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Stormarn Theatergruppe sucht den fünften Mann
Lokales Stormarn Theatergruppe sucht den fünften Mann
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14:12 12.10.2018
Im vergangenen Jahr brachte das Ensemble das Stück "Oh, oh, Onkel Ewald" auf die Bühne. Quelle: Thormählen
Reinfeld

Das wird ein Superspaß: 1989 brachte die Theatergruppe Reinfeld für ihre erste Premiere das Stück „Moral in Müggenhuusen“ auf die Bühne. Und jetzt – zur geplanten 30. Aufführung – steht dieses amüsante Werk erneut auf dem Spielplan. Im Februar kommenden Jahres wird sich zur Wiederaufnahme der Vorhang öffnen.

Doch bevor am kommenden Mittwoch die umfangreichen Probenarbeiten beginnen, muss das Amateurensemble noch ein wichtiges Besetzungsproblem lösen. „Uns fehlt nämlich ein männlicher Darsteller“, erläutern Hanno Eick, Greta Nielsen und Detlef Schmidt. Die Mitglieder der Reinfelder Theatergruppe haben in den vergangenen Wochen so ziemlich alle Hebel in Bewegung gesetzt und nichts unversucht gelassen, um noch einen passenden Akteur zu finden – leider vergebens. „Ich habe mich bei allen Bekannten schon erkundigt. Leider gab es nur Absagen“, so Hanno Eick.

Dabei hatte es in der Reinfelder Theatergruppe schon einen passenden Kandidaten gegeben, der aber doch ausgefallen sei. „Das kann schon immer mal passieren“, sind sich die erfahrenen Theaterleute bewusst. Sie erinnern an die Situation vor wenigen Jahren, als ein Darsteller krankheitsbedingt die ihm zugedachte Rolle doch nicht übernehmen konnte und ein Ersatz gefunden werden musste.

Gesucht wird Addi Moog

Dieses Mal geht es um den Part von Addi Moog. Der gehört dem Gemeinderat im fiktiven Müggelhuusen an. Und dieses Gremium tagt in jüngerer Zeit ziemlich oft, eigentlich zu häufig. Das hat mit der Moral in zu tun, denn die Gemeindevertreter nehmen immer wieder gern einen Ortstermin wahr, und zwar in einem höchst anrüchigen Lokal in diesem kleinen Dorf. Davon dürfen natürlich die Ehefrauen eigentlich nichts wissen – Kommunalpolitik wurde damals ausschließlich von Männern dominiert, in Müggenhuusen gibt es jedenfalls keine Gemeindevertreterin.

„Aus diesem Grund muss der Addi Moog auch mit einem männlichen Darsteller besetzt werden. Wir können diese Rolle nicht für eine Frau umschreiben“, erklärt Hanno Eick. Die Suche nach einem Ersatzmann habe sich als schwierig erwiesen, weil in diesen Tagen auch die anderen Theaterensembles in der Region in ihre Probenarbeiten einsteigen wollen. Sie finden meistens im Herbst und Winter statt: „Deshalb sind viele Kollegen bereits anderweitig verpflichtet.“

Einem potenziellen Interessenten wird von den Reinfelder Theaterleuten jede nur denkbare Unterstützung gewährt. „Wir sind für einander da. Und man kann auch mit dieser Rolle durchaus als Darsteller anfangen“, sagt Detlef Schmidt. Wichtig sei allerdings, dass Addi Moog auf der Bühne platt spricht – und so sollte ein Schauspieler auch einen Zugang zu dieser beliebten Mundart haben. „Man kann aber einiges auch noch lernen“, versichert Hanno Eick. Das Alter spiele eher eine untergeordnete Rolle, der neue Darsteller könne zwischen 30 und 70 Jahren sein. Seine Bühnen-Ehefrau ist etwa 60 Jahre alt.

„Wie spielen ein ganz tolles Stück“, verspricht Greta Nielsen. Die 78-Jährige war schon vor knapp 30 Jahren mit von der Partie, als zum ersten Mal „Moral von Müggenhuusen“ in Reinfeld gegeben wurde: „Damals habe ich noch ziemlich gezittert, als ich auf der Bühne stand.“ 1989 war sie in der Rolle einer Gemeinderäte-Gemahlin zu sehen, jetzt spielt die erfahrene Darstellerin die Posthalterin in dem kleinen Dorf. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir schon nach 25 Jahren dieses Stück wieder aufgeführt hätten. Das hatte leider nicht geklappt“, so Greta Nielsen. Auch sie hat schon mit Interesse wieder im Textbuch geschmökert. Die literarische Vorlage stammt von dem Autor Jens Exler. Am Inhalt, das hat Greta Nielsen festgestellt, hat sich so gut wie nichts geändert –und auch nicht an der plattdeutschen Sprache. „Einige Begriffe sind neu hinzugekommen, beispielsweise das Wort Handy, das es früher eben noch nicht gab.“

Bei den Proben vorbei schauen

Zehn Darsteller werden erneut zu sehen sein, wenn sich der Vorhang für „Moral in Müggenhuusen“ öffnet. Und die Aktiven der Theatergruppe Reinfeld hoffen , dass sich bis zum Probenstart am Mittwoch, 17. Oktober, ein Interessent gemeldet hat, der den noch unbesetzten Männerpart des Addi Moog übernehmen möchte. „Man kann bei unseren Proben reinschnuppern. Wir setzen voraus, dass der Spaß am Theater spielen vorhanden ist“, sagt Hanno Eick. Das Reinfelder Ensemble hofft, dass es eine weitere Resonanz gebe, denn auch Frauen seien als Darstellerinnen jederzeit willkommen: „Und wer jetzt bei uns mitspielt, kann natürlich auch in der Zukunft dabei bleiben.“

Die anstehende Probenarbeit nimmt etwa 20 bis 24 Abende in Anspruch, damit Ende Februar die Wiederaufnahme gefeiert werden kann. Und die wird es auf jeden Fall geben, versichern die Theaterleute: „Wir werden dieses Stück für unser Publikum aufführen.“

Premiere im Februar

Insgesamt vier Mal soll die plattdeutsche Komödie „Moral in Müggenhuusen“ in Reinfeld aufgeführt werden. Dafür sind das letzte Februar-Wochenende sowie das erste März-Wochenende 2019 vorgesehen. Der Vorhang öffnet sich in der Immanuel-Kant-Schule. In den Schulräumen proben auch die Darsteller. Das erste Treffen der Theatergruppe ist am 17. Oktober. Geübt wird zunächst jeweils mittwochs, im neuen Jahr stets montags und mittwochs. Die Probenarbeit läuft von 20 bis 22 Uhr. Weitere Infos bei Hanno Eick, Telefon 04533/4100 oder 0160/99309300.

M. Thormählen

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