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Stormarn Tausend Überstunden fürs Jubiläum
Lokales Stormarn Tausend Überstunden fürs Jubiläum
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21:01 09.02.2018
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Fast 1000 Überstunden hat die Kulturabteilung des Kreises um Kulturreferentin Tanja Lütje und Daniela Frackmann innerhalb eines Jahres aufgebaut. Es wurde zwar noch einmal personell nachjustiert, doch Stephanie Brunsen kam erst zum Jahresende.

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Geschichte im Bild - der Kreis hat 2017 sein 150-jähriges Bestehen gefeiert. 

Die Mehrarbeit im Jubiläumsjahr – der Kreis feierte 150-jähriges Bestehen – rief jetzt sogar den Personalrat der Kreisverwaltung auf den Plan.

„Es wird viel erwartet von der Kultur, und die Mitarbeiterinnen machen wirklich tolle Arbeit“, sagte Personalratsvorsitzender Joachim Sauer jüngst im Kulturausschuss des Kreises. Aber: „Sie schieben einen großen Berg von Überstunden im hohen dreistelligen Bereich vor sich her.“ Nach LN-Informationen sollen es sogar noch mehr sein. Daher sollten sich laut Sauer Politik und Verwaltung überlegen, welchen Anspruch sie an Kultur hätten und ob die finanziellen Ressourcen ausreichten. In jedem Fall plädierte er dafür, dass in diesem Jahr deutlich weniger passieren solle im Kulturbereich.

Das haben sich Tanja Lütje und Co. auch fest vorgenommen, allerdings hat die Kulturabteilung schon wieder ein ambitioniertes Jahresprogramm vorgelegt. Dazu gehört auch die Familienausstellung „Frech, wild und wunderbar“, die derzeit im Kreishaus läuft. „Dafür haben wir aber schon Fremdfirmen engagiert, die uns da unterstützen“, erklärte Tanja Lütje und sagte in Richtung Politiker: „Im Frühjahr kann es durchaus sein, dass Sie niemanden von uns erreichen.“ Die Debatte zeigt laut Lütje ein Grundproblem: „Welche Wertigkeit hat Kultur und welche Wertschätzung erfährt sie?“

Während die Ausschuss-Vorsitzende Sigrid Kuhlwein (SPD) für eine Aufstockung des Personals ist, gab sich Landrat Henning Görtz zurückhaltend: „Klar ist, dass wir eine große Aufmerksamkeit erzielt haben und entsprechende Erwartungen geweckt haben. Was nun personell passiert, müssen wir uns genau angucken.“ Auf jeden Fall würde der Kreis Stormarn dieses Jahr nicht so viel machen können wie in 2017. „Wir können auch keine Personalressourcen aus dem Hut zaubern“, bemerkte Kirstin Krochmann von der CDU.

Kulturreferentin Lütje schlägt daher eine Kulturkonferenz für den Herbst vor, um dann perspektivisch planen zu können. „Wie geht das mit unserer Stundenzahl? Was können Dritte übernehmen?“ Auch ein Kulturentwicklungsplan – in anderen Kreisen üblich – steht im Raum. Er wird von SPD und Grünen favorisiert. „Wir müssen uns strategisch ausrichten und fragen, wie es grundsätzlich mit der Kultur in Stormarn weitergehen soll“, so Landrat Görtz.

Personalrat Sauer mahnte indes Eile an und möchte das Thema gleich nach der Kommunalwahl Anfang Mai auf die Tagesordnung des dann neu zusammengesetzten Ausschusses setzen. Im Herbst sei es zu spät, mögliche neue Stellen in die Haushaltsberatungen aufzunehmen.

 Markus Carstens

20.000 Besucher

20 000 Besucher hat die Kulturabteilung auf allen Veranstaltungen zum Kreisjubiläum gezählt. „Mindestens“, sagt Tanja Lütje, „es dürften noch einige mehr und damit etwa jeder zehnte Stormarner gewesen sein.

8000 Kinder

8000 Kinder haben das Stormarn-Bilderbuch erhalten. „Man sagt, dass etwa drei Personen so ein Buch lesen“, erklärt Tanja Lütje. Also habe man rund 24 000 Stormarner damit erreicht. Das Interesse sei so groß, dass „wir wahrscheinlich nachdrucken müssen“. Auch andere Kreise wollten die Idee jetzt aufgreifen.

62.200 Kinder

62 200 Euro hat die Kulturabteilung insgesamt für das Jubiläumsjahr ausgegeben. 20 000 Euro groß ist das jährliche Budget, dazu kamen 38500 Euro Sondermittel fürs Jubiläum und 3700 Euro Einnahmen, so dass am Ende eine schwarze Null stand.

1000 Besucher

1000 Besucher kamen zum Erlebnistag in der Kreisverwaltutng in Bad Oldesloe. „Das war ein großer Erfolg“, so Tanja Lütje. Auch für das Miteinander der Kollegen sei dieses Event sehr förderlich gewesen.

192.000 Besucher

192 000 Euro kosteten alle Jubiläumsveranstaltungen zusammen. „Das ist vergleichbar wenig Geld“, sagt Landrat Henning Görtz. „Lübeck kalkuliert zum Beispiel mit einer Million Euro für die Feierlichkeiten zum 875-jährigen Bestehen in diesem Jahr.“

350 Besucher

350 Besucher zählten die Kultur- und Geschichtstage, die mit rund 32000 Euro zu Buche schlugen. „Sie hatten ein hohes wissenschaftliches Niveau“, sagt Kulturreferentin Tanja Lütje, „das Interesse blieb aber unter unseren Erwartungen.“ Umgerechnet habe man jeden Besucher mit rund 1000 Euro subventioniert, so Landrat Henning Görtz. Von daher müsse man die Veranstaltung schon mal hinterfragen. „Trifft sie den Nerv der Leute? Muss man etwas ändern oder die Tage ganz abschaffen?“

700 Zuschauer

700 Zuschauer kamen zu den 1. Stormarner Filmtagen, an denen auch der Stormarn-Film vorgestellt wurde. „Es gibt eine große Nachfrage nach der DVD, die jetzt wieder erhältlich ist“, erklärt Tanja Lütje. Vor allem aus dem Oldesloer Tourismusbüro erreichten die Kulturabteilung des Kreises immer wieder Anfragen. Die Filmtage sollen dieses Jahr fortgeführt werden.

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