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Stormarn Tierschützer retten verletzte Hühner
Lokales Stormarn Tierschützer retten verletzte Hühner
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20:34 29.08.2017
Die Tiere haben kahle Stellen an Hinterteilen und Gelenken. Quelle: Dorothea von Dahlen
Rehhorst/Nusse

Das Ordnungsamt in Sandesneben-Nusse hatte sie per Amtshilfe herbeigerufen. Auch Kreisveterinärin Dr. Dorit Zander wurde eingeschaltet.

13 Hennen und ein Hahn irrten ziellos im Feld umher und werden nun in Rehhorst aufgepäppelt.

Die Tiere sind jetzt vorläufig auf Elke Schwaigers Hof untergebracht und werden dort aufgepäppelt. Wie ausgehungert stürmte die Hühnerschar gestern auf das Futter aus frischem Gemüse, Rosinen und Getreide zu, das sie ihnen brachte. Die Fundtiere befinden sich fast ausnahmslos in einem erbärmlichen Zustand, sehen wie gerupft aus. Am Hinterteil und im Bereich der Gelenke fehlt das Gefieder komplett. Die offen liegende Haut ist dunkelrot gefärbt. „Den Umständen entsprechend geht es ihnen gut. Aber bis das Gefieder nachgewachsen ist und sie wieder ganz zu Kräften gekommen sind, wird es noch dauern“, sagt die Tierexpertin.

Um eine der Hennen macht sie sich aber große Sorgen. Das Tier ist besonders stark angeschlagen, liegt erschöpft und zusammengesunken im Stroh. Ihr Rücken weist eine vier bis fünf Zentimeter große Wunde auf. Aus dem Schnabel tritt Schleim aus. „Das ist das erste Anzeichen, dass es schlecht um die Gesundheit des Huhns steht. Wenn man es ignoriert, kann sich eine Krankheit rasant ausbreiten“, sagt Elke Schwaiger. Die Tierärztin hatte sie bereits am frühen Morgen verständigt. Am Nachmittag konnte sie bereits berichten, dass das Gros der Hühner keinerlei Krankheitsymptome zeige. Dem stark verletzten Huhn sei ein Antibiotikum gespritzt worden. Von den Schleimhäuten habe die Ärztin eine Tupferprobe genommen, um damit eine Bakterienkultur anzulegen. Binnen zwei Tagen liege auch dieses Ergebnis vor.

Laut Kreisveterinärin Dr. Dorit Zander gibt es indes keinen Verdacht auf eine Tierseuche. „Es spricht alles dafür, dass die Hühner nicht artgerecht gehalten wurden“, sagte sie. Was mit ihnen geschehen sei, lasse sich nur vermuten. Dass sie stark gerupft aussehen, deute daraufhin, dass sie in einem zu engen Käfig gehalten wurden und begonnen haben, sich gegenseitig zu picken. Unter Umständen seien auch mehrere Hähne zusammen eingesperrt gewesen, statt sie von der Gruppe zu trennen. Auch das führe zu aggressivem Verhalten. Die geröteten Hinterteile könnten dadurch entstanden sein, dass die Tiere gezwungen waren, lange in ihrem Kot zu liegen. Das führe auf Dauer zu starken Hautreizungen.

Aufmerksam wurde die Behörde übrigens auf den Fall, weil sich Anwohner aus Klinkrade ans Ordnungsamt gewandt hatten. Sie hatten die Tiere längere Zeit am Maisfeld beobachtet und waren besorgt wegen ihrer Verletzungen. Im Dorf konnten sie die Streuner aber niemandem zuordnen. „Die Passanten haben die Hühner eine Weile mit Futter und Wasser versorgt, uns dann aber Bescheid gesagt. Offensichtlich wollte sich jemand der Tiere entledigen“, erzählte gestern Sandra Hillebrandt. Noch am selben Abend trommelte sie den Oldesloer Tierschutzverein, mit dem sie eng zusammenarbeitet, die Veterinärin und Tiertrainerin Schwaiger zusammen, um die Hühner mit Weidezäunen einzupferchen und in Gitterboxen einzufangen.

„Es tut einem in der Seele weh, wenn man sieht, wie sehr die Tiere gelitten haben müssen“, sagt Elke Schwaiger. Sie fragt sich, ob ihre Verletzungen noch von der Aufstallpflicht während der Vogelgrippen-Quarantäne herrühren und der Halter sie deshalb ausgesetzt hat. Sollte das stimmen, sei das aber in hohem Maße unverantwortlich. „Wenn ich mir Tiere anschaffe, muss ich auch dafür sorgen, dass es ihnen gut geht“, sagt Schwaiger.

Wer Hinweise auf die Herkunft der Hühner geben kann, wird gebeten, sich im Ordnungsamt Sandesneben-Nusse bei Sandra Hillebrandt zu melden unter Telefon 04542/8228319.

 Dorothea von Dahlen

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