. Der Angeklagte hatte nach einer Verständigung zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht eingewilligt, ein Geständnis abzulegen, das strafmildernd angerechnet wurde.

 

LN-Bild

Justitia vor dem Ahrensburger Amtsgericht. *

Quelle: ukk

„Sie haben eine Katastrophe angerichtet mit Ihrer Art.“ Aus dem Urteil

Der Angeklagte war immer nach demselben Muster vorgegangen: Als Tanzlehrer unterrichtete er junge Mädchen. Dabei kam es zu Kontakten per Handy, dann über soziale Netzwerke und Gespräche bis hin zum ersten Kuss, gefolgt von sexuellen Handlungen. Die betroffenen Mädchen waren damals erst 13 Jahre, der Angeklagte 20 und später 21 Jahre alt. „Die Mädchen nannten den Tanzlehrer ,den Pädophilen‘“, sagte eine Mutter aus, die ihre Tochter vom Tanzunterricht abgemeldet hatte, nachdem dort erste Gerüchte die Runde machten, dass der Angeklagte mit einer damals 13-Jährigen eine Beziehung habe. Sie hatte das Handy ihrer Tochter eingezogen und dabei gesehen, dass dieses Mädchen ihrer Tochter eine SMS geschickt hatte, in der sie beschrieb, wie der Mann ihr vorschlug, ihre Mutter zu belügen, um die Nacht bei ihm verbringen zu können. Daraufhin war die Mutter zur Leiterin der Tanzschule gegangen.

Als der junge Mann von seiner Chefin zur Rede gestellt wurde, stritt er alles ab. Auch eine spätere polizeiliche Vernehmung wegen eines ähnlichen Falls führte nicht zum Umdenken bei ihm. „Bei Ihnen kann man von einer Tatserie sprechen“, erklärte die Staatsanwältin. „Sie sind ein Erwachsener, der x-mal gewarnt wurde und es trotzdem gemacht hat.“ Sie hatte zwei Jahre und sechs Monate Haft gefordert. In seinem Geständnis gab der Mann zu, in der Tanzschule und bei sich zu Hause intimen Kontakt mit 13-Jährigen gehabt zu haben. Auch bei weiteren Mädchen war es zu Sexualkontakten gekommen, teilweise bei zwei Mädchen gleichzeitig. „Ich wusste, wie alt die Mädchen waren“, gab der Angeklagte auf Nachfrage des Richters zu. „Ich habe mich als Teil der Gruppe gefühlt und mein Alter ausgeblendet.“ Er sei jetzt um 20 Jahre gealtert, traue sich kaum mehr aus dem Haus und habe das Gefühl, von allen angestarrt zu werden. Durch die Berichterstattung über den Prozess habe er seinen Job verloren.

„Sie bewegen hier Ängste um sich selbst“, befand der Richter in seiner Urteilsbegründung, „Sie sehen nicht, was Sie den Mädchen angetan haben. Sie haben eine Katastrophe angerichtet mit Ihrer Art.“ Die Erfahrung habe bei den Mädchen schwere psychische Belastungen ausgelöst. „Sie waren ihnen durch Alter und Position überlegen, es gibt keine Freiwilligkeit bei 13-Jährigen.“ Damit widersprach er dem Verteidiger, der als strafmindernd angeführt hatte, dass es in gegenseitigem Einverständnis zum Sex gekommen sei. Er hatte nur zwei Jahre Haft gefordert. Einig waren sich alle darin, das Jugendrecht anzuwenden, das mildere Strafen vorsieht. Die Jugendgerichtshilfe hatte dem Angeklagten bescheinigt, dass er auf dem Reifegrad eines Jugendlichen stehen geblieben sei. Der Angeklagte lebe immer noch bei seiner Mutter, habe keine Ausbildung gemacht und einen schlechten Schulabschluss. Auch mit jetzt 23 Jahren habe er keine Perspektive für seine berufliche Entwicklung.

Von Bettina Albrod

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