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Tierschützer sorgen sich um den Karpfen

Reinfeld Tierschützer sorgen sich um den Karpfen

Die Organisation Peta kritisiert Aktionstag „Karpfen for Kids“ an der Reinfelder Matthias-Claudius-Schule. Die Kinder sollten besser lernen, wie man Karpfen und andere Fische schützen kann.

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Lina (9) hält den Karpfen hoch. Der Edelfisch steht am Dienstag im Mittelpunkt an der Grundschule. Die Kinder freuen sich, aber Tierrechtler wollen verhindern, dass er auf den Mittagstisch kommt.

Quelle: Fotos: Ukk

Reinfeld. Die deutschlandweit einmalige Aktion „Karpfen for Kids“ stößt den Tierschützern von Peta übel auf. Nicht, weil die Kinder der Matthias-Claudius-Schule am kommenden Dienstag alles über den Reinfelder Wappenfisch erfahren sollen (die LN berichteten), sondern weil er anschließend in noch nie gekannten Variationen auf den Mittagstisch der Schule kommen soll.

 

LN-Bild

„Kein Kind muss den Karpfen essen.“Anke Rohweder, Schulleiterin

Quelle:

Die Organisatoren in Reinfeld haben für den Protest dagegen kein Verständnis. Die Veranstaltung am Dienstag, 11. Oktober, solle so ablaufen wie geplant. Die Kinder, so das Ziel der Organisatoren, sollen „auf den Geschmack kommen“.

Die Peta-Aktivisten haben die Schulleitung gebeten, „die Verkostung vom Programm zu streichen“. Stattdessen sollte den Schülern im Rahmen einer tier- und kinderfreundlichen Feier beigebracht werden, wie man Karpfen schützen kann. Auf diese Weise würde ihnen Mitgefühl gegenüber allen Lebewesen vorgelebt und ihre Empathiefähigkeit – auch im Umgang mit Mitschülern und Freunden – gefördert.

„Die meisten Kinder empfinden Sympathie und Mitgefühl für Fische. Erwachsene, insbesondere Lehrer, sollten diese Empathie fördern, statt sie systematisch zu unterdrücken“, fordert Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei der Tierrechtsorganisation. „Kein Kind möchte, dass ein Karpfen getötet und gegessen wird, wenn es verstanden hat, dass Fische empfindsame Individuen mit eigenen Persönlichkeiten sind, die wie Hunde und Katzen Freude, Angst und Schmerz spüren und denen ihr eigenes Leben wichtig ist.“

Fische, so die Peta-Tierrechtler, „sind nicht dazu da, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. „Aber unsere Karpfen“, wendet Reinfelds Teichpächter Alfred Wenskus ein, „werden artgerecht und extensiv gehalten. Das ist der einzige unbedenkliche Fisch. Den Vorschlag am Schultag auf das Essen des Karpfens zu verzichten, kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Wenskus, der mit seiner Familie vom Verkauf des Fisches lebt.

„Selbst Greenpeace macht in der Schule mit, weil die Umweltschützer den Karpfen als für die Ernährung besten Fisch ansehen“, argumentiert der Cheforganisator des Tages, Martin Huss. Er könne ja verstehen, wenn die Peta-Leute etwa Zirkus-Tieren das Leben erleichtern wollen, aber auf den Karpfen als Speisefisch zu verzichten, das gehe ihm dann doch zu weit. „So eine Forderung habe ich noch nie gehört.“

Schulleiterin Anke Rohweder will den Ablauf des Schultages rund um den Karpfen denn auch nicht umgestalten: „Der Karpfen ist das Wappentier. Der gehört einfach zu Reinfeld. Kein Kind wird gezwungen, ihn auch zu essen.“ Zudem habe neben Greenpeace auch der Naturschutzbund keine Einwände gegen eine Verkostung mit Karpfen.

„Es kommt immer auf das Maß an beim Umgang mit Nutztieren“, sagt Pastor und Vegetarier Nils Wolffson. Und man müsse immer fragen, wie es dem Tier dabei gehe. Schließlich sei es auch eine Schöpfung Gottes.

Eine Marketing-Aktion

Karpfen sei eine Spezialität, die von der Gruppe 50plus eher geschätzt werde, so Britta Lammert vom Reinfelder Stadtmarketing. „Das soll sich ändern. Denn der Fisch hat es verdient. Und die Kinder auch.“ Verschieden zubereitet, soll er trotz des Tierrechtler-Protestes in kleinen Portionen zum Kosten in der Pausenhalle der Matthias-Claudius- Schule angeboten werden. So gibt es zum Beispiel Karpfenfilet im Sesammantel, Fischstäbchen vom Karpfen auf Rahmspinat, Karpfen-Chips und sogar Karpfentortellini und -ravioli aus frischem Nudelteig.

 Uwe Krog

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