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Stormarn Teichpächterfamilie Wenskus in Reinfeld hört auf
Lokales Stormarn Teichpächterfamilie Wenskus in Reinfeld hört auf
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20:10 29.08.2018
Karolin Wenskus (17) steht ihren männlichen Kollegen beim Abfischen des ersten Hälterbeckens in nichts nach. Quelle: Fotos: Petra Dreu
Reinfeld

„Ich bin 66 Jahre alt, bekomme Rente und habe mein Auskommen“, sagt Alfred Wenskus, der von allen nur „Ali“ gerufen wird. Vor zwölf Jahren, zu einer Zeit, als er gerade arbeitslos war, hat er den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und wurde Pächter der Reinfelder Teiche, die von der Stadt für zwölf Jahre ausgeschrieben worden waren. Seitdem beteiligt er sich an Veranstaltungen der Stadt, während denen im Fischhaus nicht nur frischer Fisch gekauft werden kann, sondern auch warme Fischgerichte zu haben sind.

Letzten Sonnabend fischten Alfred „Ali“ Wenskus und sein Team für das Karpfenfest, das Freitag beginnt, die ersten Karpfen des Jahres aus einem der Hälterteiche ab. Damit läutete er die letzte Runde der Karpfenernte ein, denn nach zwölf Jahren als Teichpächter ist für ihn im April 2019 Schluss.

Alfred Wenskus ist beliebt. Er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Wenn er da ist, wird viel gelacht. Und so hat sich ein eingefleischtes Team um ihn gebildet, dass jedes Jahr beim Abfischen der Teiche dabei ist. So auch am vergangenen Sonnabend, als die Ernte der Karpfen begann. „Eigentlich ist es noch ein bisschen zu früh. Aber wir brauchen ja die Karpfen für das Karpfenfest.

Und dafür müssen sie noch eine Woche in klarem Wasser schwimmen“, verrät der Teichpächter.

Zufrieden wirft er einen letzten Blick auf das inzwischen leere Hälterbecken. Obwohl der Dürresommer auch an den Fischteichen nicht spurlos vorbeigegangen ist, konnten dort 150 wohlgenährte Karpfen abgefischt werden. Dabei arbeiteten Mylo Blum, Ralf Zingelmann, Andre Schubring und Karsten Rieck Hand in Hand. Vierte im Bunde ist Karolin Wenskus, die den männlichen Helfern trotz ihres jugendlichen Alters von 17 Jahren in nichts nachsteht. Sie weiß, was zu tun ist, schleppt die schweren Wannen und ist wie die gestandenen Männer auch von oben bis unten mit Schlamm bespritzt, den die zappelnden Karpfen an ihr hinterlassen haben.

Die hübsche junge Frau ist wie auch ihr Bruder Stefan (23) und ihre große Schwester Emilie (22) mit den Karpfen groß geworden. Sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass die Karpfen bald keine große Rolle mehr in ihrem Leben spielen werden, fällt ihr noch schwer. „Mein Vater hat mich vom Kindergarten abgeholt und dann sind wir zum Fischhaus gegangen. Die Karpfen werden mir fehlen. Bei meinen Geschwistern ist das nicht anders“, erzählt sie.

„Stefan hat zwar zuerst noch überlegt, ob er die Teiche pachten möchte, aber er hat sich dann doch dagegen entschieden. Die Bewirtschaftung wird immer schwieriger“, weiß Ali Wenskus. Besonders Kormorane und Fischotter haben ihm zu schaffen gemacht. „Immer mehr Fischfresser werden unter Naturschutz gestellt. Das setzt den Fischern immer mehr zu. Doch die Naturschutzverbände nehmen das billigend in Kauf“, bedauert der Teichpächter.

Die Pacht der Reinfelder Karpfenteiche sollen nach der Sitzung des Hauptausschusses am 25. Oktober öffentlich ausgeschrieben werden.

Von Petra Dreu

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